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Begleiterkrankungen bei Asthma

Asthma ist eine chronische Erkrankung der Atemwege, die durch Medikamente recht gut kontrolliert werden kann. Dennoch zieht Asthma in manchen Fällen Begleit- und Folgeerkrankungen nach sich. Dazu gehören z. B. Sodbrennen oder Mundsoor, eine Pilzerkrankung, die durch die Behandlung mit Kortison ausgelöst werden kann.

Mit Asthma geht zudem häufig eine erhöhte Infektionsneigung einher. Oft dauern Erkrankungen der Atemwege bei Asthma länger an. Insbesondere mit länger anhaltendem Husten sollten von Asthma Betroffene in jedem Fall zum Arzt gehen.

Asthma und Allergien

Auslöser des allergischen Asthmas sind sog. Allergene. Das sind alltägliche Stoffe, die bei Asthmakranken vom eigenen Immunsystem bekämpft werden. Über eine Kaskade von Reaktionen kommt es zu einer Verengung der Bronchien (allergische Frühreaktion) und etwa zwölf Stunden nach Allergenkontakt zur sog. Spätreaktion mit erneut Atemwegsverengungen, Entzündungsreaktionen sowie einer allgemeinen bronchialen Überempfindlichkeit. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist es, Auslöser zu vermeiden, z. B. bei einer Katzenhaarallergie den engeren Kontakt zu den Tieren vermeiden. Pollen- oder Hausstauballergiker können zwar den Auslösern nicht vollständig entgehen, jedoch gibt es einige Verhaltensmaßnahmen, die die Belastung reduzieren können, z. B. häufiges feuchtes Reinigen der Böden.

Heiserkeit und Mundsoor

Bei inhalativen Kortisonmedikamenten erreicht häufig weniger als 50 % des Wirkstoffs die Lunge. Der große Rest verbleibt im Mund und Rachenraum und erzeugt Heiserkeit. Helfen kann hier ein Spacer, da Koordinationsprobleme bei der Inhalation umgangen werden. Kortison unterdrückt die Immunabwehr und der in vielen Mündern befindliche Pilz Candida albicans kann sich vermehren. Es entsteht Mundsoor, die befallenen Stellen sind gerötet und von einem weißlichen Belag überzogen, der beim Abstreifen zu bluten anfangen kann. Die Betroffenen klagen über starke Beschwerden beim Essen und Trinken sowie häufig über Juckreiz. Behandelt wird Mundsoor durch die Einnahme eines Mittels gegen Pilze, einem sog. Antimykotikum. Um Mundsoor sowie Heiserkeit zu vermeiden, sollte man – egal ob man einen Pulverinhalator, ein Inhaliergerät oder Dosieraerosol verwendet – nach jeder Anwendung von Kortison-Spray seinen Mund gründlich ausspülen oder kurz gurgeln und die Flüssigkeit ausspucken. Wichtig: Zähneputzen allein reicht nicht aus. Um die Reste im Rachenraum zu entfernen, die sich auch nach dem Gurgeln oder Ausspülen noch im Mund befinden, sollte man anschließend etwas trinken oder eine Kleinigkeit essen.

Lungenembolie

Menschen mit schwerem Asthma, deren Mobilität aufgrund der Erkrankung eingeschränkt ist, und die zudem Kortisontabletten einnehmen, haben laut Deutscher Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin ein neunmal größeres Lungenembolierisiko als Menschen ohne Asthma. Eine lebensbedrohliche Lungenembolie entsteht, wenn ein Gerinnsel Adern, die für die Atmung wichtig sind, verstopft. „Wird eine große Lungenarterie verschlossen, kann es zu akutem Herzversagen und einem Sauerstoffmangel aller Organe kommen. Daher ist jede Lungenembolie potenziell lebensgefährlich und muss sofort mit Sauerstoff sowie den Blutpfropf auflösenden und blutgerinnungshemmenden Medikamenten behandelt werden. Wenn erste Anzeichen wie Schmerzen in der Brust, Kurzatmigkeit, beschleunigter Herzschlag (mehr als hundert Schläge pro Minute) und ggf. sogar Bluthusten auftreten, sollte sofort der Notarzt gerufen werden.“, erläutert Prof. Dieter Köhler.

