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Blasenentzündung rechtzeitig behandeln

Rötlicher Urin wichtiges Warnsignal

Mehr als die Hälfte der Frauen kennt das Problem: Es brennt beim Wasserlassen, sie müssen weitaus häufiger als üblich die Toilette aufsuchen, denn die Blase hat sich entzündet. Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, erklärt die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten im Interview.

Was sind die Hauptursachen für eine Blasenentzündung (Zystitis)?

In den meisten Fällen eine Infektion mit Keimen, die aus dem Bereich des Afters bis zum Blaseneingang verschleppt wurden, z. B. durch mangelnde Hygiene oder nicht heiß genug gewaschene Unterwäsche. Häufig tritt eine Blaseninfektion auch nach sexueller Aktivität auf. Auch hier ist meistens eine Verschleppung von Darmkeimen die Ursache.

Was kann darüber hinaus eine Blasenentzündung auslösen?

Es kommt häufig noch eine verminderte Schutzfunktion der Hautschicht in der Harnröhre hinzu, entweder durch Kälte und Unterkühlung, z. B. in der Badesaison, oder auch durch einen Mangel an weiblichen Hormonen etwa in den Wechseljahren oder bei bestimmten Erkrankungen und Therapien. Dadurch verändern sich das bakterielle Gleichgewicht und der Säuregehalt in der Vagina, sodass sich potenziell krankmachende Keime in der Vagina und im Scheidenbereich ansiedeln und dann auch Harnwegsinfekte auslösen können.

Was sind die ersten Symptome?

Beim Wasserlassen tritt i. d. R. ein Brennen auf, in einem fortgeschrittenen Stadium kommt noch Harndrang hinzu. Die Betroffenen müssen dann ständig zur Toilette, obwohl fast kein Urin da ist.

Wann sollte Betroffene zum Arzt gehen?

Wenn sich der Urin rötlich verfärbt oder wenn die Beschwerden nach allen Allgemeinmaßnahmen nach zwei bis drei Tagen nicht verschwunden sind. Der Besuch beim Arzt ist auch ratsam, wenn Fieber oder Schmerzen in der Nierengegend, die oft als Rückenschmerzen fehlgedeutet werden, hinzukommen. Dann muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, da dann ohne Verzögerung geeignete Antibiotika eingesetzt werden müssen.

Wie wird eine Blasenentzündung diagnostiziert?

Durch die typischen Symptome. Man würde bei einer Blasenentzündung, die trotz der Gabe von Antibiotika nicht abheilt oder häufig wiederkommt, auch noch die Erreger selbst analysieren und herausfinden, auf welche Antibiotika sie reagieren.

Welche Organe können von einer Blasenentzündung noch betroffen sein?

Die Harnröhre und die Harnblase. Wenn die Bakterien sich ausbreiten, kann die Entzündung auch die Harnleiter entlang bis zur Niere aufsteigen.

Wie sieht die Behandlung i. d. R. aus?

Warm halten und viel trinken sind die wichtigsten Erstmaßnahmen. Wenn das nicht hilft, muss ein Antibiotikum verordnet werden. Bei Frauen mit Östrogenmangel kann eine lokal angewendete Behandlung mit Hormoncremes oder -zäpfchen die Gefahr der Blasenentzündungen deutlich reduzieren.

Wie können Frauen einer Blasenentzündung vorbeugen?

Indem sie eine Verschleppung von Darmbakterien und Unterkühlungen vermeiden.

Warum sind vor allem Frauen betroffen?

Weil ihre Harnröhre kürzer ist als beim Mann und weil der Ausgang der Harnröhre bei der Frau leichter durch Darmbakterien kontaminiert werden kann als der Ausgang des Penis.

Blasenentzündung in der Schwangerschaft

Eine Blasenentzündung kann in der Schwangerschaft schneller zu einer eitrigen Nierenbeckenentzündung führen als außerhalb der Schwangerschaft. Deshalb sollte eine Schwangere bei den ersten Anzeichen einer Blasenentzündung so schnell wie möglich zum Arzt gehen, der ein geeignetes Antibiotikum verordnen kann.

Quelle: Deutsches Magazin für Frauengesundheit 2/2017

17.01.18

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