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Der Winter kommt – Was bedeutet das für meine chronische Atemwegserkrankung?

Patienten mit einer chronischen Atemwegserkrankung – sei es ein Asthma bronchiale oder eine chronisch obstruktive (einengende) Bronchitis – haben häufig Angst vor den Herbst- und Wintermonaten. Sie wissen, dass insbesondere bei schon langjähriger Erkrankung jeder Infekt aufgrund ihres weniger belastungsfähigen Bronchialsystems zu einer Verschlechterung (Exazerbation) ihrer schon bestehenden Grunderkrankung führen kann.

Was kann der Patient möglichst früh selbst tun, um Infekten vorzubeugen, deren Verlauf abzumildern oder eine erhebliche Verschlechterung mit nachteiligen Folgen für seine weitere Lebensqualität oder gar für seine Lebenserwartung zu vermeiden?

Akute Atemwegsinfekte

Erkältungskrankheiten (grippale Infekte), die sich in den oberen Atemwegen niederschlagen, sind bei jedem Menschen insbesondere in Herbst und Winter nahezu unvermeidbar. Ihre Auswirkungen sind Husten, Schnupfen, Halsschmerzen und Heiserkeit. Wenn man diese Symptome bei sich selbst feststellt, ist es in vielen Fällen für eine „kurzfristige“ Heilung schon zu spät. Für den Umgang mit einer akuten Infektion der Atemwege ist es wichtig zu wissen, dass sie in ca. 95 von 100 Fällen durch Viren verursacht wird; die restlichen 5% der Erkrankungen werden von Bakterien ausgelöst. Bei einem gesunden Menschen kann der Körper mit einer Virusinfektion gut fertig werden. Hier genügt meist eine Behandlung der auftretenden Symptome mit geeigneten Medikamenten.

Influenza ernst nehmen

Sehr viel schwerwiegender – insbesondere bei Patienten mit einem nicht gut kontrollierten Asthma bronchiale oder mit einer schweren obstruktiven Bronchitis – ist die Erkrankung an einer echten Grippe (Influenza). Diese Krankheit kann selbst für jüngere, mutmaßlich immunstabile Menschen in Einzelfällen einen durchaus lebensgefährlichen Verlauf haben. Bei einem schwachen Immunsystem oder gar bei Bestehen einer chronischen Atemwegserkrankung bedarf die Influenza immer einer ärztlichen Behandlung. Patienten mit einer chronischen Atemwegserkrankung wird eine jährliche Schutzimpfung gegen Grippeviren empfohlen. Sie ist deshalb in diesem zeitlichen Rhythmus erforderlich, weil ständig neue Stämme von Grippeviren entstehen, an die die Zusammensetzung des Impfstoffes jeweils angepasst werden muss. Die Wirkung einer Grippeschutzimpfung hält etwa vier bis fünf Monate an. Hinsichtlich des geeigneten Zeitpunkts für eine Impfung ist deshalb Folgendes zu bedenken: Nach den vorliegenden Erfahrungen über das jahreszeitliche Auftreten von Grippewellen kommt es oft zu einer Häufung der Erkrankungen im Februar oder im März. Wegen der o. g. Wirkungsdauer sollte die Impfung erst im Oktober oder im November vorgenommen werden.

Gibt es Möglichkeiten, einer akuten Atemwegserkrankung vorzubeugen?

Die Antwort lautet, dass keine Maßnahmen bekannt sind, die eine Infektion sicher verhindern könnten. In ihrem Informationsblatt „Akute Atemwegsinfekte“, auf dem dieser Beitrag überwiegend basiert, führt die Deutschen Atemwegsliga zur Frage einer möglichen Vorbeugung aus, dass man jedoch einiges tun kann, um das Immunsystem und somit die Abwehrleistung des Körpers zu stärken. Eine vitaminreiche Ernährung, viel Bewegung an der frischen Luft, Sauna und wenig Stress schaffen gute Voraussetzungen, Erkältungen zu verhindern. Wichtig ist auch das Meiden von Nikotin und Alkohol.

Ärztliche Behandlung notwendig

Hinsichtlich der subjektiven Beurteilung einer akuten Verschlimmerung einer chronisch obstruktiven Bronchitis ist darauf hinzuweisen, dass jede Exazerbation ein Notfall für den Patienten darstellt. Sie bedarf daher einer angemessenen und nachhaltigen ärztlichen Behandlung. Eine akute Verschlimmerung liegt vor, wenn im Verlauf der Erkrankung die Atemnot plötzlich zunimmt, der Husten heftiger und der Schleim mehr wird. Sobald die genannten Symptome auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dies ist umso zwingender, je schwerer die chronische Atemwegserkrankung ist – auch ohne Infekt. Gehen Sie bei Auftreten einer Exazerbation lieber früher als zu spät zu Ihrem Arzt.

Dr. rer. pol. Helmut Berck

Hintergrund: Erkältungsauslöser

Erkältungsviren werden auf zwei Wegen weitergegeben:Zum einen durch feinste, von den Erkrankten in die Luft abgegebene Tröpfchen (Husten, Niesen, Sprechen), zum anderen durch direkten und indirekten Kontakt mit den Erkrankten (Händeschütteln, Küsse, Geschirr, Telefon, Türklinken). Bakterien sind im Gegensatz zu den Viren eigenständige Lebewesen, die in unserem Körper und in unserer Umgebung vorkommen. Manche sind für unsere Körperfunktionen wichtig, manche können Erkrankungen auslösen. Sie werden wie die Viren durch Tröpfchen oder durch direkten Kontakt übertragen. Eine Infektion mit Bakterien kann mit den passenden Antibiotika gut behandelt werden. Diese Medikamente unterbinden die Vermehrung der Bakterien in unserem Körper.

Aus allergikus 4/08

19.01.09

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