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Therapie von Asthma

Zur Therapie von Asthma werden verschiedene Medikamente eingesetzt. Zunächst ist es wichtig, den Grad der Asthmaerkrankung zu bestimmen, bevor mit einer Therapie begonnen werden kann. Die Therapiemaßnahmen müssen sich immer nach den aktuellen Grad der Asthmaerkrankung richten. Denn aufgrund dessen wird festgelegt, welche Medikation und welche Stufe angebracht ist. Bei der medikamentösen Therapie des Asthmas gilt der Grundsatz im Bezug auf das Stufenmodell: Reduzieren der Medikamente, unter dem Vorbehalt, dass die Asthmakontrolle gewährleistet ist und Intensivieren der Medikamente, wenn es für die Kontrolle nötig ist. Dies setzt eine kontinuierliche Kontrolle der Therapieziele mit dem aktuellen Zustand voraus.

Im Verlauf der Krankheit muss u. U. die Behandlung nachjustiert werden, so muss der Arzt möglicherweise die Medikamentendosis oder die Medikation verändern. Das Gleiche gilt für begleitende Therapieverfahren. Nicht immer gelingt es, Asthma vollständig zu kontrollieren, weshalb die Medizin auch von verschiedenen Graden der Kontrolle spricht:

  • dem kontrollierten Asthma
  • dem teilweise kontrollierten Asthma
  • dem unkontrollierten Asthma

Kontrolliertes Asthma – was bedeutet das?

Von einem kontrollierten Asthma ist die Rede, wenn Betroffene unter der Therapie keine Asthmaanfälle erleiden, keine Beschwerden auftreten, sie ihren Alltag weitgehend problemlos bewältigen und auch die Dinge unternehmen können, die ihnen Freude bereiten, d. h., keinerlei physische Einschränkungen bestehen. Bedarfsmedikamente (vor allem Asthmasprays) werden bei einem kontrollierten Asthma höchstens zweimal wöchentlich benötigt. Die Lungenfunktion, einschließlich die von Patienten selbst täglich durchgeführten Peak-Flow-Messungen, ist normal. Genauso ist der Schlaf frei von Atemnot- oder asthmatischen Hustenanfällen. Von einem teilweise kontrollierten Asthma sprechen Mediziner, wenn es in einer Woche zu Problemen in einem oder zwei dieser Bereiche kommt. Bei allem, was darüber hinaus an Beschwerden auftritt, liegt ein unkontrolliertes Asthma vor.

Diese Einteilung hilft den behandelnden Ärzten, die medikamentöse Therapie anzupassen. Sie verläuft nach einem Stufenplan – die Therapie wird den Beschwerden angepasst. Verringern sich die Beschwerden, kann die Medikation oder die Dosis reduziert werden und umgekehrt. Für Kinder und Jugendliche gilt dabei ein anderer Stufenplan als für Erwachsene.

Asthma: Stufenschema

Für erwachsene Betroffene von Asthma kommt folgendes Stufenschema in der Behandlung von Asthma zur Anwendung:

