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Atemwegserkrankungen bei Kindern

Akute Atemwegserkrankungen

Zu den akuten Atemwegserkrankungen gehören:

  • Erkältung (grippaler Infekt): Im Jahr erkranken Kleinkinder durchschnittlich bis zu zehnmal an einem grippalen Infekt.
  • Mandelentzündung (Tonsillitis), Kehlkopfentzündung (Laryngitis), Rachenentzündung (Pharyngitis): Akute Entzündungen des Nasenrachenraums zählen zu den häufigsten Erkrankungen.

Akute Atemwegserkrankungen werden i. d. R. symptomatisch behandelt, z. B. mit hustenreizstillenden Arzneimitteln. Bei bakterieller Besiedelung verschreibt der Arzt auch ein Antibiotikum.

Aber auch weniger harmlose Erkrankungen zählen zu den akuten Atemwegsinfekten:

  • Echte Grippe (Influenza): Nach dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte erkranken in einer Saison etwa 20 % bis 30 % aller Kinder an der echten Grippe. Das Sterberisiko bei Kleinkindern unter zwei Jahren ist erhöht und für sie wird wie bei anderen Risikogruppen, z. B. chronisch Kranken, eine Impfung empfohlen, die einmal im Jahr aufgefrischt werden muss.
  • Akute Bronchitis
  • Lungenentzündung (Pneumonie): Besonders betroffen sind Neugeborene, Säuglinge und Kleinkinder, da ihr Immunsystem noch nicht ausgereift und dadurch anfälliger für die Erreger ist. In den Industrienationen erkranken nach dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte im Jahr etwa 2,6 Millionen Kinder unter fünf Jahren. Etwa 1,5 Millionen müssen stationär behandelt werden und ca. 3.000 versterben. Daher ist es wichtig, so schnell wie möglich mit der Therapie zu beginnen, in fast allen Fällen mit einer Antibiotikatherapie.

Chronische und akute Bronchitis

Eine Bronchitis ist bei Kindern und Jugendlichen keine Seltenheit, besonders in den Wintermonaten. Von einer Bronchitis spricht man, wenn die Schleimhaut, die die Bronchien auskleidet, entzündet ist. I. d. R. ist der Infekt nach spätestens zwei Wochen verschwunden. Tritt er jedoch häufiger im Jahr auf und dauert länger, spricht man von einer chronischen Bronchitis. Typisches Symptom ist trockener Husten, später mit Auswurf. Fieber bzw. eine erhöhte Temperatur tritt meistens nur am Anfang der Erkrankung auf. Therapiert wird die akute Bronchitis mit schleimlösenden Medikamenten. Im Falle einer chronischen Bronchitis muss auch der Auslöser behandelt werden. Kinder unter drei Jahren erkranken oft an einer obstruktiven Bronchitis. Die Atmung der Kleinen ist – ähnlich wie bei einem Asthmakranken – erschwert. Durch die Schädigung wird die Bronchialwand dünner, wodurch die kleinen Bronchien den Druck im Brustraum, der beim Ausatmen entsteht, nicht mehr aushalten können. Sie fallen in sich zusammen. Kinder mit obstruktiver Bronchitis atmen mit einem typischen, pfeifenden Geräusch aus. Ein Teil der Kinder erkrankt im Lauf ihres Lebens an Asthma. Behandelt wird die obstruktive Bronchitis mit schleimlösenden sowie bronchienerweiternden Arzneimitteln.

Mukoviszidose

Mukoviszidose ist laut Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte die häufigste angeborene Stoffwechselkrankheit in Deutschland. Etwa eines von 2.000 Neugeborenen leidet unter der unheilbaren Erbkrankheit. Bundesweit sind das etwa 8.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Ursache der Mukoviszidose ist ein Gendefekt, wodurch ein Kanal für den Transport der Chlorid-Teilchen beschädigt ist. Der Defekt bewirkt, dass die Salzteilchen in der Zelle verbleiben und beeinflusst die Menge der anderen Salzteilchen sowie den Wasserhaushalt. All dies führt letztendlich dazu, dass der Schleim, der sich beispielsweise in der Lunge befindet, zäh wird.

Betroffen sind alle Organe, die auf den Kanal angewiesen sind, u. a. Lunge, Bauchspeicheldrüse, Schweißdrüsen, Leber, Niere sowie Geschlechtsorgane. Die häufigsten Symptome sind ein chronischer, meistens produktiver Husten, Verdauungsprobleme und Untergewicht. Da der zähe Schleim in den Bronchien ein guter Nährboden für Bakterien ist, können leicht Entzündungen in den oberen Atemwegen oder in der Lunge entstehen. Mukoviszidose ist nicht heilbar. Das Therapieziel ist daher, den Betroffenen ein möglichst normales Leben zu ermöglichen. Bei der Behandlung werden neben der Inhalationstherapie auch Ernährungsberatung, Physio- und Sporttherapie sowie psychologische Unterstützung eingesetzt.

Asthma bei Kindern

Bundesweit leiden etwa 8 % bis 10 % der Heranwachsenden an Asthma. Damit gehört die Atemwegserkrankung zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen verschwinden die Asthma-Symptome in der Pubertät – die Atemwege allerdings bleiben ein Leben lang überempfindlich. Ca. ein Drittel erkrankt im Erwachsenenalter wieder an Asthma. Typische Symptome sind eine erschwerte Atmung – insbesondere Ausatmung mit pfeifenden Atemgeräuschen – Brustenge und Husten. Eltern sollten aufmerksam werden, wenn ihr zwei- bis fünfjähriges Kind häufig an Entzündungen der Bronchien erkrankt und es anschließend für längere Zeit erschwert und/oder pfeifend atmet. Manche Kinder leiden auch nur an einem trockenen und quälenden Husten (Bronchitis) als einzigem Symptom oder bekommen nur beim Sport Asthmaanfälle.

Therapieziel ist, Anfälle sowie Spätschäden zu vermeiden. Die Behandlung sollte die Muskulatur entkrampfen, die Entzündung der Schleimhaut in den Bronchien reduzieren, die Überempfindlichkeit und die Bildung von zähem Schleim verringern. Gegen die Atemnot erhalten Kinder mit Asthma einen kurz wirksamen Bronchodilatator. Dieser wird bei Bedarf eingenommen und erweitert die Bronchien. Kortison beeinflusst die Entzündung der Bronchialschleimhaut und wird vom Arzt ab einem leichtgradig persistierenden Asthma verordnet.

Quelle: COPD und Asthma 4/2016

18.01.17

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