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Was steckt in Cremes, Duschgel und Co.?

Bei der Auswahl von Pflegeprodukten sind vor allem die Inhaltsstoffe für die gewünschte Wirkung von entscheidender Bedeutung. Grund genug, einige dieser Stoffe und ihre Wirkung einmal näher vorzustellen. Elke Bottlender, Bad Kreuznach, erklärt die Einsatzgebiete von: Aloe vera, Calendula, Jojobaöl, Thymian und Heilerde. Aloe vera wird bei trockener und gereizter Haut verwendet, Calendula bei rissiger und gereizter Haut und Jojobaöl bei trockener Haut. Thymian und Heilerde versprechen Linderung bei fettiger Haut. Birgit Huber, vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel, erklärt außerdem die Einsatzgebiete von Sheabutter, Stutenmilch, Arganöl, Hanfsamenöl und Sanddorn.

Aloe vera

Aloe – auch Kaiserin der Heilpflanzen genannt – ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Aloen. Die Pflanze ist vor allem in heißen Klimagebieten verbreitet. Das Aloe vera-Gel besteht aus dem wasserreichen Blattinneren der Pflanze. Sie benötigt drei Jahre um ihre Inhaltsstoffe vollständig auszubilden. Die ältesten Blätter der Pflanze werden mit einem scharfen Messer abgeschnitten, um dann am untersten Blattende das gespeicherte Aloe vera-Gel zu entnehmen. Es enthält unzählige Vitamine, Mineralstoffe, Enzyme und essenzielle Aminosäuren. Angewendet wird es bei Hautverletzungen, Hautirritationen, Sonnenbrand, Neurodermitis, Herpes und Haarausfall. Es beschleunigt das Zellenwachstum und wirkt vorbeugend gegen Hautalterung, ebenso ist es entzündungshemmend, wundheilend, immunstimulierend, kühlend, schmerzlindernd und antibakteriell.

Calendula (Ringelblume)

Calendula ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler und wird in der Zeit von Juni bis Oktober geerntet. Die Früchte enthalten 25 % Fett und 60–70 % Fettsäuren (Calendulasäure).
Die Calendula Blüten und Blätter sind innerlich sowie auch äußerlich verwendbar. Die Wirkung der Calendulapflanze kann die Bildung neuer Hautzellen fördern. Äußerlich angewendet wirkt sie entzündungshemmend, wundheilungsfördernd, pilzhemmend, schmerzstillend, gewebestärkend und antibakteriell. Innerlich wirkt sie beruhigend, entspannend, belebend und entzündungshemmend.
Calendula wird angewendet bei Gefäßverletzungen, blutenden Wunden, Warzen, trockener und rissiger Haut, Neurodermitis, Akne, Allergie, Hautverbrennungen und Mundhöhlenentzündungen.

Jojoba

Jojobaöl ist nicht fettend, sondern enthält in erster Linie Provitamin A und Vitamin E. Vitamin A regeneriert die Haut und beugt Faltenbildung vor, während Vitamin E vor freien Sauerstoffradikalen schützt und einen natürlichen Sonnenschutzfaktor von drei bis vier enthält. Auch Vitamin B sowie Mineralstoffe gehören zu den wichtigen Inhaltsstoffen des Jojobaöles. In der Kosmetik ist Jojobaöl vielseitig einsetzbar. Es bildet einen zarten Lipidfilm auf der Haut, ohne diese jedoch abzudichten. Außerdem ist Jojoba stark feuchtigkeitsspendend und wirkt entzündungshemmend. Die antibakterielle Wirkung beruht darauf, dass das Wachs Bakterien und Pilze die Lebensgrundlage entzieht, da diese es nicht verarbeitet können. Deshalb wird es gerne bei unreiner Haut und Akne eingesetzt. In Kombination mit Sheabutter wird Jojobaöl häufig bei Schuppenflechte, Neurodermitis oder dem sog. Milchschorf angewendet.

