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Barrierefreies Wohnen erhält die Selbstständigkeit bei COPD

Fortschreitende Lungenerkrankungen wie COPD führen im Verlauf meist zu einer stärkeren Einschränkung der Leistungsfähigkeit. Das erschwert den Alltag. Gerade für die Lebensqualität spielen Mobilität und Selbstständigkeit eine große Rolle. Auch Menschen mit chronischen Erkrankungen möchten sich ihre Unabhängigkeit so lange wie möglich bewahren. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist eine weitgehend barrierefreie Umgebung.

Die Wohnumgebung mit bedenken

Viele Maßnahmen zur Barrierefreiheit sind schnell durchführbar und kostengünstig, andere müssen langfristig geplant werden. Dabei sollte der Sicherheitsaspekt nicht unterschätzt werden, denn er führt zu einer deutlichen Steigerung des Wohlbefindens in den eigenen vier Wänden. Die Planungen sollten schon frühzeitig in Angriff genommen werden – solange die Erkrankten sich körperlich noch in der Lage fühlen, einen Umzug oder bauliche Maßnahmen selbst mit zu gestalten. Auch wenn sich die Beschwerden zu Beginn nur schleichend weiter entwickeln, erweisen sich kleine Alltagshilfen als sinnvoll, um die Einschränkungen auf ein Minimum zu reduzieren.

Schon beim Aussuchen des Wohnumfeldes sollte nach Möglichkeit mit bedacht werden, dass zu einem späteren Zeitpunkt Rollator oder Rollstuhl notwendig werden können. Daher sollte eine zentral liegende Wohnung oder alternativ die gute Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln selbstverständlich sein. Grünanlagen, Geschäfte und soziale Einrichtungen in erreichbarer Nähe sind wegen der verringerten körperlichen Belastbarkeit hilfreich. Zweckmäßig sind außerdem – sofern kein ebenerdiges Wohnen möglich ist – Aufzüge oder Treppenlifte. Übergangsweise können allerdings auch Sitzgelegenheiten auf Treppenabsätzen eingerichtet werden zum Ausruhen bei Atemnot.

Technische Hilfen und Umbauten

Die Wohnung selbst sollte vor allen Dingen ausreichend Platz und breite Türen haben, um sich mit Rollator und Rollstuhl bewegen zu können. Dazu gehören auch schwellenfreie Übergänge zwischen den Räumen. Der Bodenbelag muss unbedingt rutschfest sein, beispielsweise durch spezielle Trittsicherheitsfliesen, die sowohl für Trockenbereiche als auch für Nassbereiche geeignet sind. Teppichränder, herumliegende Kabel oder herausragende Möbelkanten sind häufige Stolperfallen, die es zu beseitigen gilt. Relevant sind außerdem Steckdosen und Lichtschalter in ausreichender Menge und guter Erreichbarkeit. Die Möglichkeit, im Notfall rasch Hilfe holen zu können, sollte jederzeit gegeben sein. Besonders am Bett ist ein Hausnotrufsystem sinnvoll, weil sich die Beschwerden von COPD-Patienten häufig nachts verstärken und es zu akuter Atemnot kommen kann. Ein bequemes Bett mit elektrisch verstellbarem Lattenrost ist zweifellos bei Lungenerkrankungen unentbehrlich, doch auch an eine große Abstellfläche in Greifweite sollte gedacht werden. Sämtliche Schränke in der Wohnung sollten grundsätzlich leicht zugänglich sein. Dinge, die oft benutzt werden, können zur Erleichterung in erreichbarer Höhe in den Schränken platziert werden, für Kleiderschränke gibt es Kleider- bzw. Garderobenlifte.

In einigen Bereichen der Wohnung sind bauliche Veränderungen meist unvermeidlich. Arbeitsflächen, vor allem in der Küche müssen eventuell in der Höhe angepasst werden. Auf jeden Fall sollte die Möglichkeit gegeben sein, im Sitzen arbeiten zu können. Das Gleiche gilt für Spül- und Waschbecken. Sowohl in der Küche als auch im Badezimmer müssen demnach Sitzmöglichkeiten vorhanden sein, beispielsweise ein kleiner Hocker mit Trittleiter. Das Badezimmer stellt häufig die größte Herausforderung dar. Dabei sind Haltegriffe an Badewanne, Dusche oder WC noch die einfach einzubauenden Hilfen. Schwieriger wird es schon bei der Duschwanne, deren Einstieg entweder sehr flach oder noch besser ebenerdig gestaltet sein sollte. Sehr hilfreich sind auch Wandheizungen, die gleichzeitig als Handtuchtrockner in unterschiedlicher Höhe dienen. Nicht zu vernachlässigen ist die Barrierefreiheit von Balkon, Terrasse oder Garten. Diese heben die Lebensqualität enorm und sollten deshalb ohne fremde Hilfe jederzeit zugänglich sein. Ein fester Schutz gegen Sonne und Regen ist hier sinnvoll, Tischbeete oder Blumenkästen am Geländer können auch im Sitzen gepflegt werden.

Unterstützung bei der Planung

Da die Art der Erkrankung oder der Grad einer Behinderung sehr individuell ist, gibt es auch keine allgemeingültige Definition für barrierefreies Wohnen. Jede Einschränkung stellt besondere Anforderungen an die Gestaltung von Wohnung und Wohnumfeld. Unterstützung in der Planung erhalten Hilfesuchende teilweise bei örtlichen Wohnberatungsstellen, doch sind diese je nach Bundesland recht unterschiedlich gut ausgebaut. Einen sehr guten Überblick gibt es auf der Internetseite der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung. Hier haben sich bundesweit über 250 Wohnberatungsstellen und Wohnberater zusammengeschlossen.

Die jeweiligen Wohnberater helfen jedoch nicht nur bei der Planung, Durchführung und Begleitung der Maßnahmen, sondern informieren auch über mögliche finanzielle Hilfen. Für erforderliche, barrierefreie Umbauten gibt es vielfältige Fördermöglichkeiten. Verschiedene Rehabilitationsträger oder Integrationsämter übernehmen teilweise Kosten, ebenso wie die Pflegekassen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet in ihrem Förderprogramm „Altersgerecht Umbauen“ zinsgünstige Kredite oder Zuschüsse für barrierereduzierenden Umbau an. Sollten keine regionalen Beratungsangebote zur Verfügung stehen, kann man sich übrigens auch über die Online-Wohnberatung des Vereins Barrierefrei Leben weiter informieren lassen.

Quelle: COPD und Asthma 2/2017

13.09.17

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