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COPD und Osteoporose: Bewegung als wichtigster Therapiebaustein

Osteoporose ist eine Begleiterkrankung der COPD. Dr. Michael Barczok, Internist, Allergologe, Internist, Pneumologe und Schlafmediziner erklärt im Experteninterview, wie sich COPD-Patienten davor schützen können.

Wieso neigen COPD-Patienten zu Osteoporose?

Das hat mehrere Gründe. Zum einen die Erkrankung selbst. Bei COPD handelt es sich um eine Systemerkrankung. Viele Organe werden durch diese Erkrankung negativ beeinflusst und in ihrer Versorgung mit Energie und Sauerstoff gestört. Der ohnehin langsame und anfällige Stoffwechsel in den Knochen ist davon besonders betroffen. Aus hormonellen Gründen gilt dies für Frauen noch stärker als für Männer. Vor allem nach der Menopause ist dies gehäuft zu beobachten. Hinzu kommt der als Folge der Krankheit ohnehin erniedrigte Sauerstoffgehalt des Blutes. Ein zusätzliches Problem kann dann bei schwerer COPD auch der dann gehäuft notwendige Einsatz von Kortison sein, der ebenfalls die Entstehung von Osteoporose fördert.

Welchen Einfluss hat das auf die Behandlung?

Der Einsatz von Medikamenten gegen Osteoporose muss konsequent nach Vorgabe der Leitlinien erfolgen. Wichtig ist aber auch die Anleitung der Patienten hin zu Verhaltensweisen, die der Entwicklung einer Osteoporose vorbeugen können.

Welche therapeutischen Maßnahmen sollten ergriffen werden?

Gesunde Ernährung, Abbau von Übergewicht, ausreichend Bewegung, genügend Sauerstoff und natürlich auch eine überwachte medikamentöse Therapie.

Gibt es spezielle Ernährungshinweise?

Weder Über- noch Untergewicht sind günstig. Wichtig ist auch eine vitaminreiche, eiweißreiche Kost.

Können COPD-Patienten, die auch an einer Osteoporose leiden, trotz der Erkrankung Sport treiben?

Ja, unbedingt! Ein ganz wichtiger Grund für die Entstehung einer Osteoporose ist mangelnde Bewegung. Sport, oder sagen wir besser Bewegung ist das wichtigste „Medikament“ dagegen. Gerade daran hapert es jedoch bei den meist älteren und natürlich kurzatmigen Patienten mit COPD. Hier lässt sich andererseits auch am schnellsten etwas ändern.

Welche Sportart ist für an COPD Erkrankte besonders gut geeignet?

An sich ist jeder Sport besser, als nichts zu tun. Besonders geeignet sind Sportarten, die sich gut dosieren lassen und die Ausdauer besonders unterstützen wie Wandern, Tanzen, Schwimmen oder Radfahren. Hier ist besonders der Einsatz von E-Bikes sinnvoll. Dadurch gelingt es, bei flachen Strecken oder geringen Steigungen eine ausreichende Bewegung sicherzustellen, andererseits bei stärkerer Steigung und damit rasch drohender Gefahr einer Überlastung den Elektromotor zu Hilfe zu nehmen. Für Patienten mit COPD ist das E-Bike daher die ideale Form des Radfahrens.

Worauf sollten Betroffene beim Sport besonders achten?

Langsam Starten, dosiert belasten, nicht überlasten. Für motivierte Patienten ist es dabei mitunter schwer, rechtzeitig aufzuhören. Leider lassen sich kaputte Lungenbläschen nicht ersetzen, auch nicht herbei trainieren. Darum aufhören, wenn es nicht mehr geht!

Regelmäßiges Ausdauer- und Krafttraining ist für COPD-Patienten generell sinnvoll. Beim Krafttraining kann der COPD-Patient im Fitnessstudio oder zu Hause die Übungen durchführen. Zum Training der Arm- und/oder Beinmuskulatur können Hanteln oder Gewichtsmanschetten verwendet werden. Zu beachten ist dabei, dass das Gewicht individuell, je nach Trainingszustand, gewählt werden sollte. Es bieten sich da z. B. Manschetten an, bei denen die Gewichte ausgetauscht werden können. Um ggf. Druckstellen zu vermeiden, sollten diese gepolstert sein.

Quelle: COPD und Asthma 03/2013

05.02.14

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