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Behandlungsoptionen bei Prostatakrebs

Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern in Deutschland. Nach Schätzungen des Robert Koch-Institutes erkranken pro Jahr über 70.000 Patienten daran. Ein Großteil der Betroffenen hat einen lokal begrenzten Tumor – d. h., er hat noch nicht gestreut, sondern ist auf die Prostata begrenzt. In diesem Fall kommen vier Behandlungswege infrage: operative Entfernen der Prostata, Bestrahlung von außen, Behandlung des Tumors mittels dauerhaft in der Prostata platzierter Strahlenquellen, sog. Brachytherapie, oder aktive Überwachung mit regelmäßigen Kontrollen und der Einleitung weiterer Therapieschritte bei Fortschreiten der Krankheit, informiert die Deutsche Krebshilfe.

Die Behandlung im Frühstadium: Verschiedene Möglichkeiten

Operation: Die Operation dient dazu, den Krebs vollständig zu entfernen. Die Heilungschancen sind laut Deutscher Krebsgesellschaft (DKG) gut, wenn der Tumor vollständig entfernt werden kann. Bei fortgeschritteneren Tumoren sind die Heilungschancen entsprechend geringer, wenn nicht der gesamte Tumor bzw. alle Krebszellen entfernt werden können. Eine solche Operation beinhaltet sowohl die Entfernung der Prostata selbst als auch der Samenblasen (sog. radikale Prostatektomie). Manchmal werden auch umliegende Lymphknoten im Beckenbereich herausoperiert.

Unerwünschte Folgen der Operation können Harninkontinenz und Impotenz sein, mitunter auch nur vorübergehend. Letztere kommt vorübergehend und in geringer Ausprägung bei bis zu 50 % der Patienten vor, eine bleibende Harninkontinenz kommt bei 5–10 % der Patienten vor. Der Verlust der Erektionsfähigkeit kann, so die DKG, je nach Ausbreitung des Tumors und der Erfahrung des operierenden Arztes bei bis zu 80 % der Patienten Folge der Operation sein.

Bestrahlung von außen: Die Strahlentherapie von außen, auch perkutane Therapie genannt, da sie durch die Haut ihre Wirkung entfalten soll, soll die Tumorzellen an der Prostata gezielt zerstören. Hierbei wird laut DKG ein genaues Bild der Prostata mittels Computertomografie (CT) erstellt und die Strahlen treffen den Tumor von mehreren Seiten. An der Stelle, wo sich die verschiedenen Strahlenrichtungen treffen, ist die größte Wirkung zu erwarten, wodurch das umliegende Gewebe i. d. R. weniger in Mitleidenschaft gezogen wird. Eine Strahlentherapie dauert meist einige Wochen.

Brachytherapie: Die Brachytherapie ist eine andere Art der Strahlentherapie, bei der kleine radioaktive Partikel in die Prostata eingesetzt werden. Diese Strahlentherapie erfolgt von innen. Die Strahlenquellen können je nach Verfahren kurzfristig oder dauerhaft in der Prostata verbleiben, so die DKG. Bei ersterer Form der Brachytherapie, dem sog. Afterloading, wird die Strahlenquelle mittels einer Hohlnadel kurzfristig in die Prostata eingesetzt. An Ort und Stelle werden dann hohe Strahlenmengen zielgerichtet abgegeben, so die DKG, und umliegendes Gewebe geschont. Die zweite Möglichkeit ist das Implantieren von sog. Seeds, die dauerhaft in der Prostata verbleiben. Diese Seeds sind kleinste Strahlungsquellen und geben eine kurze Strahlung ab, die die Krebszellen von innen zerstören soll.

Aktive Überwachung: Bei der aktiven Überwachung wird ein unauffälliger Tumor erst einmal nicht behandelt, der Patient aber engmasching überwacht und beobachtet, damit man noch eingreifen kann, sollte sich der Zustand ändern. Alle drei Monate erfolgt eine digital-rektale Untersuchung, zudem wird regelmäßig der PSA-Wert gemessen, so die DKG. Sollte die Erkrankung fortschreiten, wird häufig operiert, alternativ kommt eine Strahlentherapie infrage.

Fortgeschrittene Tumoren

Für Patienten, deren Tumoren bereits in andere Organe gestreut haben, ist eine Heilung i. d. R. nicht mehr möglich. Auch hier ist ein Abwarten grundsätzlich möglich, solange keine Beschwerden auftreten, so die DKG. Weitere Behandlungsmöglichkeiten im fortgeschrittenen Stadium zur Linderung der Beschwerden bzw. Eindämmung der Symptome sind Hormontherapie, Immuntherapie und Chemotherapie.

Aktuelle Studienlage

Die größte deutsche Studie zur Behandlung von Prostatakrebs ist die derzeit laufende PREFERE-Studie. Hierbei werden die vier gängigen Behandlungsmethoden bei frühen Formen von Prostatakrebs miteinander verglichen, so die Deutsche Krebshilfe, die die Studie unterstützt: operative Entfernen der Prostata, Bestrahlung von außen, Brachytherapie und aktive Überwachung. Bisher gibt es weltweit keine ausreichenden Daten, um die am besten geeignete Behandlungsart zu belegen.

Bisher gab es nur geringe Teilnehmerzahlen seitens der Patienten. Dennoch soll die Untersuchung weiterlaufen: „Nachdem uns zahlreiche Experten erneut bestätigt haben, dass die Frage nach der besten Therapie weiterhin offen ist, sehen wir uns als Deutsche Krebshilfe im Sinne der zahlreichen Patienten zur Klärung verpflichtet. Alle sollten mithelfen, diese wichtige Studie zum Erfolg zu führen. Mit PREFERE können wir mehr Sicherheit für den Patienten und die Ärzteteams schaffen“, meint Dr. Fritz Pleitgen, Stiftung Deutsche Krebshilfe.

Quelle: Befund Krebs 4/2015

20.10.15

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