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Insektenstiche – Läuse, Zecken und Co.

Zecken können Krankheiten übertragen

Im Sommer ist das Risiko, von einer Zecke gebissen zu werden, am größten und bleibt nicht immer folgenlos. Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen: u. a. den Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis – kurz FSME– sowie die von Bakterien verursachte Lyme-Borreliose.

Das FSME-Virus greift das Zentralnervensystem des Menschen an: Eine durch diese Viren ausgelöste Hirnhautentzündung ist nicht ursächlich behandelbar, nur die Symptome können gelindert werden. Aber nicht jede Zecke überträgt das FSME-Virus und die Infektionsgefahr ist je nach Region unterschiedlich groß. Das Robert Koch-Institut ermittelt alljährlich diese FSME-Risikogebiete. Für 2011 waren als die wesentlichen Verbreitungsgebiete in Deutschland Baden-Württemberg und Bayern sowie Teile von Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz ausgewiesen.

Ersten Schutz bieten feste Schuhe, geschlossene Kleidung und Insektenschutzmittel. Impfschutz ist für Menschen, die in den Risikogebieten leben oder dort Urlaub machen, unerlässlich. Die Grundimmunisierung beinhaltet drei Impfungen und muss innerhalb von fünf Monaten bis einem Jahr erfolgen. Wichtig ist, dass der Impfschutz alle fünf Jahre aufgefrischt wird – ab dem 50. Lebensjahr sogar alle drei Jahre.

Gegen die von Bakterien verursachte Lyme-Borreliose kann kein Impfschutz erworben werden. Die Lyme-Borreliose kann Organe, das Nervensystem und insbesondere Gelenke befallen, die Symptome können gemeinsam, aber auch isoliert auftreten. Die Infektionskrankheit kann in drei Stadien eingeteilt werden.
Zu Beginn kommt es häufig an der Einstichstelle zu einer großen, ringförmigen Rötung der Haut (Wanderröte), die mit Ausbreitung der Infektion auch an anderen Stellen des Körpers erscheinen kann. Außerdem können grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Muskel-, Gelenk- und Kopfschmerzen, Bindehautentzündungen, Schweißausbrüche, Schwellungen der Lymphknoten, Abgeschlagenheit und Magen-Darm-Beschwerden auftreten.

Im zweiten Stadium sind bei Erwachsenen im Umkreis der Wanderröte Nervenschmerzen und Lähmungserscheinungen möglich. Beeinträchtigungen des Tast- und Sehsinns sowie Herzprobleme können weitere Symptome sein. Bei Kindern dagegen ist das häufigste Anzeichen für die Lyme-Borreliose eine meist einseitige Gesichtsnervenlähmung. Selten tritt auch eine Gehirnhautentzündung mit Beschwerden wie Fieber, Erbrechen und starken Kopfschmerzen auf.

Im dritten Stadium kann bei etwa 5 % der Erwachsenen und Kinder eine Beteiligung der Gelenke hinzukommen, die sog. Lyme-Arthritis äußert sich in dauerhaften oder schubweise auftretenden Schmerzen und Schwellungen, vorwiegend in den Knie- und Sprunggelenken. Das periphere Nervensystem ist meistens in den betroffen Hautpartien geschädigt.

Behandlung der Lyme-Borreliose

Die Lyme-Borreliose wird bislang noch mit einer mehrwöchigen Antibiotikatherapie behandelt, die in der frühen Phase der Infektion bislang am erfolgreichsten ist. Das spezifische Medikament, die Form der Einnahme (möglich sind Infusion oder Tabletten), die Dosis und Verabreichungsdauer sind von Patient zu Patient unterschiedlich.

Kopfläuse

Ein Läusebefall ist vielen Leuten auch heutzutage noch peinlich und gilt als Tabuthema. Dabei sind Läuse kein Zeichen für mangelnde Hygiene. Die bis zu drei Millimeter großen Insekten können sehr schnell von Kopf zu Kopf weitergegeben werden, eine Übertragung durch Gegenstände findet eher selten statt, denn Kopfläuse müssen mehrmals täglich Blut aus der Kopfhaut saugen. Ohne Nahrung überleben sie maximal 55 Stunden.

Kopfläuse saugen durch einen schmerzlosen Stich durch die Kopfhaut Blut, von dem sie sich ernähren. Durch die Stiche werden i. d. R. keine Krankheiten übertragen. Sie verursachen lediglich einen lästigen Juckreiz, der zu Entzündungen auf der Kopfhaut führen kann.

Die Läuseweibchen leben etwa vier Wochen, währenddessen legen sie bis zu 140 Eier, die nah an der Kopfhaut an die Haare geklebt werden und nicht durch Wasser ablösbar sind. Aus den Nissen genannten Eiern schlüpfen nach sieben bis zehn Tagen Larven, die sich innerhalb von etwa neun bis elf Tagen zu ausgewachsenen, geschlechtsreifen Läusen entwickeln.

Behandlung bei Befall von Kopfläusen

Wenn Kopfläuse oder Nissen gefunden werden, sollte ein Läusemittel verwendet werden. Die Mittel wirken entweder durch ein für Menschen unschädliches Gift, dass die Atemmuskulatur der Läuse lähmt, oder durch Öle, die die Atemöffnungen verkleben. Die Einwirkzeiten und Wiederholungen sollten unbedingt eingehalten werden, da sonst Läuse oder nachträglich geschlüpfte Läuselarven überleben können.

Außerdem ist es wichtig, die Haare sorgfältig Strähne für Strähne mit einem speziellen Läusekamm auszukämmen. Eine zweite Behandlung nach acht bis zehn Tagen sollte unbedingt eingehalten werden, da bei nach der ersten Behandlung Läuseeier überleben können.