  • Stufe 1:
    Die Symptome von Asthma treten nicht häufiger als 1-2 mal in der Woche auf. Hier wird vom Arzt bei Asthma in der Regel eine Bedarfsmedikation zur Inhalation (RABA: rasch wirkende Beta-2-Sympathomimetika) verordnet.
  • Stufe 2:
    Die Symptome von Asthma zeigen sich mehrmals in der Woche. Der Patient mit Asthma nimmt ein rasch wirkendes Beta-2-Sympathomimetikum dementsprechend mehrfach in der Woche. Dann wird meist zur Behandlung von Asthma in dieser Stufe zusätzlich und regelmäßig ein Glukokortikoid (ICS) verabreicht. Dies wird als Spray oder Pulver in geringen Dosen gegeben. Seltener wird bei Asthma in dieser Stufe ein Leukotrienantagonist (LTRA) eingenommen.
  • Stufe 3:
    Trotz der Einnahme eines Glukokortikoids in geringer Dosierung kommt es zu Symptomen von Asthma. Dann ist die Steigerung der Dosis angezeigt, ebenso das Verabreichen eines lang wirksamen Beta-2-Sympathomimetikum (LABA). Alternativ kann zur Therapie von Asthma in dieser Stufe ein Glukokortikoid plus ein Leukotrienantagonist oder auch ein Glukokortikoid plus Theophyllin verabreicht werden.
  • Stufe 4:
    Trotz der Medikation, wie sie in Stufe 3 beschrieben wird, treten Beschwerden und Symptome von Asthma auf. Der Arzt kann zur Behandlung darauf regieren, indem er die Dosis des kortisonhaltigen Sprays oder Pulvers (ICS) steigert und die Verordnung des lang wirkenden Beta-2-Sympathomimetikum beibehält. Eventuell werden zusätzlich ein Leukotrienantagonist oder Theophyllin verordnet. Leukotrienantagonist oder Theophyllin können auch als Alternative zu den Beta-2-Sympathomimetika mit langer Wirkung eingesetzt werden.
  • Stufe 5:
    Trotz der Therapie des Asthmas gemäß Stufe 4 halten die Symptome langfristig an. Dann kann der Betroffene ergänzend ein Glukokortikoid in Form von Tabletten einnehmen. Die Dosis sollte dabei so gering wie möglich ausfallen. Bei allergischem Asthma kann ein Anti-IgE-Antikörper verordnet werden.

Die Bedarfsmedikation wird in den Stufen 2 bis 5 parallel zur Dauermedikation eingesetzt. Für Kindern mit Asthma wurde das Stufenschema auf deren Symptomatik hin entsprechend modifiziert.

Medikamentöse Therapie von Asthma

Zur Behandlung des Asthmas werden entzündungshemmende Medikamente verabreicht. Ziel ist es, die chronische Entzündung und damit die Überempfindlichkeit der Atemwege (bronchiale Hyperreagibilität) zu reduzieren. Zudem kommen Arzneimittel zum Einsatz, die die verengten Bronchien weiten – dadurch verringert sich die Atemnot beim Kontakt mit dem Auslöser. Die Medikamente funktionieren nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip. Das Medikament (der Schlüssel) sucht sich eine passende Bindungsstelle (passendes Schlüsselloch). Erst dann kann es wirken. Die passenden Bindungsstellen können dabei nicht nur in den Atemwegen, sondern auch an anderen Organen oder Zellen vorhanden sein – dadurch können unerwünschte Wirkungen zustande kommen.

Man unterscheidet bei der medikamentösen Behandlung von Asthma Reliever und Controller. Reliever werden im Bedarfs- oder Notfall eingesetzt, um Beschwerden zu lindern, wenn sie auftreten. Controller sind Dauermedikamente, die zur langfristigen Kontrolle der Erkrankung dienen und Asthma-Anfällen vorbeugen sollen.

Reliever

Es gibt die kurz wirksamen und die lang wirksamen Beta-2-Sympathomimetika. Beide wirken im Bedarfsfall innerhalb von etwa 3-10 Minuten. Die Wirkung der kurz wirksamen dauert etwa 3 bis 5 Stunden an, die der lang wirksamen bis zu 12 Stunden.

Controller

Controller werden bei Asthma zur Hemmung der Schleimhautentzündung in den Bronchien eingesetzt. Sie vermindern auch die Schleimproduktion und lassen die Schleimhaut abschwellen. Ferner lindern sie allergische Reaktionen. Controller werden bei Asthma regelmäßig eingenommen. Der entscheidende Wirkstoff ist das Kortison (Glukokortikoide), das bei Asthma meist inhaliert wird. Controller liegen als Dosieraerosol oder Pulver vor. Die Wirkung zeigt sich in der Regel nach mehreren Tagen. In besonders schwerwiegenden Fällen von Asthma kann das Kortison auch in Tablettenform genommen werden. Bei inhalierten Glukokortikoiden kommt es manchmal zu Heiserkeit und Pilzbefall im Mund; die langfristige Darreichung als Tablette bei Asthma kann zu Übergewicht, erhöhtem Blutzucker, Störungen im Bereich des Mineralhaushalts oder Osteoporose führen.

