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Heuschnupfen kann mit Nahrungsmittel-Allergien zusammenhängen

10.05.07.

Heuschnupfen ist ja eigentlich schon schlimm genug. Wenn es dann noch im Mund kribbelt, nachdem man einen Apfel gegessen hat, könnte das an einer Lebensmittel-Allergie liegen, die durch den Heuschnupfen entstanden ist.

In den vergangenen 100 Jahren haben Pollenallergien, gemeinhin als Heuschnupfen bekannt, um ein Vielfaches zugenommen: Bis zu 20 Prozent der Bevölkerung in Zentral- und Nordeuropa sind heutzutage davon betroffen. Gleichzeitig steigen mit dem Heuschnupfen in Zusammenhang stehende Allergien gegen Lebensmittel, die so genannten pollenassoziierten Nahrungsmittel-Allergien. Hierzu fehlen zwar noch genaue Studiendaten, diese Erfahrung wird jedoch von allergologisch tätigen Ärzten generell bestätigt.

Etwa 60 Prozent der Lebensmittel-Allergien bei Jugendlichen und Erwachsenen sind mit einem Heuschnupfen gekoppelt. Die Ursache ist eine Art Verwechslung: Die Eiweiße bestimmter pflanzlicher Lebensmittel haben eine sehr ähnliche Struktur wie die Allergene der Pollen. Das Immunsystem eines Menschen mit Heuschnupfen schlägt sozusagen „falschen Alarm“, wenn es auf solche ähnlichen Eiweiße in den Lebensmitteln trifft. Dieser Vorgang wird auch als „Kreuzreaktion“ oder „Kreuzallergie“ bezeichnet.

Am besten untersucht sind diese Zusammenhänge bei der Allergie gegen Birkenpollen: 50 bis 93 Prozent der Birkenpollen-Allergiker entwickeln eine Allergie gegen bestimmte Nahrungsmittel. Hierzu zählen vor allem Apfel, Birne, Kirsche, Pfirsich, Nektarine, Aprikose, Pflaume, Kiwi, Haselnüsse und andere Nüsse, Mandeln, Sellerie und Karotte.

Ähnlich liegt der Fall bei Patienten mit einer Beifußpollen-Sensibilisierung: Bei etwa 20 Prozent von ihnen entsteht eine Allergie auf Karotte, Sellerie, Sonnenblumenkerne, Honig oder Gewürze wie beispielsweise Paprika, Anis oder Kardamom. Die allergische Reaktion kann bei diesem „Sellerie-Beifuß-Gewürz-Syndrom“ sehr heftig verlaufen.

Meistens jedoch sind die Beschwerden bei mit Pollen in Verbindung stehenden Nahrungsmittel-Allergien harmlos: Die Betroffenen verspüren nur ein Jucken und Kribbeln im Mund- oder Rachenraum. Diese Symptome beginnen meist unmittelbar beim Verzehr des entsprechenden Nahrungsmittels und verschwinden in der Regel innerhalb weniger Minuten bis maximal weniger Stunden. Weniger häufig treten allerdings auch Hautausschläge, Fließschnupfen oder Bindehautentzündungen auf. In seltenen Fällen kommt es zu Atemnot, Übelkeit, Erbrechen oder sogar Blutdruckabfall.

Was tun, wenn einen neben dem Heuschnupfen auch noch eine Lebensmittel-Allergie plagt? Bei Allergien gegen rohe Früchte und Gemüse sind die entsprechenden Nahrungsmittel in gekochtem Zustand meist verträglich. Sellerie oder Haselnuss enthalten allerdings auch hitzebeständige Allergene. Lässt sich die Verträglichkeit eines Lebensmittels nicht durch Verarbeitungsprozesse wie Schälen, Dünsten oder Backen herstellen, so ist das Meiden dieses Nahrungsmittels die beste Therapie.

Betroffenen, die unter Allergien gegen viele verschiedene Früchte und Gemüse oder gegen Grundnahrungsmittel leiden sollten eine allergologisch versierte Ernährungsfachkraft aufsuchen. Sie hilft, den Menüplan auch ohne die allergieauslösenden Nahrungsmittel ausgewogen zu gestalten.

Quelle: DGK

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