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Asthma bei Kindern und Jugendlichen

Asthma bronchiale gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter. In Deutschland sind etwa 8–10 % der Heranwachsenden betroffen. Bei gut eingestelltem Asthma ist ein „normales“ Leben möglich.

Asthma bronchiale ist eine Erkrankung, bei der die Bronchialschleimhaut, insbesondere die der kleinen Atemwege, dauerhaft entzündet ist. Diese Entzündung führt zu einer Überempfindlichkeit der Atemwege (bronchiale Hyperreagibilität) auf verschiedene Reize. Die Folge ist, dass sich die Bronchien verkrampfen, Wasser in der Bronchialschleimhaut (Ödeme) entstehen können und vermehrt Schleim gebildet wird. Dadurch verengen sich die Atemwege und es tritt Atemnot auf.

Erste Anzeichen von Asthma

Ein erstes Anzeichen ist, wenn bei Säuglingen und Kleinkindern bei einem Atemwegsinfekt Atembeschwerden auftreten, ohne dass die Bronchialschleimhaut dauerhaft entzündet oder überempfindlich sein muss. Man spricht von einem sog. intermittierenden Asthma (Krankheitsstufe 1). Der Schweregrad von Asthma wird in vier Krankheitsstufen eingeteilt:

  • intermittierend
  • geringgradig persistierend
  • mittelgradig persistierend
  • schwergradig persistierend

Intermittierendes Asthma kann jedoch auch noch bei Schulkindern auftreten, wenn sie mit einem Allergen in Kontakt gekommen sind. Typische Beschwerden sind neben der anfallsartigen Atemnot und dem trockenen Husten Brustenge und pfeifende Atemgeräusche. Des Weiteren zeigen Kinder auch Hauteinziehungen im Brustkorb, die im Atemrhythmus auftreten. Aufmerksam sollten die Eltern werden, wenn ihr zwei- bis fünfjähriges Kind häufig an Entzündungen der Bronchien erkrankt und es anschließend für längere Zeit erschwert und/oder pfeifend atmet. Manche Kinder leiden auch nur an einem trockenen und quälenden Husten (Bronchitis) als einziges Symptom. Bei anderen treten nur beim Sport Asthmaanfällen auf.

Therapieziele

Ziel der Asthmatherapie ist, dass die Heranwachsenden nicht in ihren alltäglichen Aktivitäten, im sozialen Umfeld oder in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung durch die Erkrankung beeinträchtig werden. Sie sollen uneingeschränkt am normalen Leben teilnehmen können. Eine Behandlung der akuten und chronischen Beschwerden soll das Fortschreiten des Asthmas verhindern, die Lungenfunktion normalisieren und die Überempfindlichkeit reduzieren. Kinder und Jugendliche aller Schweregrade erhalten einen kurz wirksamen Bronchodilatator, der bei Bedarf eingenommen wird und die Bronchien erweitert. Ab einem leichtgradig persistierenden Asthma verschreibt der Arzt den Heranwachsenden Kortisonmedikamente. Diese Medikamente hemmen die Entzündung in den Bronchien. Sollte die Behandlung nicht ausreichen, erhalten Kinder und Jugendliche einen langwirksamen Bronchodilatator als Dauermedikation.

Sowohl Kortisonmedikamente als auch die lang und kurz wirksamen Bronchodilatatoren werden inhaliert. Jedoch ist es für kleine Kinder nicht möglich, den Sprühstoß mit dem Einatmen zu koordinieren. Aus diesem Grund sind Pulverinhalator ungeeignet. Kinder unter sechs Jahren sollten daher spezielle Inhaliergeräte (Feuchtinhalatoren oder Dosieraerosole) mit einer – dem Alter entsprechenden – Inhalationshilfe (Spacer oder Gesichtsmaske) oder einen Vernebler verwenden. Ab dem (Vor-)Schulalter werden Pulverinhalatoren empfohlen, mit denen Medikamente ohne zusätzliches Treibmittel inhaliert werden können.

Nicht-medikamentöse Therapie

Die wichtigste Maßnahme ist, die Auslöser und Trigger des Asthmas z. B. die allergieauslösenden Stoffe zu vermeiden. Zudem darf in einem Haushalt, in dem ein Kind mit Asthma lebt, nicht geraucht werden. Für Menschen mit Asthma sind sportliche Betätigungen wichtig. Besonders geeignet sind Ausdauersportarten mit gleichmäßigen, wiederkehrenden Bewegungsabläufen. Auch gezieltes Krafttraining eignet sich für asthmakranke Kinder. Die Kräftigung der Rückenmuskulatur verbessert die Körperhaltung, wodurch die Atmung erleichtert wird. Allerdings sollten Kinder mit Asthma beim Sport ein paar Regeln beachten. So sollten sie sich gut aufwärmen, um das Risiko einer asthmatischen Reaktion zu verringern. Ggf. sollten auch die Bedarfsmedikamente wie mit dem Arzt besprochen eingenommen werden. Zudem ist es wichtig, nicht plötzlich mit der Belastung aufzuhören, sondern diese langsam zu reduzieren. Des Weiteren sollte die Kondition langsam gesteigert und Spitzenbelastungen vermieden werden. Treten trotz allem Asthmaanfälle auf, sollten die betroffenen Kinder ihre Bedarfsmedikamente immer griffbereit haben.

Prognose

Die meisten Kinder leiden nur unter leichten Beschwerden. Bei etwa 50 % verschwinden die Asthma-Symptome in der Pubertät. Die Atemwege allerdings bleiben ein Leben lang überempfindlich. Bei etwa 30 % der Asthmatiker, bei denen die Symptome als Jugendlicher verschwunden sind, treten die Beschwerden im späteren Leben wieder auf. Mehr als die Hälfte der Asthmakinder haben jedoch als Erwachsener keine Beschwerden mehr. Je schwerer das Asthma allerdings ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass das Asthma bleibt.

Quelle: COPD und Asthma 2/2016

12.07.16

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