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Asthma und Sport: Was muss beachtet werden?

Werden Anstrengungen beispielsweise aus Angst vor Atemnot gemieden, nimmt die körperliche Belastungsfähigkeit immer stärker ab. Atemnot tritt dann bei immer geringerer Belastung auf. Dieser Teufelskreis kann mit Sport durchbrochen werden. Allerdings sollten Asthma-Patienten ein paar Regeln beachten.

Für Menschen mit Asthma sind besonders Ausdauersportarten mit gleichmäßigen, wiederkehrenden Bewegungsabläufen geeignet. Beispiele hierfür sind Radfahren, Schwimmen, Nordic-Walking, Wandern oder Laufen. Denn diese verbessern die allgemeine Ausdauer, stärken Herz und Kreislauf und vertiefen die Atmung. Auch gezieltes Krafttraining, mit dem die Körperhaltung verbessern und die Atemmuskulatur kräftigen lässt, eignet sich bei Asthma. Betroffene dürfen auch an Wettkämpfen sowie an den notwendigen Trainingseinheiten teilnehmen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Erkrankung konsequent behandelt und kontrolliert wird. Sportarten mit kurzen heftigen Anstrengungsphasen wie z. B. Squash sollten dagegen vermieden werden.

Wichtig ist, eine Sportart zu wählen, die man langsam beginnen und regelmäßig betreiben kann. Dadurch kann sich der Körper an die Anstrengung gewöhnen und der Asthma-Patient kann die Belastung langsam steigern. Dabei ist es sinnvoller, mehrmals in der Woche gemäßigt Sport zu betreiben, als sich einmal in der Woche völlig zu verausgaben.

Wissenswertes zu Faktoren und Medikamenten

Laut der Stiftung aha! Allergiezentrum Schweiz können einige Faktoren Asthmaanfälle auslösen oder begünstigen. Diese sog. Trigger wie beispielsweise Zigarettenrauch, Duftstoffe, Pollen- oder Ozonbelastung, Hitze oder Kälte sollte der Asthma-Patient kennen und meiden.

Betroffene sollten daher mit ihrem behandelnden Arzt sprechen, ob und welche Medikamente er vor dem Sport sowie welche Arzneistoffe er beim Auftreten von asthmatischen Beschwerden nehmen sollte. Auch empfiehlt es sich, vor dem ersten Training bei dem Arzt einen Lungenfunktionstest auf dem Laufband- oder Fahrrad-Ergometer zu machen, um den Grad des Belastungsasthmas zu ermitteln.

Vor dem Training

Plötzliche Wechsel zwischen Belastung und Ruhe sind ungünstig und können dazu führen, dass sich die Bronchien verengen. Hyperventilation und Atemnot können auftreten. Daher ist es besonders für Asthma-Patienten wichtig, sich vor dem Sport mindestens zehn Minuten lang aufzuwärmen. Betroffene sollten sich zudem realistische Trainingsziele setzen, um den Körper nicht zu überfordern.

Während des Trainings

Der Bundesverband der Pneumologen empfiehlt, folgende Punkte beim Sport zu berücksichtigen:

  • Tempo reduzieren, wenn man außer Atem kommt
  • Spitzenbelastungen vermeiden
  • Pausen machen
  • Belastung nicht übertreiben und an die momentane Lungenfunktion anpassen
  • Schwankungen in der Lungenfunktion mit dem Peak-Flow-Meter kontrollieren

Wichtig ist auch, beim Sport die richtige Atemtechnik anzuwenden, d. h. in den Bauch zu atmen und bei starker Belastung mit der Lippenbremse auszuatmen. Für eventuelle Notfälle sollten Asthmapatienten ihr Notfallspray immer griffbereit haben.

Nach dem Training

Nach dem Training sollte die Belastung langsam reduziert werden. Der Betroffene sollte mit der Lippenbremse ausatmen und wenn nötig eine atemerleichternde Körperhaltung wie beispielsweise die Torwartstellung oder den Kutschersitz einnehmen, so die Empfehlung der Stiftung aha! Allergiezentrum Schweiz. Zudem sollten Asthma-Patienten zum Abkühlen Dehnübungen machen und die verlorene Flüssigkeit durch viel Trinken (z. B. Tee oder Wasser) wieder ausgleichen. Um sich nicht zu erkälten, sollte die verschwitze Kleidung schnell ausgezogen werden.

Spezielle Lungensportgruppen

Neben dem normalen Sportangebot existieren auch Lungensportgruppen. Die Übungen in diesen Gruppen sind speziell auf Patienten mit Atemwegs- und Lungenerkrankungen abgestimmt und orientieren sich an der Belastbarkeit der Teilnehmer. Dabei stehen laut der Arbeitsgemeinschaft AG Lungensport in Deutschland neben dem Gruppenerlebnis und dem Spaß an Bewegung folgende Ziele im Vordergrund:

  • Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination sollen gesteigert werden
  • Die Krankheit soll stabilisiert und Verschlechterungen (Exazerbationen) sowie Atemnot vermieden werden
  • Die Belastungsfähigkeit soll gesteigert und der Alltag besser bewältigt werden
  • Das Vertrauen der Asthma-Patienten in die eigene Leistungsfähigkeit sowie das Selbstbewusstsein sollen gestärkt werden
  • Ängste vor Belastungen sollen reduziert werden
  • Die Lebensqualität soll erhöht werden

Ob Asthma-Patienten an Lungensportgruppen teilnehmen dürfen, hängt von der Schwere ihrer Erkrankung sowie von eventuellen Begleiterkrankungen ab. Daher sollten sich Asthmatiker, die sich für die Teilnahme am Lungensport interessieren, zuerst von ihrem Facharzt untersuchen lassen.

Quelle: COPD und Asthma 3/2015

26.10.15

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