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Worum handelt es sich bei Black Holes, Schwarze Löchern, bei MS?

Black Holes – auf Deutsch Schwarze Löcher – sind Entzündungsherde, die auf speziellen Aufnahmen der Magnetresonanztomografie (MRT), den sog. T 1 gewichteten MRT-Aufnahmen, in der Mitte schwarz erscheinen und einen hellen Rand aufweisen. Ihr Aussehen unterscheidet sich damit von dem weißen/hellen Erscheinungsbild herkömmlicher Entzündungsherde (Läsionen) auf MRT-Aufnahmen.

Die Schwarzfärbung auf dem MRT-Bild rührt daher, dass sich in der Mitte der Läsion Liquor angesammelt hat. Der Grund hierfür: Der Entzündungsherd hat sich derart rasch ausgedehnt, dass an dieser Stelle das Gewebe ausgedünnt ist und Liquor den so entstandenen Raum ausfüllt. Liquor erscheint auf MRT-Aufnahmen schwarz.

Was hat es mit Black Holes auf sich?

In den sog. Black Holes ist Untersuchungen zufolge nicht nur die Ummantelung der Nervenfasern, das Myelin, geschädigt, sondern auch bestimmte Zellen, die sog. Oligodendrozyten, die das Myelin bilden. Das bedeutet, dass auch Reparaturmaßnahmen der Oligodendrozyten hier nicht mehr greifen können. In den Black Holes sind die Nervenzellen oder genauer die Axone, die die Informationen zwischen den Nervenzellen weiterleiten, somit anhaltend geschädigt. Das wiederum bedingt neurologische Ausfälle, d. h. etwa bestimmte Bewegungen sind ab einem gewissen Ausmaß der Schädigung u. U. nicht mehr möglich.

Während andere Läsionen sich – zumindest teilweise – zurückbilden und verloren geglaubte körperliche Funktionen in gewissem Maß wieder zurückkehren können, ist das Nervengewebe in den Black Holes unwiderruflich verloren. Allerdings gibt es auch immer die Möglichkeit, dass andere Bereiche des Gehirns u. U. den Ausfall von Nervenzellen zumindest teilweise ausgleichen können. Medizinisch ist es jedoch nicht möglich, die betroffenen Areale im Zentralnervensystem wiederherzustellen.

Black Holes treten nicht bei allen Menschen mit MS auf. Wissenschaftler vermuten deshalb, dass das Vorhandensein von Black Holes auf einen aggressiveren Krankheitsverlauf der MS hindeutet.

Kann man Black Holes vorbeugen?

Mediziner gehen nach heutigem Wissensstand davon aus, dass eine frühe verlaufsmodifizierende Therapie der Entstehung von Black Holes vorbeugen kann. Deshalb ist es sinnvoll, möglichst bald nach der Diagnose MS eine langfristige Therapie zu beginnen und diese beizubehalten. Es stehen verschiedene Medikamente zur Behandlung der schubförmigen MS Verfügung, sodass der Arzt beim Auftreten von Nebenwirkungen u. U. ein anderes Medikament verordnen kann. Eine verlaufsmodifizierende Therapie verringert i. d. R. das Auftreten von Schüben und damit auch die Entstehung von Läsionen.

Treten als Folge bereits bestehender Black Holes körperliche Symptome auf, sollte ebenfalls möglichst rasch eine symptomatische Therapie eingeleitet werden. Manchmal lassen sich durch eine gezielte Behandlung (z. B. Logopädie, Physiotherapie) körperliche Einschränkungen zumindest bis zu einem bestimmten Grad wieder ausgleichen.

Quelle: Befund MS 2/2017

24.10.17

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