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Chancen früher Asthma-Diagnose nutzen

Da die Zahl der bereits im Kindesalter auftretenden Asthmaerkrankungen in den vergangenen Jahren stetig zunahm, gewinnt die Frage der frühestmöglichen Asthma-Diagnose an Relevanz. Deshalb fordern die Kinder-Pneumologen Eltern und Kinderärzte auf, frühe Krankheitssignale ernst zu nehmen. Dank moderner Untersuchungsmethoden lässt sich zur Asthma-Diagnose die Lungenfunktion heute bereits im Kleinkindalter zuverlässig überprüfen. Von diesen Verfahren profitieren zudem Patienten mit schwersten chronischen Lungenerkrankungen wie der Mukoviszidose, da der Verlauf des Leidens und die Wirksamkeit von Medikamenten präziser beurteilt werden kann.

Atemwegsinfekte kommen gerade bei Drei- bis Sechsjährigen sehr häufig vor

Im Kindergarten können die Kleinen den Erregern kaum aus dem Weg gehen. „Wenn ein Kind jedoch mehr als drei Mal im Jahr unter einem langwierigen Infekt leidet und dabei viel hustet, sollte das ein Anlass sein, nach der Ursache zu suchen“, sagt Prof. Vogelberg. Atemwegsinfekte werden zwar hauptsächlich durch Viren, seltener durch Bakterien verursacht, doch es könnten eben auch erste Anzeichen von Asthma bronchiale sein. Und es gibt weitere Indizien: Wenn Kinder bereits nach kurzer Zeit des Tobens Atemnot bekommen oder sich schnell von solchen Aktivitäten zurückziehen, könnte die chronische Atemwegserkrankung dahinterstecken.

Ursache für Asthma ist meist eine allergische Reaktion. „Um den Verlauf dieser chronischen Erkrankung wirksam zu beeinflussen, ist ein frühestmöglicher Therapiebeginn wichtig“, so der Kinderpneumologe. Im kinderärztlichen Alltag besteht die Herausforderung darin, zwischen einer Infektion und einer allergischen Reaktion als Auslöser der Probleme zu unterscheiden. Dazu wird standardmäßig ein Lungenfunktionstest genutzt, bei dem die Kinder allein in einer geschlossenen Zelle – ähnlich einer kleinen Telefonkabine – sitzen müssen, um angestrengt und gezielt in ein Röhrchen zu blasen. Ein Verfahren, das erst für Fünf- oder Sechsjährige geeignet ist.

Dank eines neuen Verfahrens, bei dem der Patient ein unschädliches Gas einatmet und das Gerät misst, wie viel und in welchem Zeitraum dieses Gas wieder ausgeatmet wird, lassen sich bereits bei Säuglingen feinste Veränderungen der Lungenfunktion messen. Bei diesem modernen Analysegerät, das das Uniklinikum Dank einer Spende der Dresdner Kinderhilfe anschaffen konnte, reicht es nun aus, dass das Kind ruhig und gleichmäßig atmet.

„Wir möchten im Rahmen der GPP-Jahrestagung auf diese sowie weitere Möglichkeiten und Perspektiven der Diagnose und Therapie von kinderpneumologischen Erkrankungen aufmerksam machen“, so Prof. Vogelberg, der das neue Diagnoseverfahren im Rahmen von Studien weiter erforscht. Denn von Asthma sind zwischen sieben bis zehn Prozent der Kinder betroffen. Damit ist dies die häufigste chronische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter. Auch dieser Anstieg der Betroffenen verdeutliche die Notwendigkeit, so früh wie möglich die Diagnose zu stellen und nicht bis zum Grundschulalter mit den ersten Untersuchungen der Lungenfunktion zu warten, so Tagungspräsident Prof. Vogelberg.

In den letzten Jahren verdichteten sich die Hinweise, dass Asthma nicht ein einheitliches Krankheitsbild ist, sondern dass es viele Formen dieser Erkrankung gibt. So reagieren einige Kinder stark auf Allergene und Umweltstoffe, bei anderen wiederum lösen Anstrengung, Stress oder Infektionen Asthma-Beschwerden aus. Einige entwickeln schon als Säuglinge oder Kleinkinder Asthma-ähnliche Probleme, andere erst während der Pubertät.

Auch der Erfolg der Asthmatherapie ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Im Rahmen der Tagung werden deshalb Daten aus einem Register für schweres Asthma bei Kindern in Deutschland vorgestellt und neue Therapieansätze diskutiert.

Kinderpneumologen

Kinderpneumologen sind Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin, die zusätzlich eine dreijährige Weiterbildung in diesem Fachgebiet an einem spezialisierten Zentrum absolviert haben. Diese Spezialausbildung wird mit einer Prüfung abgeschlossen und führt zur Schwerpunkt- beziehungsweise Zusatzbezeichnung „Pädiatrische Pneumologie“. Die GPP hat sich zum Ziel gesetzt, die Weiterbildung durch Fortbildungsveranstaltungen kontinuierlich zu verbessern, die klinische Versorgung der Patienten durch spezielle Arbeitsgruppen und Vernetzung von Spezialisten zu optimieren und neue Erkenntnisse im Bereich der Pädiatrischen Pneumologie durch wissenschaftliche Projekte zu gewinnen.

Quelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

11.03.16

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