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COPD

Eine bekannte Krankheit mit unbekannten Patienten

Die Krankheit

Die Bronchitis ist eine Entzündung der Bronchien; sie ist gekennzeichnet durch Husten, Auswurf und, im Verlauf der Erkrankung, durch zunehmende Atemnot. Die akute Bronchitis ist fast ausnahmslos die Folge einer „Erkältung“ oder eines „Infekts“ in den Herbst- und Wintermonaten. Auslöser sind Bakterien und Viren. Eine chronische Bronchitis liegt dann vor, wenn die oben genannten Symptome dauerhaft bestehen bleiben und im Laufe der Jahre sogar noch zunehmen. Die Hauptursache für die chronische Bronchitis ist inhalatives Rauchen von Zigaretten – also die selbst herbeigeführte „innere Umweltverschmutzung“ der Lunge und der Bronchien.

Chronische Bronchitiker sind für Infekte, die das ohnehin schon geschädigte Bronchialsystem erheblich belasten, anfälliger als andere Bevölkerungsgruppen und müssen häufiger in ein Krankenhaus eingewiesen werden. Bei einem großen Teil der Bronchitiker kommt es nach einigen Jahren zu einer Engstellung der Atemwege, also zu einer Obstruktion, die zu einer ständig zunehmenden Atemnot führt, die zunächst nur bei starker körperlicher Belastung, später aber auch schon bei leichter körperlicher Belastung, z.B. beim Treppensteigen oder beim Gehen auf leicht ansteigenden Wegen, auftritt.

Eine nicht oder nur unzureichend behandelte chronisch obstruktive Bronchitis entwickelt sich sehr oft weiter zu einem Lungenemphysem, also zu einer nicht mehr heilbaren Überblähung der Lunge als unmittelbare Folge der Zerstörung von Lungengewebe. Es entsteht häufig schon in Ruhe eine massive Atemnot, die nur noch durch eine Langzeitversorgung mit Sauerstoff gemildert werden kann. Seit einigen Jahren wird das Krankheitsbild der chronisch obstruktiven Bronchitis mit einem Lungenemphysem, aber auch ohne Lungenemphysem als COPD (= chronic obstructive pulmonary disease) bezeichnet; diese Abkürzung wird auch in den folgenden Ausführungen verwendet.

Die Bedeutung der COPD

Erkrankungen der Atmungsorgane gehören nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt zu den häufigsten Krankheiten. In der Statistik der Todesursachen stehen sie an dritter Stelle hinter Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Es ist davon auszugehen, dass 15 % bis 20 % der Bundesbürger erkannt oder unerkannt, behandelt oder unbehandelt, an einer Erkrankung des Bronchialsystems und der Lunge leiden. Hierzu gehört in erster Linie die COPD. Sie ist aufgrund der hohen Anzahl der Erkrankten ohne Zweifel als eine „Volkskrankheit“ zu bezeichnen. Allerdings müssen dem Volk erst noch die Bedeutung der COPD und deren Kosten für das Gesundheitswesen bewusst gemacht werden. Dies ist umso erstaunlicher, weil fast jeder in seinem persönlichen Bekannten- und Freundeskreis einen Menschen kennt, der potenziell oder schon tatsächlich unter dieser Krankheit leidet.

Jüngere Untersuchungen hinsichtlich des Risikos von Raucherinnen, an einer COPD zu erkranken, haben allerdings gezeigt, dass Frauen offenbar aufgrund einer ausgeprägteren Überempfindlichkeit der Atemwege nicht nur noch stärker gefährdet sind als Männer, sondern dass Frauen auch häufiger aufgrund akuter Verschlechterung ihrer COPD in ein Krankenhaus eingewiesen werden müssen.

Die Kosten einer COPD-Behandlung schwanken im Einzelfall beträchtlich; sie ist abhängig vom Schweregrad der Erkrankung sowie von der Anzahl und der Zeitdauer der Krankenhausaufenthalte, die meistens die Folge akuter Verschlechterungen, bedingt durch Infekte, sind. In solchen Fällen können die Kosten ein Mehrfaches des oben genannten Betrages ausmachen. Langfristig betrachtet ist der rasanten Zunahme der COPD-Patienten nur mit einer Vielzahl verschiedenster Maßnahmen zu begegnen:

  • Umfassende Gesundheitsvorsorge, d.h., insbesondere Bekämpfung des Rauchens, nicht der Raucher;
  • Aufklärung über die gesundheitlichen Gefahren des Rauchens in den Schulen, denn wer mit dem Rauchen erst gar nicht anfängt, hat auch keine Probleme beim Aufhören;
  • Information der Patienten über das Leben mit ihrer COPD, hierzu wird auf den Patientenratgeber der Deutschen Atemwegsliga zur COPD-Leitlinie „Chronisch obstruktive Bronchitis und Lungenemphysem – besser mit der Krankheit leben“ hingewiesen
  • Entwicklung und breitenwirksame Umsetzung von besonderen Schulungsprogrammen für Patienten mit COPD
  • Entwicklung und Umsetzung eines speziellen und einheitlich angewandten Diagnose- und Behandlungsprogramms in Form eines Disease-Management-Programms (DMP) für die COPD, das geeignet ist, die bisher insgesamt unzulängliche Diagnose und Therapie der COPD für den einzelnen Patienten erkennbar zu verbessern.

