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Keine Angst vor Lungensport

10.09.07.

Foto: Keine Angst vor Lungensport

Foto: Photos.com

Lungensport richtet sich nicht an durchtrainierte Sportlergruppen, sondern an den ganz normalen Patienten mit einer chronischen Atemwegserkrankung, der oftmals schon seit Jahren nicht mehr sportlich aktiv war und körperlichen Belastungen eher ausgewichen ist. In einer Lungensportgruppe werden auch keine Trainingsmethoden durchgeführt, die zu extremen Spitzenleistungen führen. Viel eher geht es um die Wiederholung einfacher, von jedem zu bewältigenden Übungen von Übungsstunde zu Übungsstunde. In der Wiederholung – nicht in der Extrembelastung – liegt das Geheimnis des Erfolgs. Also: Lungensport ist kein Leistungssport, niemand wird dabei überfordert. Man ist gewissermaßen unter sich, d.h. unter „Gleichen“.

Alle Mitglieder der Gruppe haben eine obstruktive Atemwegserkrankung: entweder Asthma bronchiale oder eine obstruktive Bronchitis mit oder ohne Lungenemphysem, also eine COPD. Wenngleich diese Patientengruppe besonders stark beim Lungensport vertreten ist, kommen Patienten mit anderen pneumologischen Erkrankungen hinzu. Allen geht es aber gleich, alle kämpfen mit ihrer Atmung und beginnen schnell unter körperlichen Belastung zu schnaufen: mehr oder weniger, besonders schnell oder weniger schnell. Ab und zu muss fast jeder einmal „pausieren“ um Luft zu schnappen. Da es aber allen so geht oder wenigstens jedem so gehen könnte, ist das wirklich nichts Besonderes. Jeder versteht das, niemand fällt dabei wirklich auf.

Das profitieren Sie vom Lungensport:

  • Sie werden zum „informierten Patient“

In der Lungensportgruppe erfahren Sie u.a., wie Sie richtig mit Ihren Medikamenten umgehen, wann Sie welches nehmen und wie Sie das machen sollen. Sie lernen natürlich auch, wie sie sich im Notfall, d.h. bei Atemnot verhalten und auf was Sie achten müssen. Schließlich wird es für Sie selbstverständlich, den Peak-Flow zu benutzen, die ermittelten Werte zu beurteilen und entsprechend Ihrer Peak-Flow-Ergebnisse zu handeln. Das Stichwort dafür ist „Ampel-Schema“ – Sie sollen wissen oder erfahren, was hinter diesem Schlagwort steckt. Alles in allem verstehen Sie im Laufe der Zeit besser mit Ihrer Krankheit zurechtzukommen. Sie werden nicht mehr von Ihrer Krankheit beherrscht, Sie beherrschen Ihre Krankheit. Freilich – und sollte hier auch gesagt werden – ersetzt die Information in der Lungensportgruppe keinesfalls eine strukturierte und systematische Patientenschulung. Ein solches Patientenschulungsseminar sollten Sie parallel zur Lungensportgruppe besuchen.

  • Sie werden ganz einfach beweglicher

Wenn Sie neu in eine Lungensportgruppe kommen und jahrelang nicht allzu aktiv waren, braucht es erst einmal ein wenig Zeit zur Eingewöhnung – nicht nur in die Gruppe selbst. Gezielte gymnastische Übungen sind dafür das Mittel der Wahl. Schritt um Schritt werden Ihre Gelenke und Muskeln durch verschiedene gymnastische Übungen auf die ungewohnte Belastung vorbereitet. So lernen Sie sich „funktionell“, d.h. „richtig“ zu bewegen, hinzusetzen, hinzulegen, aufzustehen und zwar nicht nur mit Rücksicht auf Ihr Kreuz, sondern vor allem mit der richtigen „Atemtechnik“. Allein schon damit profitieren Sie in einem hohen Maße von den Übungsstunden der Lungensportgruppe.