Wirkstoffe bei der medikamentösen Therapie von Asthma

Bronchodilatatoren wirken ähnlich wie Stresshormone: Manchmal ist es nötig, in Stresssituationen schnell zu rennen. Dies geht jedoch nur, wenn man gut Luft bekommt. Daher stellen Stresshormone die Bronchien weit. Weitere Wirkungen der Stresshormone sind Zittern oder aufgeregt sein. Die Bronchodilatatoren gibt es als Bedarfsmedikamente (Reliever), die die Bronchien schnell erweitern und rasch bei einem Asthmaanfall wirken. Einige Bronchodilatatoren gehören zu den Dauermedikamenten (Controller), die ständig eingenommen werden. Ihre Wirkung setzt später ein, hält dafür länger an.

Kortisonhaltige Medikamente sind Abkömmlinge des körpereigenen Hormons Kortison, welches der Körper in der Nebenniere selbst herstellt. Auch dieses wird in Stresssituationen gebildet und reguliert das Immunsystem. Die Medikamente wirken vor allem entzündungshemmend, unterdrücken also die ständige Entzündungsbereitschaft der Atemwege. Sie wirken auf lange Sicht und können Asthmaanfällen vorbeugen. Anders als bei den Bronchodilatatoren setzt die Wirkung erst nach mehreren Tagen und Wochen ein.

Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten wirken entzündungshemmend, indem sie die Wirkung bestimmter Gewebehormone, der sog. Leukotriene, blockieren.

Gentechnisch hergestellte Antikörper sind Eiweiße, die gezielt in den Entzündungsprozess eingreifen.

Andere Verfahren zur Therapie von Asthma

Der Patient sollte eine gewisse Eigenkontrolle durchführen und das Asthma gemeinsam mit dem Arzt managen lernen. Der von Asthma Betroffene sollte ein Peak-Flow-Messgerät zu Hause haben und 2-3 mal am Tag die Geschwindigkeit des Ausatmens messen. Die Messergebnisse sollten in einem Asthmatagebuch festgehalten werden. So können die von Asthma Betroffenen lernen, den Krankheitsverlauf einzuschätzen und auf Verschlechterungen zu reagieren. Auch sind Atemübungen, Entspannungsübungen und Rehabilitationsmaßnahmen möglich. Bewegung und der Abbau von Übergewicht, falls vorhanden, spielen ebenfalls eine Rolle. Man sollte als von Asthma Betroffener nicht rauchen (wenn möglich auch nicht passiv).

Therapieziele bei Asthma

Bei der Behandlung von Asthma werden folgende Ziele verfolgt:

  • Keine Beeinträchtigung der körperlichen, psychischen, seelischen oder geistigen Entwicklung
  • Keine längerfristige Beeinträchtigung alltäglicher Aktivitäten oder der Aktivitäten im sozialen Umfeld
  • Verbesserung der Lebensqualität
  • Verhindern des Fortschreitens der Krankheit
  • Verbesserung/Normalisierung der Lungenfunktion
  • Keine Entstehung akuter oder chronischer Beschwerden
  • Reduzierung der bedrohlichen Fälle
  • Keine medikamentösen Nebenwirkungen

Bei einem gut kontrollierten Asthma hat der Betroffene in der Nacht keine Atemnot oder ähnliche Beschwerden. Auch tagsüber treten nur selten Beschwerden auf. Die Aktivitäten werden durch die Erkrankung nicht eingeschränkt und die Lungenfunktion ist normal.

Was tun bei einem Asthmaanfall?

  • Ruhe bewahren
  • Atemtechniken wie Lippenbremse anwenden und atemerleichternde Körperhaltung einnehmen
  • je nach Schwere des Anfalls: bei Kindern zwei bis acht Hübe des Bedarfsmedikamentes – ggf. wiederholen/ bei Erwachsenen zwei bis vier Hübe des Bedarfsmedikamentes – ggf. wiederholen
  • Kortisontablette einnehmen, wie im persönlichen Notfallplan empfohlen
  • Notarzt rufen: Telefonnummer 112, bitte unbedingt mitteilen: Kind oder Erwachsener/ akute Luftnot
  • darauf achten, dass der Patient im Sitzen transportiert wird

Fedor Singer

03.11.17

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