„Ob Fernsehen, lange Zeit vor dem Computer oder im Auto oder Flugzeug: Langes Sitzen und die Aufnahme von zu wenig Flüssigkeit kann hinsichtlich einer möglichen Embolie gefährlich sein“, so Prof. Eckart Fleck, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung. Einer Lungenembolie kann mit Bewegung, reichlichem Wassertrinken und bequemer Kleidung vorgebeugt werden. Bei körperlicher Inaktivität sollten die blutgerinnungshemmenden Medikamente wie vom Arzt verordnet eingenommen werden. Des Weiteren sollte man prophylaktisch das Rauchen einstellen und entwässernde Getränke wie Alkohol oder Kaffee meiden.

Sodbrennen

Sodbrennen ist keine Erkrankung, sondern ein Symptom. Sodbrennen entsteht, wenn die scharfe Magensäure mit dem Speisebrei aus dem Magen in die Speiseröhre zurückfließt und dort die Schleimhaut angreift. Betroffene leiden unter einem brennenden, drückenden Schmerz im Brustraum, der auch mit Herzbeschwerden verwechselt werden kann. Menschen mit Asthma leiden etwa vier bis fünf Mal häufiger an Sodbrennen als Menschen ohne Asthmaerkrankung. Grund hierfür könnte die erschwerte Atmung sein. Durch diese ist der Druck auf die Speiseröhre sowie die Eigenspannung des Magenschließmuskels gestört. Umgekehrt kann aber auch ein häufiger Rückfluss des Mageninhaltes in die Speiseröhre die Entwicklung von Asthma begünstigen. Denn beim Aufstoßen werden sehr kleine Magensäuretröpfchen eingeatmet, wodurch die Atemwege mit Säure belastet werden. Als Folge ziehen sich die Bronchien reflektorisch zusammen und es kommt zu einem Asthmaanfall.

Gefördert wird Sodbrennen auch durch bestimmte Medikamente, z. B. Asthmasprays mit Beta-2-Sympathomimetika, da diese neben den Bronchien auch den Ösophagussphinkter entspannen. Dies ist ein ventilähnlicher Schließmuskel am Übergang von Speiseröhre zum Magen, der verhindert, dass die Nahrung aus dem Magen in die Speiseröhre gelangt.

Sodbrennen lässt sich jedoch vorbeugen, etwa durch mehrere kleine Mahlzeiten anstelle weniger großer, durch Verringerung von Übergewicht, regelmäßige sportliche Betätigung sowie dem Meiden von Speisen und Getränken, die vermehrt Sodbrennen auslösen (z. B. Kaffee).

Angst- und Panikzustände

Auch Ängste können Atemnot auslösen und Panik- und Asthmaattacken sind manchmal nicht leicht auseinanderzuhalten. Beide Erkrankungen können sich sogar gegenseitig hochschaukeln. So geht beispielsweise jemand, bei dem stickige Räume Panik auslösen, auch an Wintertagen lieber vor die Tür. Die eiskalte Luft jedoch kann einen Asthmaanfall begünstigen. Ein anderes Beispiel: Wenn Menschen mit Asthma aufgrund eines Panikanfalls verstärkt atmen, trocknet dies die Schleimhäute aus, sodass ein Asthmaanfall entstehen kann. Nehmen diese Menschen dann ihr Asthmaspray, erhöht sich ihr Herzschlag, wodurch die Angst gefördert wird. Die Psychotherapie hilft, diesen Teufelskreis zu durchbrechen und die Panik zu erkennen. Hilfreich kann es beispielsweise sein, unter fachkundiger Anleitung absichtlich zu hyperventilieren, um die Symptome der Panikattacke von einer Asthmaattacke unterscheiden zu lernen.

Vorbeugung schwerwiegender Erkrankungen

Menschen mit Asthma mit ihrer verstärkten Infektionsneigung haben ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen der Atemwege, insbesondere für Erkältungskrankheiten. Deshalb ist es sinnvoll, zur Erkältungszeit einige Vorsorgemaßnahmen zu treffen, z. B. das Immunsystem durch regelmäßige Bewegung, Aufenthalte im Freien und eine gesunde Ernährung zu stärken. Daneben sollten von Asthmatiker größere Menschenansammlungen zur Erkältungszeit wenn möglich meiden, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Dauert eine Erkältung länger als sieben Tage oder geht sie mit heftigen Atemwegssymptomen einher, sollten Menschen mit Asthma zum Arzt gehen, damit dieser bei Bedarf eine medikamentöse Behandlung einleiten kann. Ohnehin sind regelmäßige Arztbesuche für Asthmatiker unerlässlich, um zu überprüfen, ob das Asthma mit der bestehenden Medikation weiterhin unter Kontrolle ist.

Quellen:
COPD und Asthma 4/2016
allergikus 1/2016

15.02.17

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