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So kommen Asthmatiker gut durch den Winter

22.12.06.

Der Herbst geht, der Winter kommt – und mit ihm auch die Erkältungen. Im Winter sind besonders Asthmatiker gefährdet, denn bei ihnen können Erkältungen Asthma-Anfälle auslösen. Aber mit einer guten medikamentösen Einstellung sowie unter Beachtung einiger einfacher Regeln kommen auch Asthmatiker gut durch den Winter. Bei der Vorbeugung von Erkältungen spielt auch das richtige Raumklima eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Frau beim Inhalieren

DAK

Erst einmal können Asthmatiker mit allergischem Asthma im Winter aufatmen, denn sie haben endlich Ruhe vor Pollenflug und Asthma-Symptomen. Aber in der kalten Jahreszeit lauern auch Gefahren. Zum einen sollten sich Asthmatiker vor Erkältungen schützen, denn Husten und Schnupfen können zu einer Verschlechterung des Asthmas führen. Zum anderen bergen die winterlichen Temperaturen ein Risiko. Löst Kälte einen Asthma-Anfall aus, spricht man vom sogenannten kälteinduzierten Asthma. Kälte kann durch eine Reizung der Atemwege zu einer Verengung derselben führen. Kälteinduziertes Asthma tritt bei den Betroffenen in den seltensten Fällen als alleinige Asthmaform auf. Meistens führen niedrige Temperaturen bei Personen mit Belastungsasthma, allergischem Asthma oder Medikamentenallergie zu kälteinduziertem Asthma. Wintersport ist dabei ein besonderes Problem. Sogar Profis haben häufig eine bronchiale Überempfindlichkeit oder zeigen Asthma-Symptome. Am schlimmsten ist dies in Gebieten, in denen es besonders kalt und trocken ist.

Erkältungen vorbeugen

Vor Erkältungen sollten sich Asthmatiker besonders schützen. Viren können sich in der im Winter eher trockenen Schleimhaut einnisten und vermehren. Dies ist unter anderem davon abhängig, in welcher körperlichen Verfassung sich der Betreffende befindet. Wer beispielsweise starkem Stress ausgesetzt ist, dessen Immunsystem ist geschwächt und er ist somit anfälliger für Infekte. Zusätzliche Faktoren, die eine Erkältung begünstigen können, sind Unterkühlung, klimatisierte und beheizte Räume, Zigarettenrauch und ein unregelmäßiger Lebensrhythmus. Asthmatiker sollten deshalb auf folgende Punkte achten:

  • mit der richtigen Kleidung regelmäßig an die frische Luft gehen
  • mit dem behandelnden Arzt über die Wintersportart der Wahl sprechen
  • Lungenfunktion durch regelmäßiges Training stärken
  • Nasenatmung wärmt die Atemluft vor und reizt die Atemwege dadurch weniger
  • Immunsystem stärken durch Vitamin C-reiche Ernährung sowie geregelten Tagesablauf mit wenig Stress
  • ausreichend trinken: 2-3 Liter pro Tag (Wasser oder Kräutertee)
  • auf richtige Zimmertemperatur und gutes Raumklima achten
  • regelmäßige Einnahme der verordneten Medikamente

Stichwort: Raumklima

Im Winter verbringen die Menschen die meiste Zeit in beheizten Innenräumen. Die in der Regel erwärmte, trockene Raumluft hat jedoch negative Auswirkungen auf die Gesundheit: Sie führt zu trockenen Schleimhäuten im Bereich der Augen und der oberen Atemwege. So können Krankheitserreger leichter in den Organismus eindringen und eine Erkältung auslösen. Dies ist dann besonders für Asthmatiker problematisch. Es gibt jedoch einfache Maßnahmen zur Verbesserung des Raumklimas: Der wichtigste Punkt ist hierbei richtiges Lüften. Die Wohnung sollte mehrmals am Tag gelüftet werden, zumindest aber morgens und abends. Dabei sollten die Fenster für fünf bis zehn Minuten weit geöffnet werden (Stoßlüftung). Die häufig angewandte längerfristige Kippstellung der Fenster ist uneffektiv und verschwendet nur Energie. Die Luft muss quer durch die Wohnung zirkulieren können. Es sollte bei jedem Wetter gelüftet werden, dabei gilt: Je niedriger die Raumtemperatur, desto häufiger muss gelüftet werden, damit kein Schimmelpilzbefall entsteht. Die Luft in beheizten Räumen darf nicht zu trocken sein. Behelfen kann man sich zusätzlich mit einem Raumbefeuchter.

Die richtige Raumtemperatur für jeden Wohnbereich

Zu einem guten Raumklima zählt auch die Raumtemperatur. In Küche und Wohnzimmer sollte die Temperatur ca. 20° C betragen. Für das Badezimmer sind 21°C optimal und im Schlafzimmer sollten tagsüber 18, nachts 16°C herrschen. Auch wenn man sich nicht in der Wohnung aufhält, sollte die Heizung nie ganz ausgeschaltet werden, damit die Wohnung nicht zu sehr auskühlt. Richtig belüftete und beheizte Räume sind gut gegen Schimmelpilzbefall gewappnet. Schimmelpilze können bei Asthmatikern allergische Reaktionen auslösen. Deshalb sollte nach dem Duschen und Baden sowie nach dem Kochen und Putzen gelüftet werden, damit so der Wasserdampf abziehen kann, denn die Schimmelpilze lieben Feuchtigkeit.

Erste Anzeichen bekämpfen

Werden die ersten Anzeichen einer Erkältung bemerkt, kann der Krankheitsverlauf mit einigen Tricks abgekürzt werden. Günstig sind heiße Bäder, Nasenspülungen und Inhalationen. Als Zusätze können verschiedene ätherische Öle verwendet werden. Allerdings müssen Asthmatiker aufpassen, denn durch die ätherischen Öle kann es zu allergischen Reaktionen oder sogar zur Verschlimmerung der Beschwerden kommen. Der Arzt sollte bei Erkältungssymptomen zur Kontrolle der Lunge aufgesucht werden, damit Schlimmeres verhindert wird. Er kann dann auch entscheiden, ob und wie medikamentös gegen die Erkältung vorgegangen wird.

Miriam Funk

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