Mit ärztlicher Hilfe zum Nichtrauchen
10.04.08.

Foto: Photos.com
Bundesärztekammer und Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stellen Beratungsleitfaden vor
Der ärztliche Rat, mit dem Rauchen aufzuhören, ist oft der entscheidende Anstoß für Raucherinnen und Raucher, den Rauchverzicht zu wagen. Zahlreiche Studien zeigen, dass schon eine kurze gezielte Beratung durch den Arzt einen deutlichen Einfluss auf den Erfolg beim Rauchverzicht hat. Als Unterstützung dafür hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer einen Beratungsleitfaden zur ärztlichen Kurzintervention bei Raucherinnen und Rauchern entwickelt.
Der ärztliche Rat, mit dem Rauchen aufzuhören, ist oft der entscheidende Anstoß für Raucherinnen und Raucher, den Rauchverzicht zu wagen. Ob dieser Versuch erfolgreich verläuft, hängt nicht zuletzt entscheidend mit davon ab, wie viel Unterstützung und begleitende Beratung zum Rauch-Stopp von ärztlicher Seite angeboten werden kann.
Das bisherige Beratungsverhalten zum Rauchverzicht von Seiten der Ärzteschaft soll weitergestärkt werden. Deshalb hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer einen Beratungsleitfaden zur ärztlichen Kurzintervention bei Raucherinnen und Rauchern entwickelt. Grundlage dafür sind zahlreiche Studien, die nachweisen, dass schon eine kurze gezielte Beratung durch den Arzt wirksam ist und einen deutlichen Einfluss auf den Erfolg beim Rauchverzicht hat.
“Ärzte stehen in einem engen Vertrauensverhältnis zu ihren Patientinnen und Patienten. Sie werden als wichtiger Ratgeber geschätzt”, betont Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und weist auf die Schlüsselstellung der Ärzteschaft bei der Beratung zum Nichtrauchen hin. “Bei Arzt-Patienten-Kontakten bietet sich hier eine sehr gute Möglichkeit, Raucherinnen und Raucher zu motivieren, mit dem Rauchen aufzuhören”, so Prof. Dr. Pott.
“Wir möchten allen Patienten, die mit dem Rauchen aufhören wollen, Mut machen, sich an ihren Arzt zu wenden. Er ist der kompetente Ansprechpartner, der sie fachgerecht beraten und den Entwöhnungsprozess begleiten kann”, sagte Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer. Den Ärzten falle eine besondere Verantwortung zu, da sie überdurchschnittlich oft Raucher behandelten. “Denn Raucher sind häufiger krank, erkranken meist schwerer wiegend und in der Regel auch länger als Nichtraucher. Einmal erkrankt, haben sie zudem deutlich schlechtere Heilungschancen als Nichtraucher”, erklärte der Ärztepräsident. Wie wichtig Tabakentwöhnung sei, zeige sich daran, dass sichdas Risiko, an einer tabakbedingten Herzerkrankung zu versterben, bereits zwei Jahre nach dem Verzicht auf das Rauchen halbiere. Nach 15 Jahren Tabakverzicht seien zwischen den Ex-Rauchern und den Nichtrauchern keine Unterschiede mehr festzustellen, so Hoppe.
Mit dem Leitfaden sollen Ärztinnen und Ärzten Wege aufgezeigt werden, wie sie das Thema “Nichtrauchen” aktiv zum Gegenstand des ärztlichen Beratungsgesprächs machen können. Dafür erhalten sie zahlreiche praxisnahe Hinweise und Tipps, mit denen sie ihre Patienten erfolgreich auf dem Weg zur Rauchfreiheit begleiten können. Hierzu gehören Anregungen zur systematischen Anamnese des Rauchverhaltens des jeweiligen Patienten, die Darstellung grundlegender Techniken der Gesprächsführung zur Förderung der Änderungsbereitschaft und konkrete Beratungsstrategien für unterschiedliche Patientengruppen. Der Bogen spannt sich von Patienten, die noch nicht den Vorsatz gefasst haben, mit dem Rauchen aufzuhören, bis hin zur Unterstützung von Patienten, die bereits mit dem Rauchen aufgehört haben. Bei Letzteren soll das Risiko eines Rückfalls in die alten Rauchgewohnheiten verhindert werden.
Zur Abrundung und Ergänzung des ärztlichen Beratungsgesprächs enthält der Leitfaden eine Reihe an Arbeitsmaterialien und Patienteninformationen, die kostenlos bei der BZgA bestellt werden können. Außerdem informiert der Leitfaden über ergänzende Unterstützungsangebote, wie zum Beispiel die Telefonberatung zur Raucherentwöhnung oder das internetgestützte Ausstiegsprogramme zum Nichtrauchen, die jeweils von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung angeboten werden.
