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Begleiterkrankungen bei COPD erkennen und vorbeugen

COPD wird inzwischen als eine Systemerkrankung gesehen, die viele verschiedene Organe des Körpers betreffen kann. Häufig tritt sie zusammen mit anderen Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose, Diabetes melitus oder Depressionen auf.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Laut Deutscher Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) leiden zwei Drittel der COPD-Patienten an Bluthochdruck (Hypertonie), ein Drittel unter Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und jeder Fünfte unter Vorhofflimmern. Auch Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie) und Rechtsherzinsuffizienz sind mögliche Begleiterkrankungen der COPD. Grund für letztere ist folgender: Betroffene atmen häufig zu wenig Sauerstoff ein, wodurch ein Sauerstoffmangel (Hypoxie) entsteht. Dies führt dazu, dass Gefäßwände so umgebaut werden, dass das Blut aus der rechten Herzkammer gegen einen erhöhten Widerstand in die Lunge fließen muss. Als Reaktion verdickt sich die Muskelwand des Herzens. Mit der Zeit kann das Herz nicht mehr effizient arbeiten. Es entsteht ein sog. Lungenherz (Cor pulmonale).

Zu den beeinflussbaren Risikofaktoren für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen Rauchen, körperliche Inaktivität sowie eine ungesunde Ernährungsweise. Daher ist es wichtig, mit dem Tabakkonsum aufzuhören, sich gesund zu ernähren sowie sich zu bewegen.

Osteoporose

Knochen werden ständig auf-, um- und abgebaut. Während bei Kindern und jungen Erwachsenen der Knochenaufbau noch überwiegt, ist das Verhältnis zwischen Auf- und abbau etwa mit 30 Jahren ausgeglichen. Mit etwa 40 Jahren, so der Osteoporose Selbsthilfegruppen Dachverband (OSD), wird schließlich mehr Knochen ab als aufgebaut. Übersteigt der jährliche Knochenschwund den normalen Verlust spricht man von Knochenschwund oder Osteoporose. Die Folge sind brüchigere Knochen. Neben Rauchen, Untergewicht oder Bewegungsmangel beeinflusst auch eine COPD den Knochenstoffwechsel negativ. Grund hierfür ist die zugrunde liegende Entzündung. Aber auch bestimmte Medikamente wie orale Kortisonpräparate, die Patienten mit COPD einnehmen, verringern die Knochendichte. Zur Vorbeugung einer Osteoporose sollten Betroffene auf eine Kalzium- und Vitamin-D-reiche Ernährung achten, so Prof. Morr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lungenstiftung. Vor allem in Milchprodukten wie Hartkäse und Joghurt, aber auch in einigen Gemüsesorten wie Brokkoli und Grünkohl ist viel Kalzium enthalten. Fisch, Eier, Milch und Butter sind reich an Vitamin D. Zudem sollten Betroffene jeden Tag mindestens eine halbe Stunde nach draußen gehen. Denn der Körper kann das Vitamin D selbst aus Cholesterin herstellen, benötigt dazu aber Sonnenlicht. Phosphat und Oxalsäure, die u. a. in viel Fleisch, Schmelzkäse, Softdrinks oder schwarzem Tee enthalten sind, blockieren die Einlagerung von Kalzium in die Knochen und sollten daher gemieden werden. Auch ein Rauchverzicht und regelmäßige Bewegung können den übermäßigen Knochenschwund vorbeugen. Geeignet sind Sportarten, die die Muskulatur aufbauen, wie beispielsweise Krafttraining, aber auch Spazierengehen.

Diabetes mellitus

Jeder dritte COPD-Patient leidet auch an Diabetes mellitus, so die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Ursache der Stoffwechselkrankheit ist eine fehlende oder zu niedrige Produktion des Hormons Insulin. Der Mangel bewirkt, dass der Blutzuckerspiegel steigt. Wird Diabetes nicht oder nur unzureichend behandelt, kommt es zu Durchblutungsstörungen der kleinsten Blutgefäße, sog. Mikroangiopathien. Dies wiederum kann verschiedene Organe wie Augen oder Nieren schädigen. Auch Nervenschädigungen können auftreten. Bemerkbar machen sich diese u. a. durch eine verminderte Empfindung in den Füßen. Werden große Blutgefäße geschädigt (sog. Makroangiopathie), können die Koronare Herzkrankheit (Erkrankung der Herzkrangefäße) oder die periphere arterielle Verschlusskrankheit (Durchblutungsstörung der Extremitäten) entstehen. Das Risiko, an Diabetes zu erkranken, können COPD-Patienten verringern, indem sie auf das Rauchen verzichten, sich ausgewogen sowie gesund ernähren und sich ausreichend bewegen.

Harninkontinenz

Wie eine Umfrage in Deutschland und der Schweiz belegt, leiden ca. zwei von drei COPD-Patienten unter Harninkontinenz. Die Blasenschwäche wird dabei durch Husten begünstigt. Die Behandlung sollte sich nach der Ursache, der Schwere der Beschwerden sowie nach der jeweiligen Lebenssituation richten. Als Therapiemaßnahme, aber auch zur Vorbeugung kann ein gezieltes Beckenbodentraining infrage kommen. Allerdings sollten die Übungen unter fachkundiger Anleitung beispielsweise von Physiotherapeuten erlernt werden. Auch eine Beratung zum Trink- und Entleerungsverhalten kann manchmal sinnvoll sein, um Fehlverhalten zu vermeiden. In manchen Fällen hilft eine medikamentöse Therapie.

Depressionen, Angst- und Panikzustände

Viele Patienten leiden neben der COPD auch an psychischen Problemen wie Depressionen sowie Angst und Panik bei Atemnot. Häufig entwickeln Betroffene auch Furcht vor dem Fortschreiten der Erkrankung, sog. Progredienzängste. Ihnen stellt sich die Frage, wie es mit ihnen weitergeht. Auch End-of-Life-Ängste treten auf. Hiermit wird die Furcht vor der Endphase des Lebens bezeichnet. Viele Patienten machen sich beispielsweise Gedanken, wie sie sterben werden. Zudem führt die eingeschränkte Mobilität der Betroffenen dazu, dass diese sich aus dem Alltagsleben zurückziehen. Endpunkt ist die soziale Isolation, die Angst und Depressionen verstärken kann. Psychische Probleme verschlechtern die Lebenssituation und den Krankheitsverlauf der COPD-Betroffenen und müssen behandelt werden. Neben einer medikamentösen Therapie können auch Psychotherapie und der Austausch mit anderen Betroffenen in einer Selbsthilfegruppe helfen. Eine weitere Möglichkeit ist eine Verhaltens- und Trainingstherapie, die idealerweise während einer pneumologischen Rehabiltationsmaßnahme stattfindet. Betroffene können so u. a. den Umgang mit der Luftnot erlernen.

Quelle: COPD und Asthma 3/2015

15.10.15

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