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Brustkrebsvorsorge

Brustkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen. Dementsprechend ist die Brustkrebsvorsorge wichtig. Es gibt gesetzlich festgelegte Vorsorgemaßnahmen, die Frauen bei der Brustkrebs vorsorge zustehen, und die Individuellen Gesundheitsleistungen, die sog. IGeL-Leistungen, bei denen es sich um Leistungen zur Vorsorge handelt, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden.

Frauen ab dem 30. Lebensjahr haben einmal im Jahr die Möglichkeit, sich von ihrem Frauenarzt abtasten zu lassen. Dabei untersucht der Arzt sowohl die Brust als auch die Achselhöhlen. Darüber hinaus soll der Patientin gezeigt werden, wie sie selbst ihre Brust untersuchen kann. Es ist wichtig, dass Frauen ihre Brüste regelmäßig abtasten, denn so können Veränderungen besser wahrgenommen werden. Am besten erfolgt die Selbstuntersuchung einmal im Monat kurz nach der Periode.

Selbstuntersuchung der Brust

Bei der Untersuchung der Brust sollte zunächst auf äußerliche Auffälligkeiten geachtet werden. Dafür stellt man sich mit locker hängenden Armen vor den Spiegel. Veränderungen an Form und Größe der Brust sowie den Brustwarzen sollen so erkannt werden. Im Anschluss hebt und senkt man die Arme und beobachtet, ob sich durch die Bewegung Besonderheiten an Brust und Brustwarzen zeigen. Der nächste Schritt ist eine genauere Begutachtung der Brustwarzen, die man hierfür leicht mit Zeigefinger und Daumen drückt. Dann beginnt man mit dem Abtasten der Brüste, wobei für die linke Brust die rechte Hand und umgekehrt für die rechte Brust die linke Hand verwendet werden sollte.

Man sollte dabei möglichst immer nach dem gleichen Schema vorgehen, um keine Stellen zu vergessen. Bei der Untersuchung der Achselhöhlen sollte der Arm bis zur Hälfte gehoben und drei Finger an die Achselhöhle gelegt werden. Dann kann der Arm wieder abgesenkt und das Abtasten der Achselhöhle vorgenommen werden. Nach der Tastuntersuchung im Stehen sollte die Brust auch im Liegen untersucht werden, so kann vor allem der untere Bereich der Brust i. d. R. gut abgetastet werden.

Mammografie für Frauen ab dem 50. Lebensjahr

Im Alter von 50 bis 69 Jahren steht Frauen alle zwei Jahre eine Röntgenuntersuchung der Brust, die sog. Mammografie, zu. Bei der Mammografie lassen sich auch Tumore feststellen, die bisher noch nicht tastbar sind. Da anhand der Röntgenuntersuchung nicht festgestellt werden kann, ob Veränderungen gut- oder bösartig sind, schließen sich bei Verdacht auf Krebs weitere Untersuchungen, wie z. B. eine Biopsie an. Dabei wird Gewebe entnommen und mikroskopisch untersucht.

Es gibt auch Kritik an der Mammografie als Untersuchungsmethode. So stellt sich ein Verdacht in manchen Fällen als unbegründet heraus, sodass betroffene Frauen grundlos Ängste oder auch eine Biopsie durchstehen müssen. Auch die Strahlenbelastung, der sich Frauen während einer Mammografie unterziehen ist ein Thema. Die Mammografie bietet Frauen aber auch die Möglichkeit, dass Brustkrebs bereits in einem frühen Stadium erkannt und somit frühzeitig behandelt werden kann.

Ultraschall bei der Brustkrebsvorsorge

Zu den IGeL-Leistungen bei der Brustkrebsvorsorge gehört z. B. ein Ultraschall der Brust, die sog. Sonografie. Die Sonografie kommt ohne Röntgenstrahlen aus. Mittels Ultraschallwellen erkennt diese Untersuchungsmethode krankhaftes Gewebe. Der Arzt wird bei Auffälligkeiten prüfen, ob das Gewebe beweglich und somit i. d. R. gutartig ist oder ob es bereits verwachsen und dann meist bösartig ist. Auch bei dieser Untersuchung kommt es bei Verdacht auf Krebs i. d. R. zu einer Biopsie, die Sicherheit im Hinblick auf eine mögliche Brustkrebserkrankung bringen soll.

