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Atemwegsinfektionen vorbeugen

Infekte der Atemwege können für Menschen mit Lungenerkrankungen gefährlich werden. Daher ist es wichtig, rechtzeitig vorzubeugen.

Bei Erkältungskrankheiten, sog. grippalen Infekten, handelt es sich um Infektionen der oberen Atemwege. Sie treten meistens in der kalten Jahreszeit auf. Aber auch im Sommer kann man sich anstecken. Typische Beschwerden dieser wohl am häufigsten vorkommenden Atemwegsinfektion sind Frösteln, Husten, Schnupfen, Halsschmerzen und Heiserkeit. Verursacht werden die Erkältungskrankheiten in den meisten Fällen durch Viren. Riskofaktoren für einen schweren Verlauf sind u. a. chronische Erkrankungen. So sind bei bis zu 40 % der akuten Asthmaanfälle oder COPD-Exazerbationen virale Infektionen der oberen Atemwege beteiligt. In der Umgangssprache werden Erkältungskrankheiten häufig fälschlicherweise als „Grippe“ bezeichnet. Die echte Grippe, medizinisch auch als Influenza bezeichnet, ist eine schwere Erkrankung und tritt seltener als grippale Infekt auf. Typische Symptome sind hohes Fieber, Husten, Kopf- und Muskelschmerzen. Gefährdet sind besonders kranke und immunschwache Menschen, für die eine Infektion sogar lebensbedrohend sein kann. Verursacher der „echten Grippe“ sind Viren.

Bei einer akuten Bronchitis handelt es sich um eine Entzündung der Atemwege, die i. d. R. durch Viren verursacht wird. Bei einer Lungenentzündung oder Pneumonie ist das Lungengewebe entzündet. Neben Bakterien oder Viren kann sie auch durch Pilze oder durch eingeatmete Reizgase (z. B. Chlorgas), Rauchgas oder durch eine Strahlentherapie verursacht werden.

Unterschied zwischen Viren und Bakterien?

Viren sind keine Lebewesen, sondern Krankheitserreger, die nur aus Erbmaterial und einer schützenden Eiweißhülle bestehen. Da sie keinen eigenen Stoffwechsel besitzen, benötigen sie andere Zellen, sog. Wirte, um sich zu vermehren. Hierfür dringen sie in die Wirtszelle ein und programmieren diese so um, dass Viren hergestellt werden. Die Infektion erfolgt entweder über die Luft z. B. beim Husten oder Sprechen (Tröpfcheninfektion) oder durch direkten Kontakt z. B. beim Händeschütteln oder Küssen. Die Behandlung einer viralen Infektion ist aufgrund des fehlenden Stoffwechsels schwierig. Bei schwereren Erkrankungen kann der Arzt Virusstatika verordnen. Diese Medikamente hemmen die Vermehrung der Viren. Begleiterscheinungen wie Husten und Schnupfen können mit Arzneimitteln, die in der Apotheke ohne Rezept erhältlich sind, gelindert werden.

Bakterien dagegen sind Lebewesen, die aus nur einer Zelle bestehen. Sie haben einen eigenen Stoffwechsel und können sich selbst vermehren. Bakterien findet man überall, viele sind sogar für den Menschen nützlich. Darmbakterien beispielsweise helfen bei der Verdauung. Es gibt jedoch auch Bakterien, die bei Kontakt Krankheiten auslösen. Eine Übertragen erfolgt wie bei den Viren entweder durch die Luft oder durch den direkten Kontakt. Bakterielle Infekte werden mit Antibiotika behandelt, die das Wachstum hemmen oder diese abtöten.

Grippe- und Pneumokokkenimpfung

Eine der wirksamsten Vorbeugemaßnahmen gegen die „echte Grippe“ ist die Grippeschutzimpfung. Besonders Menschen mit Atemwegserkrankungen, aber auch Senioren über 60 Jahre und Personen, die mit vielen Menschen in Kontakt kommen, sollten sich am besten im Oktober oder November, gegen Influenzaviren, die Auslöser der „echten Grippe“, impfen lassen. Der Schutz tritt nach etwa zwei Wochen ein. Da sich die Viren ständig verändern, muss die Impfung jährlich durchgeführt werden. Zu Beachten ist, dass eine Grippeimpfung nicht vor einem grippalen Infekt schützen kann.

Pneumokokken sind Bakterien, die verschiedene Erkrankungen wie Lungenentzündung verursachen können. Empfohlen wird die Impfung vor allem für ältere Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen, um eine schwerwiegenden Verlauf einer Lungenentzündung vorzubeugen. Die Impfung wird einmalig verabreicht.

Weitere Vorbeugemaßnahmen

Die Vorbeugemaßnahmen sollen das Immunsystem und damit auch die Abwehrleistung des Körpers stärken. Saunabesuche (einmal pro Woche), eine vitaminreiche Ernährung, wenig Stress und viel Bewegung an der frischen Luft sollen dabei helfen, das Risiko für einen grippalen Infekt zu senken. „Besonders empfehlenswert sind Spaziergänge zweimal täglich für 20 bis 30 Minuten“, sagt Prof. Harald Morr, Ehrenvorstand der Deutschen Lungenstiftung im Gespräch mit Lungenärzte im Netz. „Demgegenüber müssen sog. „Couch-Potatoes“ aufgrund ihres ausgeprägten Bewegungsmangels mit einer überdurchschnittlichen Infekthäufigkeit rechnen, also mit mehr als zwei bis drei Infekten der oberen Atemwege pro Jahr. Andererseits ist übermäßige Muskelaktivität auch nicht gut. Nach extremer körperlicher Verausgabung steigt nämlich die Gefahr, an einem Atemwegsinfekt zu erkranken.“

Neben dem Verzicht auf das Rauchen und dem Meiden von großen Mengen Alkohol eignet sich laut Deutscher Lungenstiftung auch das Inhalieren von Sole zur Vorbeugung von Atemwegsinfekten. Grund hierfür ist, dass durch das Einatmen die Atemwegsschleimhaut besser befeuchtet und durchblutet wird, was wiederum den natürlichen Selbstreinigungsmechanismus der Atemwege bessert. „Demzufolge schlagen die Flimmerhärchen in der Schleimhaut der Atemwege schneller, Fremdstoffe und Krankheitserreger werden effektiver aus den Atemwegen herausbefördert. Gleichzeitig löst sich der Schleim besser, was das Abhusten erleichtert. Daher werden Atemwegspatienten auch Aufenthalte an der See oder in Salzheilstollen empfohlen“ sagt Prof. Morr.

Quelle: COPD und Asthma 2/2016

29.07.16

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