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Arbeitsgemeinschaft Asthmaschulung

Asthmaschulung bei Kindern und Jugendlichen – altersgerechtes praktisches Training für weniger Einschränkungen und mehr Teilhabe im täglichen Leben

Asthma bronchiale gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen im deutschsprachigen Raum. Den Patienten steht eine hochwertige und wirksame medikamentöse Therapie zur Verfügung. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, die eine Reihe von anspruchsvollen Entwicklungsaufgaben erfüllen müssen, ist diese medikamentöse Therapie jedoch nur die Grundlage dafür, dass die Heranwachsenden ihrem Alter entsprechend am normalen Leben teilhaben können und eine entsprechende Lebensqualität erlangen.

So bringt eine chronische Erkrankung wie Asthma bronchiale eine Reihe weiterer, nicht nur körperlicher, sondern auch psychischer oder sozialer Folgen und Einschränkungen mit sich. Häufige Atemnot (z. B. bei körperlichen Belastungen beim Spielen, Toben, Klettern, im Schulsport oder im Freizeitsport) kann Ängste und Vorsicht auslösen. Eine mögliche Konsequenz daraus ist, dass sich Betroffene weniger an entsprechenden Aktivitäten beteiligen, was wiederum zu Ausgrenzung, Rückzug und verringerter Teilhabe führen kann. Dabei kann auch das beste Medikament nicht helfen, wenn es falsch, unregelmäßig oder gar nicht eingenommen wird. Insofern reicht die Verordnung einer medikamentösen Therapie ohne weitergehende Maßnahmen i. d. R. nicht aus, um den Patienten eine entsprechende Lebensqualität und die Teilnahme an alltäglichen Aktivitäten zu ermöglichen. Vielmehr müssen darüber hinaus die Krankheitseinsicht, relevanten Techniken (Inhalationstechnik, Atemtechnik, Techniken der Selbstwahrnehmung, Notfallmanagement) erlernt und eingeübt werden und letztendlich bei den Patienten und ihren Familien eine Motivation hervorgerufen werden, diese Techniken im Alltag auch anzuwenden.

Asthmaschulungen dienen dazu, auf der Basis einer guten medikamentösen Therapie den betroffenen Kindern und Jugendlichen ein Leben mit möglichst keinen oder zumindest geringen Einschränkungen im Alltag, in der Schule oder in der Freizeit mit Gleichaltrigen zu ermöglichen. Im Mittelpunkt der Schulungen steht der Umgang mit der Erkrankung im Alltag, sodass sich das Asthma möglichst gering auf die Teilhabe und die Lebensqualität auswirkt. Die Kinder und Jugendlichen sollen ohne Einschränkungen all das tun können, wozu sie Lust haben und wobei sie mitmachen möchten.

Dazu werden Kinder und Jugendliche in kleinen altershomogenen Gruppen mit bis zu sieben Teilnehmern geschult. In der Gruppe Gleichgesinnter und anderer Betroffener ist ein intensiver Erfahrungsaustausch ebenso möglich wie das Eingehen auf und das Besprechen von individuellen Schwierigkeiten, Bedürfnisse und Fragen. Das Programm umfasst 18 Unterrichtseinheiten für die Patienten, die an verschiedenen Tagen, Abenden oder Wochenenden stattfinden. Auch die Eltern oder andere Bezugspersonen werden geschult (12 Unterrichtseinheiten), da sie gerade bei jüngeren Kindern im Alltag strukturieren und unterstützen müssen.

Übergeordneten Inhalte der Asthmaschulung

  • Grundlagen zu Asthma („Was ist Asthma?“)
  • Atemselbstwahrnehmung („Wie geht es meiner Lunge?“)
  • Atemnotauslöser und Auslöservermeidung („Wie vermeide ich meine Atemnotauslöser?“)
  • Atemtechniken und Atemhilfstechniken
  • Bedeutung und Durchführung von Bewegung und Sport bei Asthma („Wie kann ich beim Sport mitmachen ohne schlecht Luft zu bekommen?“)
  • Inhalationstechniken („Wie inhaliere ich meine Medikamente richtig?“)
  • Medikamente und Wirkstoffe („Wie wirken meine Medikamente und wann nehmen ich sie?“)
  • Vermeidung von Atemnotanfällen und Notfallmanagement („Was mache ich um Atemnot zu vermeiden?“, „Was mache ich bei Atemnot?“)
  • Alltagsbewältigung mit Asthma und Umgang mit psychosozialen Belastungen

Die Inhalte werden alters- und entwicklungsgemäß, i. d. R. spielerisch und sehr praktisch – bei Jugendlichen entsprechend den Bedürfnissen dieser Altersgruppe „jugendgerecht“ – mit viel Spaß vermittelt und trainiert. Für betroffene Kinder im Alter von zwei bis fünf Jahren werden spezielle Elternschulungen angeboten, bei denen die kleinen Kinder zum Einüben der richtigen Inhalationstechnik mitgeschult werden. Ein Asthmaschulungsteam besteht immer aus einem Arzt, einem Bewegungstherapeuten, einem Pädagogen oder Psychologen und einer spezialisierten Pflegefachkraft, um alle Facetten des Asthmas als chronische Erkrankung sowie die jeweilige Situation der Betroffenen optimal berücksichtigen zu können.

Schulungen werden von Arztpraxen, Kliniken oder Schulungsvereinen angeboten und finden in Praxen, Krankenhäusern, Reha-Kliniken oder auch im Rahmen von Feriencamps statt. Die meisten Asthmaschulungen entsprechen den Vorgaben der Arbeitsgemeinschaft Asthmaschulung im Kindes- und Jugendalter und sind dementsprechend qualitätsgesichert. Die Kosten für die Asthmaschulungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, wenn der Betroffene vom Kinder- und Jugendarzt oder vom Allgemeinmediziner in das Disease-Management-Programm (DMP) Asthma bronchiale eingeschrieben wird.

In Deutschland bieten aktuell über 200 Zentren qualitätsgesicherte Asthmaschulungen an, die über die Homepage der Arbeitsgemeinschaft Asthmaschulung im Kindes- und Jugendalter gefunden werden können. Hier sind zahlreiche weitere Informationen über Asthma bronchiale bei Kindern und Jugendlichen sowie grundsätzlich über die Idee und Wirkung von Asthmaschulungen zu finden.

Dr. Robert Jaeschke, Simone Rabe

Quelle: COPD und Asthma 4/2017

15.01.18

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