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Therapie einer Blasenschwäche

Die Behandlung der Blasenschwäche (Harninkontinenz) richtet sich danach, welche Form der Erkrankung vorliegt (Belastungsinkontinenz, Dranginkontinenz, Reflexinkontinenz etc.) und nach den zugrundeliegenden Ursachen (Schwäche der Beckenbodenmuskulatur, hormonelle Störungen etc.).

Ist eine Grunderkrankung Ursache für die Blasenschwäche, kann die Inkontinenz meist durch deren Behandlung therapiert werden. Bei bisher nicht heilbaren Erkrankungen wie beispielsweise Multiple Sklerose können zumindest die Symptome der Erkrankung gelindert und dadurch die Lebensqualität erhöht werden. Auch der Schweregrad der Erkrankung ist ein wesentliches Kriterium für die Wahl der therapeutischen Mittel.

Training des Beckenbodens oder der Blase

Bei Frauen ist häufig eine zu schwache Muskulatur des Beckenbodens Ursache für eine Belastungsinkontinenz. Mit einem Training zur Stärkung der Beckenmuskulatur kann hierbei bereits eine Verbesserung erzielt werden. Am besten sollte dieses Training zunächst unter der Anleitung eines Fachmanns (z. B. eines Physiotherapeuten) erlernt werden. Später können die erlernten Übungen auch selbstständig weitergeführt werden. Das Beckenbodentraining kann durch Elektrostimulationen unterstützt werden.

Dranginkontinenz kann durch sog. Blasentraining (auch „Timed Voiding“ genannt) gelindert werden. Hierbei sind Toilettengänge nur zu bestimmten Zeiten erlaubt. Dazwischen muss dem Harndrang widerstanden werden. Ziel ist es, die Kontrolle über die übersensible Blase zurückzuerlangen.

Bleibt wie bei der Reflexinkontinenz immer Urin in der Blase zurück, kann die Miktion durch Beklopfen der Blase über die Bauchdecke provoziert werden. Ziel ist die vollständige Entleerung der Blase, um Infektionen vorzubeugen. Überlaufinkontinenz hat häufig organische Ursachen wie Harnsteine oder eine Prostatavergrößerung. Meist vergeht die Blasenschwäche nach der Behebung der Erkrankung.

Medikamentöse Mittel

Insbesondere bei Dranginkontinenz, bei der es zu plötzlichem, starken Harndrang in Kombination mit Harnverlust kommt, können medikamentöse Mittel hilfreich sein. Eingesetzt werden hierbei Wirkstoffe aus der Gruppe der Anticholinergika. Sie wirken auf das vegetative Nervensystem und können so die überaktive Blase beruhigen. Meist wird die medikamentöse Behandlung mit physikalischen Therapien und/oder verhaltenstherapeutischen Mitteln kombiniert, um den Erfolg der Behandlung zu maximieren. Auch in der medikamentösen Therapie der Reflexinkontinenz werden u. a. Anticholinergika angewandt.

Pflanzliche Mittel

In der Naturmedizin haben sich in der Behandlung einer leichten Blasentzündung vor allem Extrakte der amerikanischen Preiselbeere Cranberry bewährt. Die roten Beeren enthalten spezielle sekundäre Pflanzenstoffe, sogenannte Proanthocyanidine (kurz: PAC). Diese hüllen schädliche Bakterien ein, wodurch eine Art „Anti-Haft-Effekt“ entsteht. Dieser sorgt dafür, dass die Keime sich nicht mehr in der Blasenschleimhaut einnisten können, sondern mit dem Urin ausgeschwemmt werden. In vielen Präparaten sind noch Kürbiskernextrakt und Vitamin C ergänzt, die die Wirkung noch verstärken können. Seit 2010 empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe Cranberrys zur Vorbeugung einer Blasenentzündung.

Hilfsmittel

Geht eine mittlere bis große Menge an Harn verloren, sind geeignete Einlagen notwendig. Nur so kann Infektionen der Haut und der Harnwege vorgebeugt und eine Geruchsentwicklung vermieden werden. Es gibt inzwischen zahlreiche Produkte, die den Urin aufsaugen (z. B. Inkontinenzslips, Einlagen, Inkontinenztampons etc.). Die Industrie bemüht sich, diese Produkte immer leistungsfähiger und zugleich diskreter zu machen.

Darüber hinaus sind auch harnableitende Mittel wie Urinableiter oder Kondomurinale sind erhältlich. Es ist anzuraten, sich bei der Wahl der geeigneten Mittel von einem Kontinenzberater oder auch im Sanitätsfachhandel bzw. in der Apotheke Hinweise geben zu lassen.

Rat und Beistand von anderen Betroffenen

Der Erfahrungsaustausch und die Unterstützung durch andere Betroffene kann für den Patienten eine wertvolle Hilfe sein. Zahlreiche Infoangebote, Rat und Unterstützung bieten beispielsweise die Deutsche Kontinenz Gesellschaft und die Inkontinenz Selbsthilfe.

Antje Habekuß

25.07.14

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