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Blasenschwäche

Der Begriff Blasenschwäche, medizinisch korrekt Harninkontinenz (negierte Form von lat. continentia; dt. Unterdrücken, Zurückhalten), bezeichnet das (teilweise) Unvermögen, Urin in der Harnblase zurückzuhalten und die Blase gezielt zu entleeren. Bei Menschen mit Blasenschwäche entleert sich die Blase unkontrolliert und meist in ungeeigneten Augenblicken. Die Menge an Urin, die dabei verloren geht, variiert von Patient zu Patient.

Weltweit sind viele Menschen betroffen

Blasenschwäche ist ein Problem vieler Menschen überall auf der Welt. Insbesondere Ältere leiden häufig an Blasenschwäche. Es ist also im Grunde niemand allein mit dieser Erkrankung und dennoch möchten die wenigsten darüber sprechen. Daher ist es schwierig, eine genaue Zahl der Menschen, die an Inkontinenz erkrankt sind, zu erheben: Die Angaben in der Literatur schwanken zwischen 5 und 50 %. Bei einer vom Robert Koch-Institut (RKI) durchgeführten Befragung gaben ca. 17 % der Frauen und rund 8 % der Männer über 50 Jahre an, von unfreiwilligem Harnverlust betroffen zu sein. In der Altergruppe der über 70-Jährigen leidet fast jede dritte Frau und jeder vierte Mann an Blasenschwäche. Es ist anzunehmen, dass aufgrund der demografischen Entwicklung die Zahl der Betroffenen weiter ansteigen wird.

Frauen sind von Inkontinenz/Blasenschwäche häufiger betroffen als Männer. Grund dafür ist, dass sich die Anatomie des Urogenitaltrakts und des Beckens bei Männer und Frauen wesentlich unterscheidet. Das Becken von Frauen ist an die Anforderungen von Schwangerschaft und Geburt angepasst. Es ist flexibler als das von Männern. Diese anatomischen Besonderheiten und das Austragen und Gebären eines Kindes erhöhen die Gefahr einer Inkontinenz.

Formen von Blasenschwäche

Die Dranginkontinenz ist durch ein starkes Harndranggefühl in Kombination mit einem unwillkürlichen Harnverlust charakterisiert. Aufgrund des ausgeprägten Harndrangs kommt es häufig bereits auf dem Weg zur Toilette zum Harnverlust. Ursache hierfür sind v. a. die unwillkürliche Kontraktion des Blasenmuskels und eine übersensible Blase. Bei Männern und bei Frauen über 50 Jahre ist die Dranginkontinenz die häufigste Form der Erkrankung.

Bei der sog. Belastungsinkontinenz (oder auch Stressinkontinenz) kommt es bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten (z. B. dem Anheben schwerer Gegenstände), aber auch bei abrupten Körperreaktionen (z. B. Husten oder Niesen) zu einem Harnverlust. Bei dieser Inkontinenzform sind der Verschlussmechanismus der Harnblase und manchmal auch die Beckenbodenmuskulatur geschwächt. Häufig ist die Belastungsinkontinenz bei Frauen unter 50 Jahren; häufige Ursache sind Entbindungen.

Von einer Mischinkontinenz ist dann die Rede, wenn Symptome beider Formen vorliegen.

Bei der Reflexinkontinenz sind die vom Gehirn kommenden Signalwege an die Blase gestört. Dadurch kommt es zu unwillkürlichen Kontraktionen der Blasenmuskulatur, ohne dass ein Harndrang besteht. Diese Form tritt häufig bei Menschen mit Querschnittslähmung oder Multipler Sklerose auf.

Überlaufinkontinenz liegt dann vor, wenn der Harnverlust dadurch zustande kommt, dass der Blasendruck den Harnröhrenverschlussdruck übersteigt. Dies geschieht, wenn die Blase überfüllt ist. Es geht dann tröpfchenweise Urin ab. Betroffen sind häufig Männer mit Prostatabeschwerden.

Wissenswertes zum Thema Blasenschwäche

Für die meisten Menschen ist Harninkontinenz ein Tabu-Thema. Viele Betroffene scheuen sich sogar, mit ihrem Arzt darüber zu sprechen.