Kämme und Bürsten sollten am besten in heißer Seifenlösung gereinigt werden. Bettwäsche, Schlafanzug und Kleidung sollten bei 60°C gewaschen werden. Besondere Waschzusätze oder Insektizid-Sprays müssen nicht angewendet werden. Meistens ist es ausreichend, nicht waschbare Kleidungsstücke, Teppiche oder Kissen abzusaugen und drei Tage nicht zu benutzen. Kuscheltiere oder Spielzeug, das mit Kopfhaar in Berührung gekommen ist, sollten in einer verschlossenen Plastiktüte drei Tage lang aufbewahrt werden.

Ein Lausbefall sollte unbedingt nicht nur Gemeinschaftseinrichtungen gemeldet werden, sondern auch alle Personen aus dem näheren Umfeld sollten informiert werden. Die Verbreitung wird durch Schweigen eher begünstigt, denn ein Läusebefall breitet sich unvermeidlich aus und kann nur durch rechtzeitige Behandlung gestoppt werden.

Wespen und Bienen

Vor allem im Sommer, wenn draußen gegessen und getrunken wird, muss man sich mit einer häufig auftretenden Insektenart auseinandersetzen: Wespen. Manchmal sind sie einfach nur störend, im schlimmsten Fall wird man gestochen.

Immer wieder wird betont, dass man auf keinen Fall nach den Tieren schlagen soll, da sie sich sonst bedroht fühlen und als Abwehrreaktion stechen können. Einfacher ist es, die Anziehungspunkte zu minimieren: Im Freien sollte man nie aus geöffneten Dosen oder dunklen Flaschen trinken, denn sollten sich Wespen hinein verirrt haben, können sie aus Versehen in den Mund gelangen. Speisen sollten abgedeckt oder in fest verschließbaren Behältern aufbewahrt, Speisereste entsorgt werden.

Behandlung von Wespen- oder Bienenstichen

Bei einem Stich muss, sollte der Stachel noch in der Haut stecken, dieser als erste Maßnahme entfernt werden. Er sollte nicht mit dem Finger entfernt werden, sondern mit dem Fingernagel, damit kein weiteres Gift eindringt. Es ist oft hilfreich, die Stichstelle direkt zu kühlen, bei Einstichstellen im Mund oder im Hals kann es zu Atembeschwerden kommen, deshalb sollte umgehend der Notarzt gerufen werden. Vorsorglich sollten Eiswürfel gelutscht werden; zusätzlich sollte durch kühle Umschläge (mit kaltem Wasser und/oder Alkohol) von außen gekühlt werden. Bei der betroffenen Person sollte bis zum Eintreffen des Notarztes regelmäßig die Atmung kontrolliert werden. Generell können juckreizstillende Antihistaminika in Salben- oder Tablettenform angewendet werden. Stiche an anderen Körperstellen sind gemeinhin ungefährlich, können aber schmerzhaft sein.

Wenn die Folgen schwerer als gewöhnlich sind, ein Ausschlag entsteht oder sich die Schwellung über zwei Gelenke ausbreitet und länger als eine Woche andauert, besteht der Verdacht auf eine Allergie auf Insektengift. Dies sollte man dringend von einem Allergologen abklären lassen. Bei Insektengift-Allergikern kann der Stich zu einem anaphylaktischen Schock führen, Bewusstlosigkeit oder Herz- und Atemstillstand verursachen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI) zeigen bis zur 3 % der deutschen Bevölkerung nach Bienen- oder Wespenstichen generalisierte körperliche Symptome, die über die Reaktion am Einstichort hinausgehen und als allergischer Schock („Anaphylaxie“) tödlich enden können. Diese jedoch können mit der spezifischen Immuntherapie (auch Hyposensibilisierung genannt) vorbeugend behandelt werden.

„Frühere Testsubstanzen wiesen etwa die Hälfte der Insektengift-Allergiker als gegen Bienen und Wespen allergisch aus, viele Allergiker sind aber nur gegen eine Insektenart allergisch, gegen die sich dann die Behandlung richten muss. Neuerdings verfügen wir über Tests, die besser zwischen Bienen und Wespen unterscheiden. Das erspart zwei Dritteln aller Patienten, die wir früher gegen beides hyposensibilisieren mussten, die Doppelbehandlung“, erklärt Prof. Thilo Jakob von der DGAKI.

Mückenstiche

Neben Bienen und Wespen sind im Sommer und Herbst auch die Mücken unterwegs. Ihre Stiche sind ungefährlich, aber lästig. Bei den Mücken stechen nur die Weibchen, die das Blut zur Eientwicklung und -ablage benötigen.

Stechmücken werden insbesondere vom Geruch von Schweiß und der Körperwärme angezogen. Der Stich selbst ist schmerzfrei; es werden schmerzstillende und gerinnungshemmende Stoffe injiziert, die dann nachher jedoch den Juckreiz und die Rötung verursachen. Auch hier eignen sich kühlende Umschläge oder juckreizstillende Salben.

Behandlung von Mückenstichen

Auch hier helfen juckreizstillende Präparate und Kühlung. Die wirksamste Behandlung besteht jedoch hier ebenfalls in der Vorbeugung. Lange Kleidung schützt vor Stichen, nach körperlicher Betätigung sollte man duschen, um den für die Mücken anziehenden Schweißgeruch zu vermeiden. Mückenschutzmittel, sog. Repellents, vertreiben die Insekten bis zu acht Stunden.

Quelle: Patient und Haut 1/12

17.12.12

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