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Entstehung von COPD

COPD bezeichnet eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung; die Abkürzung steht für die englische Bezeichnung chronic obstructive lung disease. Bei COPD vollzieht sich ein meist schleichender entzündlicher Prozess in der Lunge, der in zunehmendem Maße zu einer Schädigung der Bronchien sowie einer Verengung der Atemwege führt und letztlich die Zerstörung der Lungenbläschen und eine Einschränkung der Lungenfunktion bewirkt.

Dies führt bei den Betroffenen zu Husten, Auswurf und mit fortschreitender Krankheit zu einer zunehmenden Beeinträchtigung der Atmung bis hin zur Atemnot. Diese Anzeichen zählen zu den Hauptsymptomen der Krankheit. Eine eingeschränkte körperliche Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit, die sich durch Kurzatmigkeit bei der Bewältigung selbst leichter Alltagsaufgaben bemerkbar machen, sind die Folge. COPD ist eine unheilbare Krankheit. Schätzungen nach leiden in Deutschland ca. fünf Millionen Menschen an der Lungenkrankheit COPD, die in Europa mittlerweile die dritthäufigste Todesursache darstellt.

Entstehungsursachen und Risikofaktoren

„Eine COPD ist immer die Folge einer langjährigen Schädigung der Lunge durch äußere Einflüsse“, erläutert Herr Dr. med. M. Barczok, Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde. Bei 80 bis 95 % der an COPD erkrankten Personen stellt das Rauchen die Hauptursache für die Entstehung der Krankheit dar.

Aber auch das jahrelange regelmäßige Einatmen von Schad- und Reizstoffen oder Feinstaub infolge von Luftverschmutzung und Belastung der Atemluft, insbesondere am Arbeitsplatz sowie das Passivrauchen gehören zu den Risikofaktoren für COPD. Diese Ursachen sind jedoch gemessen an der Zahl der COPD-Fälle, die durch Rauchen ausgelöst werden, von weit geringerer Bedeutung. Darüber hinaus können Atemwegsinfektionen eine Entstehung bzw. Verschlimmerung der COPD bewirken.

Zudem können auch genetische Aspekte eine Rolle spielen. Infolge der Vererbung eines Mangels an einem bestimmten Eiweiß (Alpha-1-Antitrypsin) kann die Entstehung der COPD begünstigt werden (angeborene COPD).

Alpha-1-Antitrypsin dient bei einem gesunden Menschen dem Schutz der Lunge vor eingeatmeten Schadstoffen. Alpha-1-Antitrypsinmangel hingegen bewirkt das Fehlen dieser Schutzschicht. Dadurch werden die Lungenbläschen schneller zerstört und es kann sich ein Lungenemphysem entwickeln. Kommen weitere Risikofaktoren hinzu, wie beispielsweise die Belastung durch Rauchen oder das arbeitsplatzbedingte Einatmen von Schadstoffen, ist ein schnelles Fortschreiten der Krankheit vorprogrammiert.

Krankheitsverlauf

Im Allgemeinen lässt sich der Krankheitsverlauf in drei Phasen gliedern: die chronische Bronchitis, die chronisch-obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem.

Chronische Bronchitis
In der ersten Phase entwickelt sich im Zuge einer langjährigen Schädigung der Lunge durch äußere Einflüsse eine chronische Bronchitis, d. h., eine dauerhafte Entzündung der Bronchialschleimhaut. Große Mengen an regelmäßig eingeatmeten Schadstoffen führen zur Zerstörung der sog. Flimmerhärchen, welche beim gesunden Menschen die eingeatmete Luft anfeuchten, reinigen und Fremdkörper abtransportieren. Eingeatmete Schadstoffe können somit aus der Lunge nicht mehr nach oben transportiert werden, sondern verbleiben in den Bronchien und führen zur Reizung und Entzündung der Schleimhaut, in deren Folge die Lunge übermäßig große Mengen an schleimigem, zähen Sekret produziert. Der Schleim kann aufgrund der beschädigten Flimmerhärchen wiederum nicht abgehustet werden und verbleibt ebenfalls in den Bronchien.

Die typischen Beschwerden des Betroffenen sind Husten, Auswurf und im weiteren Verlauf eine anfallsartige Belastungsatemnot.

Chronisch-obstruktive Bronchitis
Die chronisch-obstruktive Bronchitis entwickelt sich als Folge der chronischen Bronchitis. In dieser zweiten Phase des Krankheitsverlaufs kommt es zusätzlich zu der vermehrten Schleimbildung durch die ständige Reizung zur Verkrampfung der Bronchialmuskulatur sowie zur Schwellung der Bronchialschleimhaut. Diese Vorgänge führen letztlich zu einer Verengung der Bronchien.

Durch die bronchiale Verengung kann die Atemluft nicht mehr ungehindert ein- und ausströmen. Das Einatmen erfordert von den Betroffenen erhöhte Anstrengung und besonders das Ausatmen verursacht große Schwierigkeiten. Die Luft in den Lungen strömt nicht mehr komplett aus, sondern es verbleibt immer ein Rest der eingeatmeten Luft, was zu einer Vermehrung der Luftmenge in den Bronchien führt. Im fortschreitenden Krankheitsverlauf entwickelt sich in Phase drei das sog. Lungenemphysem.

Lungenemphysem
Das Lungenemphysem ist eine Lungenblähung, bei der eine Überdehnung des Lungengewebes durch die oben beschriebene Vermehrung der Luftmenge in den Bronchien auftritt. Dadurch werden die Wände der Lungenbläschen zerstört und die Lungenelastizität vermindert. Dieser Vorgang ist zu vergleichen mit einem Luftballon, in den eine zu große Menge Luft geblasen wird. Lässt man die Luft aus dem zu prallen Ballon wieder heraus, gewinnt er nicht seine ursprüngliche Form zurück, sondern bleibt ausgeleiert und schlaff. Die Lungenbläschen verlieren – wie das Gummigewebe des Ballons – ihre Elastizität und damit ihre Funktion. Der Körper kann nicht mehr ausreichend Sauerstoff aus der Lunge aufnehmen. Dies führt zu einer starken, unheilbaren Beeinträchtigung der Lungenfunktion, die mit Atemnot, Leistungsschwäche und einer verkürzten Lebenserwartung einhergeht.

Fazit

COPD ist eine ernstzunehmende Krankheit mit schweren, unumkehrbaren Folgen, die im schlimmsten Fall tödlich sein können. Lebensqualität und Lebenserwartung werden bei den Betroffenen deutlich herabgesetzt. COPD entwickelt sich meist über einen Zeitraum von mehreren Jahren schleichend und unbemerkt, da viele Betroffene die Symptome nicht richtig deuten können.

Oft gehen sie deshalb erst in einem relativ fortgeschrittenen Krankheitsstadium zum Arzt. Da die Schädigung der Lungenfunktion durch die Zerstörung der Lungenbläschen im Endstadium nicht mehr rückgängig zu machen ist, ist es sehr wichtig rechtzeitig entsprechende Maßnahmen zu ergreifen und so ein weiteres Fortschreiten der Krankheit zu verhindern.

Sandra Kirvel

26.05.14

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