- Anzeige -
Curado.de Logo

Sie sind hier: Startseite - Krankheiten - Krebs - Gynäkologische Tumoren - Brustkrebs - Therapie - Brustkrebs: Bestrahlung der Lymphknoten sinnvoll

Brustkrebs: Bestrahlung der Lymphknoten sinnvoll

Brustkrebs wird oft brusterhaltend operiert. Daran schließt sich i. d. R. eine Strahlentherapie an, entweder nur der Brustdrüse oder auch der Lymphknoten, wenn diese ebenfalls von Krebszellen befallen sind.

Daten aus den Niederlanden zeigen: Eine brusterhaltende Operation kombiniert mit einer Strahlentherapie hat keinerlei Nachteile im Vergleich zu einer vollständigen Entfernung der Brust (Mastektomie). Dies zeigen nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft die Daten der Zehn-Jahres-Überlebensraten von 37.200 Frauen mit einem Brustkrebs im Anfangsstadium und höchstens ein bis drei ebenfalls befallenen Lymphknoten, aber ohne Fernmetastasen, die in einer Studie zum Langzeitüberleben bei beiden Therapiemöglichkeiten erhoben wurden. Die Ergebnisse: In der Gruppe mit der brusterhaltenden Operation und Bestrahlung gab es eine höhere Zehn-Jahres-Überlebensrate als in der mit Mastektomie. Metastasen traten in beiden Gruppen auf. Hier gab es keine wesentlichen Unterschiede zwischen beiden Gruppen – außer für Frauen in einem sehr frühen Stadium ohne Lymphknotenbefall. Diese profitierten in puncto Metastasenfreiheit ebenfalls, wenn sie brusterhaltend operiert und bestrahlt worden waren.

Frühere Studien zeigen Vorteile bei Bestrahlung der Lymphabflusswege

Bereits in den letzten Jahren haben Untersuchungen gezeigt, dass die Strahlentherapie bei Lymphknotenbefall sinnvoll ist und das Rückfallrisiko senkt. Wie die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) berichtete, haben Studien aus Nordamerika und Europa mit mehr als 5.000 Patientinnen gezeigt, dass eine zusätzliche Bestrahlung der sog. Lymphabflusswege in einem Bereich in unmittelbarer Umgebung der Brust am Übergang zur Achselhöhle und hinter dem Brustbein sowie oberhalb des Schlüsselbeins von Nutzen ist.

Auch hier wurden die Zehn-Jahre-Überlebensraten analysiert. Laut AWMF zeigten sich dabei klare Vorteile der erweiterten Bestrahlungsstrategie: In beiden Untersuchungen erhöhte sich der Anteil der Patientinnen, die ohne Rückfall überlebten, um mehrere Prozentpunkte. In beiden Studien zeichnete sich durch die erweiterte Radiotherapie zudem ein Trend zum besseren Überleben ab. Dabei kommt die erweiterte Radiotherapie auch Frauen zugute, die zwar noch keinen Lymphknotenbefall haben, aber dafür aggressive oder größere Tumoren, heißt es weiter. Bei diesen Patientinnen ist das Metastasenrisiko höher.

Bestrahlung heute schonender und effektiver

Laut AWMF sind die heutigen Bestrahlungsmethoden schonender als in vergangenen Jahrzehnten. So sind die Bestrahlungsgeräte weiterentwickelt worden, die Bestrahlung selbst erfolgt zielgenauer. Dadurch, dass zusätzlich wirkungsvollere Medikamente in der Chemo- oder Hormontherapie verwendet werden, sind auch die Überlebenschancen bei Brustkrebs gestiegen. In beiden genannten Studien lag sie für Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium bei mehr als 80 %.

Quelle: Befund Krebs 5/2016

16.12.16

Newsletter An-/Abmeldung

Code: NFKP