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Begleiterscheinungen bei Diabetes

Menschen mit Diabetes leiden nicht nur unter der Krankheit selbst, sondern haben auch mit Folgeerkrankungen und Begleiterscheinungen zu kämpfen, z. B. Bluthochdruck und Inkontinenz.

Menschen mit Diabetes müssen sich nicht nur mit der richtigen Ernährung, der Zufuhr von Insulin, dem Zählen von Broteinheiten u. v. m. beschäftigen. Diabetes bringt auch zahlreiche Begleiterscheinungen mit sich. Dazu zählt etwa Bluthochdruck, der, laut Dr. Wolfgang Waldschütz, Wien, bei Patienten mit Diabetes eineinhalb- bis zweimal häufiger als bei Menschen ohne Diabetes auftritt. Bei Menschen mit Diabetes Typ 2 tritt Hypertonie (Bluthochdruck) sogar zweieinhalbmal häufiger als bei Nicht-Betroffenen auf. Diabetespatienten mit Bluthochdruck haben zudem ein viermal höheres Risiko von Herz- und Gefäßkrankheiten betroffen zu sein und daran zu sterben. Ein Wert unter 120/80 mmHg gilt als optimaler Blutdruck, bei Menschen mit Diabetes wird ein Blutdruck von 130–140/80–90 mmHg angestrebt. Eine Hypertonie verläuft oft lange ohne Beschwerden, daher sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig. Sollten sich Beschwerden wie Kopfschmerzen, Herzklopfen, Sehstörungen oder Schwindel einstellen, kann das an einem zu hohen Blutdruck liegen. Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck kann zu Arteriosklerose, Erblindung, Nieren- und Herzversagen, Herzinfarkt und zum Schlaganfall führen. Daher ist es wichtig, sich vor diesen Schäden zu schützen. Für Menschen mit Diabetes in Österreich gibt es Schulungsprogamme.

Diabetes als Ursache für Inkontinenz

Neben hormonellen Veränderungen und neurologischen Erkrankungen ist Inkontinenz eine Folge von Diabetes. Zumeist leiden Menschen mit Diabetes unter der sog. Dranginkontinenz. Diese Form der Blasenschwäche macht sich durch einen sehr starken Harndrang bemerkbar, der ohne äußere Einflüsse auftritt und für die Betroffenen unkontrollierbar ist. Zudem kommt es bei der Dranginkontinenz teilweise zu starken Urinausscheidungen, worunter die Patienten nicht nur körperlich, sondern auch emotional leiden. Um eine Inkontinenz behandeln zu können, sollten Betroffene einen Facharzt aufsuchen, der die Inkontinenzform feststellen und eine passende Behandlung auswählen kann. Mögliche Therapieansätze sind die medikamentöse Behandlung, eine Kombination aus Medikamenten und Beckenbodenübungen sowie ein operativer Eingriff. Laut gesund-in-wien.at erzielt die Therapie mit Medikamenten v. a. bei der Dranginkontinenz gute Ergebnisse. Dabei verzögern Anticholinergika vorzeitig die Kontraktionen der Harnblasenmuskulatur und bewirken eine Entspannung der Muskulatur der Harnblase, womit dem Harndrang entgegengewirkt wird. Auch Botulinumtoxin wird zur Behandlung bei Dranginkontinenz eingesetzt, um eine Abschwächung oder Teillähmung der Blasenwandmuskulatur zu erzielen. Auch dadurch entspannt sich die Blase und kann mehr Urin speichern. Der Effekt lässt sich meist neun bis 15 Monate aufrechterhalten und muss danach wiederholt werden. Zudem gibt es Hilfsmittel, die das Leben mit Inkontinenz erleichtern können, u. a. Windeln, Einlagen und Urinale, die die Haut schützen und unangenehme Gerüche vermeiden. Teilweise werden die Kosten von Krankenkassen übernommen.

