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Das bringt der Besuch einer Diabetes-Selbsthilfegruppe

Mitunter haben Selbsthilfegruppen ein etwas verstaubtes Image: Da sitzen Woche für Woche Menschen im Stuhlkreis beisammen bei Kaffee und Gebäck, so eine gängige Vorstellung – aber Selbsthilfe ist viel mehr als das: Sie bietet Unterstützung, Austausch, Trost, aber auch einen Zuwachs an Wissen für ihre Mitglieder.

Eine Selbsthilfegruppe kann für Menschen mit Diabetes eine wichtige Anlaufstelle und eine große Stütze sein – betont auch diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. Denn gerade Menschen mit Diabetes müssen ständig Entscheidungen über ihre Behandlung treffen, eventuelle Alternativen abwägen und sich mit möglichen Folgen ihrer Erkrankung wie z. B. Berentung oder Umschulung auseinandersetzen. Dies sind alles Themen, die in einer Selbsthilfegruppe besprochen und ggf. geklärt werden können.

Ein Geben und Nehmen

Doch wie sieht die Arbeit und Mitgliedschaft in einer Selbsthilfegruppe überhaupt aus? Selbsthilfegruppen treffen sich meist regelmäßig, d. h. wöchentlich oder monatlich zum gemeinsamen und gleichberechtigten Gespräch, heißt es im Leitfaden Selbsthilfe von diabetesDE. Die Mitglieder profitieren davon in mehrfacher Hinsicht – denn indem sie anderen helfen, leisten sie auch sich selbst Hilfe – die Arbeit in einer Selbsthilfegruppe ist ein Geben und Nehmen. Es entstehen vertrauensvolle Kontakte zwischen den Mitgliedern, die das Selbstwertgefühl verbessern können und auch förderlich für soziale Kontakte im übrigen Leben sind.

Bessere Lebensqualität

Auch die Akzeptanz, an Diabetes erkrankt zu sein, wird durch den Kontakt mit den anderen Gruppenmitgliedern häufig gefördert, sie können sich über den Alltag mit Diabetes und die Behandlung, die ja in großer Eigenverantwortung übernommen werden muss, austauschen, und auch damit auftretende Probleme besprechen und sich Rat holen – oder den eigenen Rat weitergeben. So erfahren viele Mitglieder durch den Besuch einer Selbsthilfegruppe auch eine Steigerung ihrer Lebensqualität.

Sich einer Gruppe zugehörig zu fühlen, ist wichtig für die Vertrauensbasis – daher sind Regelmäßigkeit und eine gewisse Verbindlichkeit, zu den Treffen zu kommen, wichtig, damit eine Selbsthilfegruppe gut funktioniert. Wie oft die Treffen stattfinden, hängt vor allem von Größe und Struktur der Gruppe ab. Kleine Gruppen oder Sportgruppen treffen sich meist wöchentlich, größere meist einmal im Monat.

Passende Gruppe finden

Doch wie findet man nun die passende Selbsthilfegruppe? Der Leitfaden Selbsthilfe rät dazu, sich selbst einige Fragen vorab zu beantworten.

Zunächst sollte man sich fragen, ob die Mitglieder in der Gruppe ähnliche Voraussetzungen haben, wie man sie selbst mitbringt. Das kann der Diabetes-Typ sein, ob man insulinpflichtig ist oder nicht, ob die Gruppe einen Schwerpunkt auf bestimmte Therapieoptionen wie z. B. Insulinpumpe hat, aber auch das Alter der Mitglieder. Es gibt spezielle Selbsthilfegruppen für junge Menschen mit Diabetes oder für Eltern von an Diabetes erkrankten Kindern.

Ein weiterer Punkt, der zu bedenken ist: Welche Aktivitäten werden in der Gruppe durchgeführt – und passen diese zu einem selbst? Manche Gruppen legen Wert auf Sport, andere sind hingegen sehr wissensorientiert und arbeiten viel mit Fortbildungen.

Dann: Wie gut ist die Gruppe zu erreichen? Gerade, weil Selbsthilfearbeit auch eine gewisse Verbindlichkeit erfordert, sollte man sich überlegen, ob man bereit ist, regelmäßig weite Anfahrtswege in Kauf zu nehmen. Ähnliches gilt für den Zeitpunkt der Gruppentreffen: Wie gut lassen sich die Zeiten mit dem eigenen Leben – Familie und Kinder oder Arbeitszeiten – vereinbaren?

Schließlich spielt auch Sympathie für die anderen Gruppenmitglieder eine wichtige Rolle, gerade weil es in der Selbsthilfe um Austausch und Beziehungsaufbau geht – ein erstes Kennenlerntreffen lohnt sich daher in jedem Fall.

Quelle: Befund Diabetes 4/2017

07.02.18