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Autofahren und Fahrradfahren mit Allergien

Eine laufende Nase, Augenjucken und Niesreiz – im Frühjahr und Sommer leiden viele Menschen unter Heuschnupfen. Auf den ersten Blick erscheinen die Beschwerden als lästig, aber ungefährlich. Problematisch wird eine allergische Attacke allerdings, wenn sie während des Autofahrens auftritt und damit das Unfallrisiko steigt. Um dieses Risiko zu minimieren, rät der ADAC folgendes:

  • Medikamente gegen Allergien (z. B. Antihistaminika) können müde machen oder die Konzentration negativ beeinflussen. Daher sollten sie bereits am Abend vorher eingenommen werden.
  • Zum Schutz vor Allergenen sollten Betroffene während des Fahrens die Klimaanlage stets eingeschaltet und die Fenster – wenn möglich – geschlossen lassen.
  • Da sich im Innenraum oft Allergene und Pollen festsetzen, sollten diese regelmäßig gereinigt und Sitze sowie Teppiche abgesaugt werden.
  • Pollenfilter befreien die Luft von Gerüchen, Kraftstoffpartikeln sowie Pflanzenpollen. Damit diese jedoch bestmöglichst funktionieren, sollten sie regelmäßig gereinigt werden. Betroffene mit Pollenallergie sollten die Pollenfilter doppelt so oft gewechselt werden wie es in der Betriebsanleitung angegeben ist. Bei vielen Automodellen entspricht dies einem halbjährlichen Turnus.

Pollenfilter ist nicht gleich Pollenfilter

Herkömmliche Partikelfilter sieben Pollen, Straßenstaub, den Abrieb der Reifen sowie Industriestäube aus der Luft heraus. Kombifilter haben zusätzlich noch eine Aktiv-Kohleschicht, die auch Gerüche und schädliche Gase wie Benzol oder Ozon aus der Umgebungsluft filtert. Diese Substanzen werden in den labyrinthartigen Kanälen im Inneren des Filters gespeichert. Irgendwann sind diese Kanäle voll – die Kapazität des Filters ist erschöpft. Dies ist auch der Grund, warum dieser in bestimmten Intervallen erneuert werden muss.

Innenraumausstattung

Doch nicht nur Pollen von Außen, sondern auch die im Fahrzeug verbauten Materialien können allergische Reaktionen verursachen. So können Betroffene empfindlich auf Lenkrad, Sitzbezüge oder Armaturenverkleidungen reagieren. Man vermutet, dass die Kunststoffbauteile bei Hitze chemische Substanzen freisetzen, die Hautreizungen auslösen können. Aus diesem Grund versuchen einige Autohersteller die Allergenbelastung neben dem Pollenfilter im Innenraum ihrer Autos zu reduzieren, indem sie – neben dem Einbau von Pollenfilter – auch bestimmten Stoffe in dem Fahrzeug vermeiden. Hierfür arbeiten sie beispielsweise mit Fachorganisationen zusammen und können mit Auszeichnungen wie dem ECARF-Siegel der Europäischen Stiftung für Allergieforschung oder dem TÜV-Prüfsiegel „Allergie getesteter Innenraum“ aufwarten.

Fahrradfahren mit Allergie – geht das?

Lange war man der Meinung, dass körperliche Anstrengung für Betroffene gefährlich ist. Inzwischen dominiert die Sichtweise, dass bei Allergie und Asthma Training sinnvoll ist. Denn Sport fördert zum einem die Durchblutung und erleichtert das Abhusten von zähem Schleim, zum anderen kann er den Teufelskreis aus Angst vor Atemnot – Vermeiden von Anstrengungen – Abnahme von Belastungsfähigkeit – Atemnot bei immer geringerer Belastung durchbrechen. Für Asthmatiker besonders geeignet sind Ausdauersportarten mit gleichmäßigen, wiederkehrenden Bewegungsabläufen wie beispielsweise Fahrradfahren. Hierdurch wird die allgemeine Ausdauer gestärkt.

Allerdings sollte man als Betroffener vor und beim Sport einige Vorkehrungen treffen, damit man diesen möglichst unbeschwert genießen kann:

  • Sprechen Sie vor dem ersten Training mit Ihrem Arzt. Dieser wird Ihnen genau erläutern, welche Medikamente in welcher Dosis vor dem Training einzunehmen sind, damit ein Belastungsasthma vermieden wird. Zudem erfahren Sie, was im Notfall zu tun ist.
  • Fahren Sie regelmäßig Rad. Einsteiger sollten darauf achten, die Sportart langsam zu beginnen. So gewöhnen Sie Ihren Körper an die Anstrengung und können die Belastung nach und nach steigern.
  • Wärmen Sie sich vor dem Fahrradfahren auf und fahren Sie am Ende der Belastung das Tempo langsam und schrittweise herunter.
  • Drosseln Sie das Tempo, wenn Sie außer Puste kommen. Vermeiden Sie Spitzenbelastungen und übertreiben Sie die Belastungsphasen nicht. Planen Sie regelmäßig Erholungsphasen ein und passen Sie die Intensität des Radfahrens immer ihrer momentanen Lungenfunktion an.
  • Verzichten Sie bei besonders starken Pollenflug auf Aktivitäten im Freien, die einen stark außer Puste bringen. Informieren Sie sich am besten schon am Vorabend vor der geplanten Radtour über die Pollenflugzeiten. Mit den richtigen Medikamenten ist eine mäßige Bewegung im Freien möglich.
  • Da an den Haaren – insbesondere wenn sie lang und lockig sind – nach dem Sport viele Pollen kleben, sollte man sich diese anschließend waschen. Auch an Kleidung befinden sich Pollen. Bewahren Sie diese aus diesem Grund außerhalb des Schlafzimmers auf.

Quelle: COPD und Asthma 1/2017

02.05.17

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