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Blutzuckermessen bald mittels Pflaster?

Das tägliche Blutzuckermessen gehört für Menschen mit Diabetes zum Leben dazu. Dafür ist normalerweise immer ein kleiner Pieks notwendig – etwa sechsmal täglich. Viele Menschen mit Diabetes gewöhnen sich zwar mit der Zeit daran, aber angenehmer wäre es schon, wenn sie sich nicht mehr ständig in den Finger stechen müssten – und darüber hinaus noch bessere Informationen über den Blutzuckerverlauf über mehrere Stunden hinweg erhalten und so Hypoglykämien (Unterzuckerungen) vorbeugen könnten.

Seit Jahren forschen daher Unternehmen im Bereich der Gesundheitstechnologien, um für Menschen mit Diabetes Systeme auf den Markt zu bringen, die ihnen das Blutzuckermessen und auch die Insulingabe leichter machten. Bereits seit einiger Zeit sind Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) verfügbar, die am Körper getragen werden und den Blutzucker im Langzeitverlauf mittels eines kleines Sensors unter der Haut messen. Vor einiger Zeit wurde auch bekannt, dass an der Entwicklung einer Kontaktlinse gearbeitet wird, die den Blutzucker messen soll. Nun wurde eine Untersuchung veröffentlicht, die die Blutzuckermessung mittels Pflaster vorstellt – das darüber hinaus auch noch Insulin an den Körper abgeben kann.

Studie: Pflaster ahmt Betazellen nach

Von der Universität North Carolina heißt es, dass das Pflaster, nicht größer als eine kleine Münze, mit mehr als hundert kleinen Nadeln bedeckt ist – jede in etwa so groß wie eine Wimper. Diese Mikronadeln wiederum sind mit mikroskopisch kleinen Speichereinheiten bestückt, die Insulin und glukosemessende Enzyme enthalten. Die Speichereinheiten können das Insulin dann sehr schnell abgeben, wenn die Blutzuckerwerte zu hoch werden.

Das Besondere ist demnach, dass die kleinen Speichereinheiten des Pflasters die menschlichen Betazellen in ihrer Funktion nachahmen. Betazellen produzieren und speichern Insulin in kleinen Säckchen, den sog. Vesikeln, – und diese haben die Forscher auf künstliche Art für das Pflaster „nachgebaut“.

Das Pflaster selbst ist für den Träger schmerzlos. Bei Mäusen mit Typ-1-Diabetes konnte das Pflaster den Blutzuckerspiegel für bis zu neun Stunden senken. Allerdings sind noch mehr präklinische und klinische Tests bei Menschen notwendig, bevor das Pflaster wirklich auf den Markt kommen und an Patienten ausgegeben werden kann. Die Hoffnungen seitens der Forscher, die das Pflaster entwickelt haben, sind jedoch groß. „Wir haben ein Pflaster für Diabetes designt, das schnell arbeitet, einfach anzuwenden ist und aus ungiftigen, biokompatiblen Materialien hergestellt ist“, sagt einer der Autoren der Studie, Dr. Zhen Gu, Universität North Carolina. Da Mäuse i. d. R. weniger empfindlich auf Insulin reagieren, nehmen die Forscher an, dass das Pflaster beim Menschen sogar noch länger als neun Stunden den Blutzuckerspiegel regulieren kann. Das Ziel sei es letztendlich, sagt Dr. Gu, ein Pflaster herzustellen, dass die Patienten nur alle paar Tage wechseln müssen.

Quelle: Befund Diabetes 1/2016

22.04.16

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