Die Abkürzung IGeL steht für Individuelle Gesundheits-Leistungen. Es handelt sich dabei um Leistungen, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden. Patienten haben die Möglichkeit, diese Leistungen auf eigenen Wunsch und eigene Kosten in Anspruch zu nehmen. Die Sonografie ist eine weitere Möglichkeit, Brustkrebs frühzeitig entdecken und entsprechend behandeln zu können.

Brustkrebsvorsorge für Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko

Nicht alle Frauen, in deren Familie Brustkrebs auftritt, haben ein erhöhtes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Es gibt bestimmte Bedingungen, die die Wahrscheinlichkeit einer Brustkrebserkrankung erhöhen, z. B. wenn

  • drei Verwandte ersten Grades an Brustkrebs erkrankt sind
  • zwei Verwandte ersten Grades an Brustkrebs erkrankt sind und eine davon bei der Diagnose jünger als 51 Jahre war
  • eine Frau innerhalb der Familie sowohl an Brust- als auch an Eierstockkrebs erkrankt ist
  • in der Familie eine Frau an Brust- und eine andere an Eierstockkrebs erkrankt ist
  • zwei Verwandte ersten Grades an Eierstockkrebs erkrankt sind
  • bei einer Frau in der Familie Brustkrebs an beiden Brüsten diagnostiziert wurde, bevor sie 50 Jahre alt war
  • es in der Familie eine Frau gibt, die bei der Diagnose Brustkrebs jünger als 35 Jahre war
  • in der Familie ein Mann an Brustkrebs und zudem noch eine Verwandte ersten Grades an Brust- oder Eierstockkrebs erkrankt ist

Für Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko gelten i. d. R. intensivere Vorsorgemaßnahmen. In Deutschland gibt es zwölf Zentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs, an denen es die Möglichkeit gibt, speziell beraten und betreut zu werden. In diesen Zentren wird z. B. mithilfe eines Gentests überprüft, ob Veränderungen in den Brustkrebsrisikogenen BRCA1 und BRCA2 vorliegen. Für die Kosten eines solchen Gentests kommt die Krankenkasse i. d. R. auf, wenn bestimmte medizinische Voraussetzungen vorliegen. Dazu gehört z. B. eine familiäre Vorbelastung. Die individuellen Bedingungen sollte die Patientin bei ihrer Krankenkasse erfragen. Sollten Genveränderungen in diesen Bereichen gefunden werden, bedeutet dies nicht, dass die Patientin an Brustkrebs erkranken muss, die Wahrscheinlichkeit dafür ist allerdings erhöht.

Die intensivierten Vorsorgemaßnahmen dieser Zentren beinhalten i. d. R. ab dem 25. Lebensjahr halbjährlich ein Abtasten der Brust durch einen Gynäkologen sowie eine Sonografie. Ebenfalls ab dem 25. Lebensjahr wird i. d. R. jährlich eine Magnetresonanztomografie der Brust (Mamma-MRT) empfohlen. Die Patientin bekommt hierbei ein Kontrastmittel gespritzt. Die Untersuchung findet in Bauchlage in einer Röhre statt. Mithilfe eines Magnetfeldes können eventuell vorhandene Tumore sichtbar gemacht werden. Ab dem 30. Lebensjahr haben Frauen mit erhöhtem Risiko für Brustkrebs die Möglichkeit, jährlich eine Mammografie durchführen zu lassen. Ein gravierender Einschnitt bei Frauen mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko ist die Entscheidung, sich vorsorglich beide Brüste operativ entfernen zu lassen, um einem möglichen Ausbruch von Brustkrebs vorzubeugen.

Quelle: Deutsches Magazin für Frauengesundheit 1/2015

20.01.16

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