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Biofeedback

Biofeedback (altgr. „bios“ – Leben; engl. „feedback“ – Rückmeldung, „Rückmeldung über biologische Körpersignale“) ist ein Sammelbegriff für verschiedene therapeutische Behandlungsmethoden. Biofeedback findet in verschiedenen medizinischen Bereichen und in der klinischen Psychologie Anwendung. Im Prinzip geht es beim Biofeedback darum, dem Patienten unterbewusste körperliche Vorgänge wie beispielsweise den Blutdruck oder die Atmung bewusst zu machen, indem diese Prozesse durch technische Hilfsmittel optisch oder akustisch wahrnehmbar gemacht werden.

Ziel dabei ist es, dem Patienten in einem weiteren Schritt der Behandlung durch das Biofeedback Techniken zu vermitteln, wie er diese eigentlich unterbewussten Körperprozesse willentlich beeinflussen kann und somit Linderung für seine Beschwerden erreichen kann.

Wie wirkt Biofeedback?

Viele körpereigene Regulationsvorgänge des Körpers wie z. B. die Atmung, Hirnströme, der Blutdruck oder der Puls laufen ohne bewusste Einflussnahme des Menschen ab. Im Normalfall ist das eine sinnvolle Einrichtung der Natur, dass wir uns nicht damit beschäftigen müssen, regelmäßige Vorgänge wie Herzschlag und Atmung in der richtigen Frequenz und der jeweiligen Situation angemessen regulieren zu müssen. Auf Stress reagiert der Körper beispielsweise mit einer erhöhten Pulsfrequenz und der Ausschüttung von Hormonen wie Adrenalin. Dies steigert die momentane körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, um in einer Situation angemessen reagieren zu können.

Dauerstress kann jedoch auch zu körperlichen und psychischen Krankheiten führen. Darum kann es sinnvoll sein, den körperlichen Stressreaktionen durch gezielte Übungen (z. B. durch Entspannungstechniken wie Yoga und Autogenes Training) vorzubeugen und dadurch ruhiger und gelassener auf eine Situation einzugehen. Der Patient bekommt durch die technischen Aufzeichnungen beim Biofeedback ein direktes Feedback über den erzielten Übungserfolg und lernt so auf verschiedene Körperfunktionen einzugehen.

Welche Körperfunktionen kann man mit Biofeedback beeinflussen?

Ein Biofeedback dient in erster Linie dazu, über geeignete Übungen die Selbstkontrolle über bestimmte Körperfunktionen zu erlernen. Mithilfe elektronischer und elektromechanischer Instrumente beim Biofeedback können die unterschiedlichsten physiologischen Körperfunktionen gemessen werden. Puls und Blutdruck, sind ebenso Bestandteil der messbaren Größen wie die Aktivität bestimmter Muskelpartien. Aufzeichnungen über die Atemfunktion beim Biofeedback können bei bestimmten Krankheitsbildern aufschlussreich sein. Die Aktivität der Schweißdrüsen ist ebenso beim Biofeedback messbar wie die Haut- und Körpertemperatur und die Durchblutung peripherer Körperteile. Mithilfe von speziellen Elektroden können elektrophysiologische Vorgänge im Gehirn anschaulich auf einem Monitor dargestellt werden und dem Patienten beim Biofeedback verdeutlichen, welche Gehirnregionen gerade aktiv sind.

Wie funktioniert Biofeedback?

Ein Biofeedback wird entweder mit einem tragbaren Gerät, das der Patient eine bestimmte Zeit in seinem normalen Alltag mit sich trägt und das bestimmte Vitalfunktionen aufzeichnet, oder mit stationär in einer Praxis bzw. einer Klinik durchgeführt. In einer Klinik können gleichzeitig mehrere Messsonden die gewünschten Werte für das Biofeedback aufzeichnen. Der Patient wird an das Messgerät mit Messsonden oder Elektroden angeschlossen. Beim Biofeedback erhält der Patient über akustische Signale (Lautstärke, Tonhöhe oder Klangfarbe) oder optische Aufzeichnungen (Kurven, Säulendiagramme oder Zeiger) Informationen über die jeweiligen Vitalfunktionen des Körpers. Beim gleichzeitigen Einsatz geeigneter Übungen erlernt der Patient unter der Begleitung eines Biofeedback-Therapeuten, physiologische Prozesse selbstständig zu regulieren.

In welchen Bereichen wird Biofeedback eingesetzt?

Es gibt einige Krankheitsbilder, bei denen Biofeedback als alleinige Therapie oder begleitend mit anderen Therapieformen eingesetzt wird. Dazu gehören neben allgemeinen Stresserkrankungen chronische Rückenschmerzen, Spannungskopfschmerzen, Migräne, muskuläre Verspannungen im Gesicht, Bluthochdruck (Essenzielle Hypertonie), Harn- und Stuhlinkontinenz und Obstipation (Verstopfung), neuromuskuläre Störungen, Tinnitus (anhaltendes Pfeifen im Ohr), Aufmerksamkeitsstörungen, Epilepsie, Fibromyalgie (chronische Faser-Muskel-Erkrankung) und Chronic-Fatigue-Syndrom (chronisches Erschöpfungssyndrom). Des Weiteren wird das Biofeedback bei der Behandlung von Angst- und Panikstörungen, Depressionen und psychosomatischen Beschwerden eingesetzt.

Welche Vorteile hat Biofeedback?

Einer der wesentlichen Vorteile einer Biofeedback-Therapie besteht darin, dass diese Form der Behandlung nebenwirkungsfrei ist. Ein Patient, der bei Rückenschmerzen ein Schmerzmittel einnimmt, erfährt eine Linderung seiner Beschwerden, doch gleichzeitig wirken die Medikamente auf den gesamten Organismus und können bei länger anhaltender Einnahme u. U. auch Organe wie Leber, Nieren oder den Magen bertreffen. Biofeedback ist vom Prinzip her nicht-invasiv, d. h. der Körper des Patienten bleibt unangetastet. Darüber hinaus kann eine erfolgreiche Biofeedback-Therapie die Dosierung von Medikamenten verringern oder ggf. überflüssig machen. Sie kann auch bei Medikamentenunverträglichkeiten eine Alternative sein ebenso wie in der Schwangerschaft. Biofeedback als Therapieform ist kein Standardbestandteil des Leistungskatalogs vieler Krankenkassen. Die Kosten für eine Biofeedback-therapeutische Behandlung müssen teilweise vom Patienten getragen werden.

Pia-Susan Berger-Bügel

17.10.12

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