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Atemphysiotherapiegeräte – Lungentraining für zu Hause

Besonders für Menschen mit chronischen Lungenkrankheiten wie COPD ist eine Atemtherapie wichtig. Denn mit deren Hilfe kann die Leistungsfähigkeit erhalten bzw. gebessert werden. Hierfür gibt es spezielle Atemphysiotherapiegeräte, die sich Patienten von Haus- oder Lungenfachärzten für zu Hause verschreiben lassen können.

Die Atemphysiotherapie wird häufig im Rahmen einer Rehabilitation durchgeführt. Fachkliniken bieten diese stationär oder ambulant an. Speziell hierfür ausgebildete Physiotherapeuten führen die Übungen mit den Patienten durch. Aber auch einzelne Physiotherapeuten haben sich mit entsprechenden Zusatzausbildungen spezialisiert und bieten atemphysiotherapeutische Schulungen für Lungenpatienten an. Ziel der Atemphysiotherapie ist es, mit der Atmung zusammenhängende Störungen zu beseitigen. Der Schleim soll leichter abgehustet, die Lungenfunktion bessert und die Atemmuskulatur gestärkt werden. Des Weiteren werden Hust- und Atemtechniken vermittelt und die Betroffenen unterrichtet, wie sie selbstständig atemgymnastischen Kraft- und Dehnübungen durchführen können. Zudem erlernen die Patienten den Umgang mit Atemphysiotherapiegeräten, sodass sie die Techniken und Übungen allein zu Hause durchführen können.

In- und exspiratorische Lungentrainer

Atemphysiotherapiegeräte sollen die Atemmuskulatur trainieren. Generell werden zwei Arten von Lungentrainer unterschieden: der inspiratorische Lungentrainer, bei dem das Einatmen trainiert wird, und der exspiratorische Lungentrainer, mit dem man das vollständige Ausatmen übt. Letzterer ist besonders für COPD-Patienten geeignet, da deren Lunge und oberen Atemwege es nicht mehr schaffen, die Luft komplett auszuatmen. Dadurch bleibt bereits verbrauchte Luft in der Lunge zurück, wodurch beim folgenden Atemzug weniger frische Luft einströmen kann. Es kommt zur Atemnot. Der inspiratorische Lungentrainer kann bei Menschen mit COPD zusätzlich eingesetzt werden. Vorher sollten jedoch meist gute Werte an einem exspiratorischen Lungentrainer erreicht werden.

Das Lungentraining an dem Atemphysiotherapiegerät sollten Patienten mit einem Pneumothorax nicht durchführen, da dies zu einem Rückfall führen könnte. Bei dieser Erkrankung sammelt sich Luft in der spaltförmigen, zwischen den beiden Blättern des Brustfells liegenden Körperhöhle an. Im Zweifelsfall sollte der behandelnde Arzt um Rat gefragt werden, denn bei unsachgemäßer Anwendung oder wenn Gegenanzeigen vorhanden sind, kann Lungentraining gefährlich werden.

Zusätzlich zum Training der Atemmuskulatur können exspiratorische Lungentrainer zähen Schleim lösen. Dieser sitzt meistens in den Bronchien und verengt die Atemwege. Die Flimmerhärchen, die sich in der Atemwegsschleimhaut befinden, werden durch die ständige Reizung gestört und schaffen es nicht mehr, den Schleim abzutransportieren. Wird dieser jedoch nicht entfernt, können sich leicht Bakterien einnisten und schwere Infektionen verursachen. Durch die Vibration der exspiratorischen Atemtherapiegeräte wird der zähe Schleim gelöst und kann von den Betroffenen abgehustet werden. Besonders geeignet hierfür sind sog. PEP-Systeme.

PEP-Systeme

Die Abkürzung „PEP“ steht für „Positive Expiratory Pressure“, also einen positiven Druck, der beim Ausatmen in das Gerät entsteht. Dieser positive Druck sowie die schleimlösenden Vibrationen können auf verschiedene Wege entstehen. Eine Möglichkeit ist, diese z. B. mithilfe einer Kugel mit spezifischem Gewicht zu erzeugen. Atmet der Patient in das Gerät aus, wird diese zunächst angehoben und fällt anschließend aufgrund ihres eigenen Gewichtes wieder nach unten. Dies erzeugt Vibrationen, die schleimlösend wirken. Die Atemmuskulatur wird durch den leichten Widerstand, der durch das Ausatmen gegen die Kugel zustande kommt, trainiert.

Eine andere Möglichkeit sind sog. oszillierende Geräte. Im Inneren dieser Lungentrainer befindet sich ein Ventilschlauch, der durch die Biegung der Röhre geknickt ist. Atmet der Patient nun langsam über das Mundstück in diesen Schlauch aus, beginnt er zu flattern. Die Wirkweise beruht also auf Schallwellen und Druckschwankungen, die in der Phase des ansteigenden Drucks die Bronchien erweitern. In der Phase des abfallenden Druckes verengen sich diese wieder. Durch das ständige Erweitern und Verengen werden die Bronchien massiert. Dies löst den zähen Schleim. Er kann nun leichter abgehustet werden.

Atemtherapeutische PEP-Geräte sind i. d. R. erstattungsfähig. Wichtig ist jedoch, dass ein Betroffener, dem der Arzt ein solches Gerät verordnet, sich von fachkundigen Menschen die richtige Anwendung zeigen lässt. Empfehlenswert ist auf jeden Fall eine Atemtherapie, in der der Umgang mit den Geräten unterrichtet wird. Die Therapie kann durch einen Haus- oder Lungenfacharzt verordnet werden. Die Kosten trägt i. d. R. die gesetzliche Krankenkasse.

Quelle: COPD und Asthma 1/2015

25.06.15

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