  • Sie lernen Ihre Bewegungen besser zu koordinieren

Koordinationstraining verfolgt das Ziel eigentlich jede Ihrer Bewegungen sicherer zu machen. Dabei werden einfache Übungen durchgeführt, die darauf abzielen, die Muskelarbeit möglichst ökonomisch zu gestalten und die Verletzungs-, Unfallund Sturzgefahr möglichst gering zu halten. Die qualifizierten Fachübungsleiter, die die Lungensportgruppe leiten, kennen eine Vielzahl von Übungen, die die Koordination verbessern und gleichzeitig abwechslungsreich sowie einfach für die Mitglieder der Gruppen zu praktizieren sind und obendrein Spaß machen. Ähnlich wie die Spielphasen sind die Übungen des Koordinationstrainings bei Lungensportgruppen-Mitgliedern besonders beliebt.

  • Sie trainieren Ihre Kraft

Durch chronische Atemwegserkrankungen, vor allem durch die Folgen der COPD, aber auch durch die fehlende Aktivität und die damit verbundene Dekonditionierung, treten Veränderungen in der Muskulatur auf. Die Muskulatur baut sich ab. Mit einem geeigneten Krafttraining, bei dem es nicht um extreme Kraftakte geht, dessen Erfolg eher in der Wiederholung liegt, kann die Muskulatur aufgebaut und gekräftigt, sowie die Gelenkfunktionen besser stabilisiert werden. Dieser Teil des Trainings, wie auch Ausdauer-/Lauftraining, ist geeignet die Beweglichkeit und damit die Selbstständigkeit auch im höheren Alter zu erhalten und der Osteoporose vorzubeugen.

  • Durch Ausdauertraining werden Sie belastbarer

Durch geeignetes, Ihrem Gesundheitszustand angepasstes Ausdauertraining – das z.B. abwechselnd mit 1-2 Minuten schnellerem Gehen oder langsameren Rennen und 1-2 Minuten Pause mit Atemübungen beginnt und sich im Laufe der Zeit steigert – werden Sie belastbarer, sowohl in Bezug auf die Stärke, als auch auf die Dauer der Belastung. Unter Anwendung der richtigen Atemtechnik, die Sie dabei in jeder Übungsstunde anwenden und konsequent lernen, bekommen Sie Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt, die Ihnen helfen lange Treppen und steile Berge besser zu bewältigen. Durch das fachlich begeleitete Ausdauertraining bekommen Sie auch ein besseres Körpergefühl, so dass Sie einschätzen können, was Sie Ihrem Körper zumuten können und auch eher die Zeichen des Körpers erkennen, die Ihnen sagen, dass Sie sich Ihrer Leistungsgrenze nähern. So ausgestattet sind Sie auch in der Lage, ein leichtes Ausdauertraining alleine durchzuführen. Mit dem Training Ihrer Ausdauer und Belastbarkeit beugen Sie zuzüglich Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor und stärken Ihr Immunsystem.

  • Beweglichkeitstraining, Atem- und Entspannungstechniken machen Sie sicherer

Mit einem entsprechendem Beweglichkeitstraining belasten Sie gezielt – z.B. mit gymnastischen Übungen – Ihre Muskulatur, dehnen die Muskeln und machen Sie beweglich. Das ist auch eine gute Möglichkeit den „eingeschnürten“ und starren Brustkorb wieder beweglicher zu machen. Er dehnt sich dann wieder besser und die Lunge, Ihre Atempumpe, kann mehr Luft aufnehmen – das Atmen geht besser. Doch nicht nur die Brustkorbmuskulatur profitiert vom Beweglichkeitstraining. Die Muskulatur des gesamten Körpers entwickelt sich, Ihre Körperhaltung verbessert sich. Sie lernen Atemnot-Situations-Techniken (Lippenbremse) anzuwenden und Körperhaltungen (Atemerleichternde Körperhaltungen) einzunehmen, die entlastend wirken. Die erlernten Entspannungstechniken sind geeignet, auch in schwierigen Situationen zur Ruhe zu kommen und Angst- und Panikgefühle zu beherrschen.

Quelle: Deutscher Lungentag e.V.

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