Weitere Begleiterscheinungen: Juckende Haut und Schlafstörungen

Neben Bluthochdruck und Inkontinenz leiden Menschen mit Diabetes oft unter juckender Haut. Chronischer Juckreiz (Pruritus) ist bei Diabetespatienten auf mehrere Faktoren, die mit der gestörten Glukoseverwertung zusammenhängen, zurückführen. Oft tritt der Juckreiz schon vor der Diabetesdiagnose auf. Viele Menschen mit Diabetes schwitzen weniger, sodass die Haut austrocknet, was zu Juckreiz führen kann. Linderung können bei trockener Haut Pflegeprodukte bringen. Allerdings sollte vorab der Arzt zurate gezogen werden.

Das gilt auch für eine weitere Begleiterscheinung von Diabetes: Schlafstörungen und Schnarchen. Laut Österreichischer Diabetes Gesellschaft (ÖDG) hängen Übergewicht, Diabetes und Schlafstörungen zusammen. „Interessant ist, dass sowohl eine sehr kurze nächtliche Schlafdauer als auch eine sehr lange Schlafdauer mit der Entstehung von Diabetes assoziiert sind“, erklärt Prim.Doz. Dr. Harald Stingl, Melk. „Die aktuellsten Daten deuten darauf hin, dass nicht nur die Schlafdauer sondern auch die Schlafqualität Auswirkungen auf den Stoffwechsel, insbesondere auf die Höhe der Blutzuckerwerte haben.“ Regelmäßiger Schlafentzug beeinträchtigt die Glukosetoleranz, was häufig Menschen mit klassischen Managementberufen betrifft, aber auch Schicht oder Nachtarbeiter sowie Menschen mit Schlafapnoe, bei denen die Schlafqualität durch Atempausen gestört wird. „Meist ist nicht klar zu sagen, was zuerst da war: das Übergewicht oder die Schlafstörung. Jedenfalls bedingen die beiden einander und je mehr Fettablagerungen im Bauchbereich, desto mehr Fettablagerungen auch im Hals und Rachen. Dies führt zum Schnarchen und der Schlafapnoe. Gleichzeitig wirkt sich diese auf den Stoffwechsel und die körperliche Bewegungsfreudigkeit aus und führt über beide Wege wieder zu einer Steigerung des Übergewichts“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Hermann Toplak, Präsident der ÖDG.

Tipps zum Blutdrucksenken

  • Medikamente: Laut diabetes-austria.com ist es wichtig, Blutdruckmittel regelmäßig einzunehmen. Diabetespatienten bekommen häufig ACE-Hemmer oder Angiotensin-Rezeptor-Blocker vom Arzt verschrieben.
  • Bewegung: Tägliche Bewegung ist eine der wirksamsten Arzneien gegen Bluthochdruck, sagt Dr. Jakob Gruber. V. a. Menschen, die sich bisher nicht viel bewegt haben, können ihre Blutdruckwerte deutlich senken, wenn sie sich täglich mindestens eine halbe Stunde körperlich betätigen.
  • Weniger Alkohol: Der Alkoholkonsum sollte reduziert werden. Denn Alkohol treibt Puls und Blutdruck in die Höhe und erhöht bei Diabetes das Unterzuckerungsrisiko.
  • Entspannung: Regelmäßige Erholung spielt bei Bluthochdruck eine wesentliche Rolle. Meditation, Yoga oder progressive Muskelentspannung sorgen für ein Gegengewicht zu Stressphasen.
  • Wenig Salz: Bluthochdruck-Patienten profitieren häufig davon, ihren Salzkonsum auf drei bis fünf Gramm pro Tag einzuschränken. Achten sollte man dabei auf verstecktes Salz, etwa in Brot, Wurst, Käse, Fertiggerichten oder auch Gewürzmischungen und Ketchup.
  • Rauchen einstellen: Rauchen schädigt die Blutgefäße, fördert die Verkalkung von Gefäßen und hat einen gefäßverengenden Effekt. Daher lässt schon eine Zigarette den Blutdruck für etwa 15 Minuten steigen.
  • Abnehmen: Wenn man ein Kilo Übergewicht verliert, lassen sich erhöhte Blutdruckwerte um bis zu zwei mmHg senken. Auch die Insulinempfindlichkeit bessert sich zumeist deutlich.

Quelle: Befund Diabetes Österreich 2/2017

22.11.17

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