Soziale Aspekte

Für viele Betroffenen ist eine Blasenschwäche auch eine große psychische Belastung. Sie schämen sich und haben Angst, dass anderen Menschen auffällt, dass sie ungewollt Urin verlieren. Diese Angst führt häufig dazu, dass Betroffene sich immer weiter zurückziehen und soziale Kontakte meiden. Lange Zeit haben Ärzte diesen Aspekt unterschätzt und haben sich bezüglich der Lebensqualität in erster Linie an der Schwere der Inkontinenz orientiert. Umfragen haben jedoch ergeben, dass die seelische Belastung bei den meisten Betroffenen weit größer ist als angenommen. Je jünger die Betroffenen sind, desto stärker leiden sie unter seelischen Beschwerden.

Gezeigt haben die Umfragen auch, dass schon leichte Formen einer Blasenschwäche zu starken psychischen Belastungen führen können. Umso wichtiger ist es, dass sich Betroffene vertrauensvoll an ihren Arzt wenden oder sich mit anderen Betroffenen austauschen. Wer eine geeignete Therapie oder spezielle Produkte findet, die das Leiden lindern, kann die Kontrolle über seine Blase zumindest teilweise zurückerlangen und damit nicht nur sein körperliches, sondern auch sein seelisches Gleichgewicht. Ein aktives und erfülltes Leben ist auch mit einer Blasenschwäche möglich.

Blasenschwäche bei Frauen: Gewichtsreduktion als Therapieoption

Eine US-amerikanische Studie zeigt, dass übergewichtige Frauen, die an einer Blasenschwäche leiden, deutlich seltener Urin verlieren, wenn sie abnehmen. Eine Reduktion des Körpergewichts um 5 bis 10 Prozent kann die Zahl der Inkontinenzepisoden halbieren. Damit ist die Gewichtsreduktion genauso effektiv wie andere konservative Therapiemethoden.

An der Studie der Universität San Francisco nahmen 40 Frauen teil, deren Durchschnittsalter bei 52 Jahren lag. Das durchschnittliche Gewicht der Teilnehmerinnen lag bei rund 97 kg. Diejenigen Frauen, die sofort ein ärztlich begleitetes Abnehm-Programm starteten, bei dem sie maximal 800 kcal zu sich nehmen durften und pro Tag eine Stunde lang Sport treiben mussten, verloren rund 16 kg Gewicht und verringerten ihre wöchentlichen Inkontinenz-Episoden um 60 %. Ihre Lebensqualität empfanden sie dadurch als deutlich verbessert.
Ein anderer Teil der Studienteilnehmerinnen startete das Programm drei Monate später. Zwar konnten die Teilnehmerinnen die Zahl der Inkontinenz-Episoden schon vor der strengen Diät um 15 % reduzieren, sie erzielten jedoch größere Erfolge nachdem auch sie ihr Körpergewicht verringert hatten.

Tipps für ein besseres Wohlbefinden bei Blasenschwäche

Schon ein paar einfache Tipps können helfen, die Lebensqualität bei Blasenschwäche zu verbessern. Viele Betroffene nehmen zu wenig Flüssigkeit zu sich, aus Angst davor, unkontrolliert Urin zu verlieren. Doch auch bei einer Harninkontinenz ist es wichtig, ausreichende Mengen zu trinken. Ca. 2 Liter am Tag sollte ein erwachsener Mensch trinken. Verzichten sollten Betroffene dabei auf Schwarztee, Kaffee oder alkoholische Getränke.

Auch eine ausgewogene Ernährung wirkt sich positiv aus: Eine ballaststoffreiche Ernährung unterstützt die Funktion der Blase. Auf Sport muss man nicht verzichten. Sportarten wie Tanzen, Gymnastik oder Schwimmen üben keinen Druck auf den Beckenboden und den Bauch aus und sind daher auch bei Blasenschwäche geeignet. Regelmäßige Auszeiten, das Pflegen von Freundschaften und Hobbys fördern das seelische Gleichgewicht und sind sehr wichtig für das Wohlbefinden.

Antje Habekuß, Andrea Fiedler-Boldt

25.07.14

Blasenschwäche
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