Der “Leitfaden zur Kurzintervention bei Raucherinnen und Rauchern” kann kostenlos unter folgender Adresse bestellt werden: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 51101 Köln, Fax: 0221-8992257, e-mail: order@bzga.de,
BZgA-Telefonberatung zur Raucherentwöhnung – Tel. 01805 – 31 31 31 (kostenpflichtig, 14 Cent/Minute aus dem deutschen Festnetz, abweichender Mobilfunktarif möglich), Montag bis Donnerstag von 10.00 bis 22.00 Uhr, Freitag bis Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr
Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Sachverwandte Themen
- rauchen (23 sachverwandte Artikel),
- Krebs (18 sachverwandte Artikel),
- Asthma (234 sachverwandte Artikel),
- Diabetes mellitus (11 sachverwandte Artikel),
- Folgeerkrankungen (4 sachverwandte Artikel),
- Aktionen (1 sachverwandte Artikel),
- Themenübersicht
Weitere Artikel
- 26.07.09: Depression verstärkt Neigung zu Asthma
- 01.07.09: Auf Reisen sollten Asthmatiker einen ...
- 28.06.09: Check-up vor dem Tauchurlaub
- 20.03.09: Zimmerpflanzen filtern Formaldehyd aus ...
- 13.03.09: Verbesserte Lebensqualität für Patienten mit ...
- 04.03.09: Apotheker schaffen Vertrauen
- 27.02.09: Verbesserte Versorgung bei allergischem Asthma ...
- 17.12.08: Allergie- und Asthmabund mahnt zu sparsamem ...
- 12.12.08: Asthmatiker haben es im Winter besonders ...
- 07.12.08: Schwangere mit Asthma können zu bestimmten ...
- 07.12.08: Hilfe bei kälteinduziertem Asthma
- 01.12.08: Wenn Putzen den Atem raubt
- 28.11.08: Jeder dritte Asthmatiker macht Fehler beim ...
- 17.11.08: Asthmakranke Kinder mit skeptischen Eltern ...
- 26.09.08: Grippeviren - zusätzliche Gefahr bei Asthma ...
- 31.07.08: Vor dem Urlaub Reiseapotheke kontrollieren
- 31.07.08: Rund fünf Millionen Asthmatiker durch schwere ...
- 11.06.08: „Gesunder Darm – gesunder Mensch“
- 10.06.08: Allergiker auf Reisen
- 09.06.08: Asthma und COPD – Warum hat jeder Betroffene ...
- 29.04.08: Interview zu dem Thema „Asthma und Sport“
- 28.04.08: Schmerzmittel nur mit Beratung einnehmen
- 21.04.08: Bei chronischen Lungenerkrankungen an ...
- 15.04.08: Pneumologie 2008: Das Projekt "Gleiche Chancen ...
- 09.04.08: Blasmusik hilft gegen Asthma
- 07.04.08: Gut geschult leichter atmen - Viele Asthma- ...
- 11.02.08: Bessere Asthmatherapie durch regelmäßige ...
- 06.02.08: Urlaub: Die Allergie fährt mit
- 25.01.08: Volkskrankeit: Atemwegserkrankungen
- 24.01.08: Gut durch den Winter trotz chronischer ...
- 23.01.08: Rasch wirksame Asthmasprays nicht regelmäßig ...
- 01.10.07: Der akute Asthma-Anfall und seine Behandlung
- 21.09.07: Atemnot auf Knopfdruck - Erhöhtes ...
- 15.09.07: Gemeinsamer Bundesausschuss vereinfacht die ...
- 10.09.07: Keine Angst vor Lungensport
- 19.06.07: Allergie: Besserer Urlaub durch ...
- 25.05.07: Verreisen mit COPD oder Asthma – ein Problem ...
- 10.05.07: Heuschnupfen kann mit Nahrungsmittel-Allergien ...
- 03.04.07: Hausstaubmilben: Im Bett einsperren
- 30.03.07: Bei Asthma lieber nicht auf Gas kochen
- 28.03.07: Sport und Asthma: Kein Gegensatz!
- 28.03.07: Tipps und Tricks für sportliche Asthmatiker:
- 28.03.07: Leistungssport trotz Asthma
- 27.03.07: Selbsthilfegruppe Asthma und Allergie gibt ...
- 26.03.07: Gebirgsluft tut Asthmatikern gut
- 26.03.07: Asthma und COPD – Moderne Therapiestandards ...
- 23.02.07: Paddelabenteuer für Asthma-Kids
- 22.12.06: So kommen Asthmatiker gut durch den Winter
- 09.11.06: DAAB e.V.: Die Heilkraft der Stimme – Singen ...
- 08.09.06: Kranke Kinder: Wenn das Leben ruft