Bei all dem sollte jedoch nicht vergessen werden: Eine schwere COPD ist für den davon betroffenen Menschen eine Erkrankung, die nicht heilbar ist, die seine Lebensqualität erheblich einschränkt und die sein Leben verkürzen kann – vor allem dann, wenn sie nicht oder nicht ausreichend behandelt wird.

Die Diagnose der COPD

Die ersten Anzeichen einer COPD, die jeder schon selbst an sich wahrzunehmen vermag, können folgende sein: immer wiederkehrender und anhaltender Husten, verbunden mit Auswurf (wobei anfangs der Husten auch noch ohne Auswurf auftreten kann), rasselnde Geräusche beim Ausatmen, beginnende Atemnot unter körperlicher Belastung. Bereits eines dieser Anzeichen sollte ausreichen, den Arzt aufzusuchen, um die Ursachen dafür abklären zu lassen. Der Arzt wird – neben der Beachtung der vorgenannten Anzeichen – mit entsprechenden Untersuchungen und Messungen beginnen. Es geht dabei um die Funktionsfähigkeit der Lunge. Dies geschieht entweder mit einem Spirometer („kleine Lungenfunktion“) oder mit einem Ganzkörperplethysmographen („große Lungenfunktion“).

Zur weiteren Absicherung der Diagnose werden häufig noch eine Analyse der Blutgase (insbesondere zur Feststellung des Sauerstoffgehalts im Blut) und eine Untersuchung des Herzens (EKG) vorgenommen. Im Rahmen der Krankheitsvorsorge wurde empfohlen, dass bei Rauchern ab dem 40. Lebensjahr zum Ausschluss einer COPD alle zwei Jahre die Lungenfunktion mit einer Spirometrie überprüft werden sollte.

Die Therapie der COPD

Die Therapie der COPD ist – wie bei jeder Krankheit – abhängig von deren Schweregrad und den eventuell schon bestehenden oder zu erwartenden Auswirkungen auf andere Organe (Herz) und auf körperliche Belastbarkeit insgesamt. Mit zunehmendem Schweregrad einer COPD wird die „Mitarbeit“ der Patienten immer wichtiger. Da die meisten von einer COPD betroffenen Menschen dazu neigen, sowohl die Krankheit als auch deren Verlauf nicht ernst genug zu nehmen, sollte nicht nur eine Veränderung der oben genannten Krankheitszeichen beobachtet werden, sondern mithilfe eines Peakflow-Meters – das ist ein mechanisches Messgerät zur Bestimmung der maximalen Strömungsgeschwindigkeit innerhalb der Atemwege – der Stand der Weitstellung bzw. Verengung der Atemwege bestimmt werden. Die Verfügbarkeit eines Peakflow-Meters – das vom Arzt verschrieben werden kann – und dessen regelmäßiger Einsatz sind also die unabdingbare Voraussetzung für die gebotene Einbeziehung des Patienten in die Behandlung seiner COPD, natürlich mit Wissen und in Abstimmung mit dem ihn betreuenden Arzt.

Um die gemessenen Daten und andere Angaben übersichtlich erfassen zu können, hat die Deutsche Atemwegsliga „Mein COPD-Tagebuch“ aufgelegt, das eine wichtige Hilfe für den Patienten und seinen behandelnden Arzt bei der Therapieanpassung an die sich verändernden Krankheitssituationen des COPD-Patienten sein kann.

Die Therapie der COPD basiert auf vier Säulen (s. Patientenratgeber zur COPD-Leitlinie der Deutschen Atemwegsliga):

  1. Vorbeugung: Raucherentwöhnung, Schutzimpfung gegen Grippe und Pneumokokken (Bakterien, die Atemwegsinfekte auslösen können)
  2. Medikamentöse Behandlung: Medikamente, die die Bronchien erweitern (sogenannte Sympathomimetika und Anticholinergika), Theophyllin, Kortison, schleimlösende Medikamente, Antibiotika
  3. Nichtmedikamentöse Behandlung: körperliches Training, insbesondere Lungensport, Physiotherapie, Ernährungsberatung, Schulung der Patienten
  4. Apparative/operative Behandlung: Langzeit-Sauerstoff-Therapie, Nicht-invasive Beatmung, Emphysemchirurgie, Lungentransplantation

Auch bei einer optimalen Therapie der COPD besteht – wegen der vorgeschädigten Lunge – stets ein überdurchschnittliches Risiko, an einem Atemwegsinfekt zu erkranken. Ein unbehandelter Atemwegsinfekt kann insbesondere bei einer schweren COPD sehr schnell in einen lebensbedrohlichen Krankheitszustand führen; er bedarf daher stets einer frühzeitigen ärztlichen Behandlung. Zur Therapie der COPD gehört auch, dass der Patient weiß – z.B. durch eine Schulung – wie er sich bei einer akuten Verschlechterung (Exazerbation) oder in einer akuten schweren Atemnot zumindest so lange selbst helfen kann, bis ein Notarzt seine Betreuung übernehmen kann.

Patientenliga Atemwegserkrankungen e. V.

26.05.14

COPD
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