Thymian

Thymian gehört zu der Pflanzengattung der Lippenblütengewächse. Die Frucht des Thymians ist nussförmig und enthält runde Samen. Es wirkt keimtötend auf den menschlichen Körper und als Vollbad beruhigend bei juckenden Hauthautkrankheiten.

Heilerde

Ist ein Pulver, das aus Lößablagerungen gewonnen wird. Heilerde kann innerlich sowie äußerlich angewendet werden, z. B. als Peeling oder Pflegemaske bei unreiner bzw. fettiger Haut. Sie wirkt bei äußerlicher Anwendung abschwellend, beruhigend, austrocknend, antientzündlich und stillt Juckreiz und Schmerz.

Sheabutter

Sheabutter wird aus den Früchten des Karitébaumes gewonnen. Das aus der Kariténuss gewonnene Fett kann in der Kosmetik vielfältig eingesetzt werden, da Sheabutter viele wertvolle Inhaltsstoffe enthält, denen eine hautberuhigende und regenerierende Wirkung zugeschrieben wird. Trockener und rissiger Haut sowie spröden Haaren spendet die Butter aufgrund der vielen enthaltenen Fettsäuren Feuchtigkeit. Auch für die Lippenpflege eignet sich die Sheabutter sehr gut. Durch Inhaltsstoffe wie beispielsweise Allantoin, das entzündungshemmende, reizlindernde und hautregenerierende Eigenschaften besitzt, kann Sheabutter auch zur Pflege von zu Reizungen neigender Haut eingesetzt werden.

Stutenmilch

Stutenmilch wird bereits seit längerer Zeit von Heilpraktikern und Naturmedizinern gern gegen Hauterkrankungen wie Schuppenflechte und Neurodermitis eingesetzt, da sie reich an antibakteriell wirkenden Substanzen ist. Darüber hinaus wird sie aufgrund ihrer Inhaltsstoffe wie z. B. ungesättigten Fettsäuren, Mineralstoffen, Vitaminen und Enzymen auch in Körperpflegeprodukten verwendet. Sie unterstützen die Haut dabei, ihre Elastizität zu steigern, sie zu glätten und gibt ihr Feuchtigkeit wieder zurück.

Arganöl

Arganöl ist ein sehr wertvolles Öl, das aus den Samen des Arganbaums gewonnen wird. Die Argannuss hat nur ca. zwei bis drei Samen in der Größe eines Sonnenblumenkerns, sodass die Herstellung sehr aufwendig ist. Arganöl enthält eine Vielzahl an ungesättigten Fettsäuren, wie z. B. Linolsäure. Das Öl schützt die Haut vor Feuchtigkeitsverlust und stärkt die Hautelastizität. In Haarpflegemitteln beugt es Haarbruch vor. Arganöl besitzt aufgrund seines hohen Vitamin-E-Gehalts eine antioxidative Wirkung.

Hanfsamenöl

Hanfsamenöl wird aus den Samen der Hanfpflanze gewonnen, die etwa 35 % fettes Öl enthalten, das sich durch Pressen leicht gewinnen lässt. Hanfsamenöl weist einen hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren auf wie z. B. Gamma-Linolensäure, welche die Schutzfunktion der Haut unterstützt. Die Fettsäuren schützen die Haut vor Infektionen und Feuchtigkeitsverlust und stärken die Hautelastizität. Insbesondere bei trockener und sensibler Haut sowie bei spröden Haaren wird Hanfsamenöl gern eingesetzt.

Sanddorn

In der Kosmetik werden zwei verschiedene Öle des Sanddorns verwendet: Das Sanddornfruchtfleischöl und das Sanddornkernöl. Sanddorn unterstützt die Regenerierung der Haut und wirkt der natürlichen Hautalterung entgegen. Er verfügt über reizlindernde Eigenschaften und hilft bei der Minderung von Rissen in der Hornschicht der Haut. Seine antibakterielle Wirkung beugt Entzündungen vor und kann daher auch bei Akne oder Neurodermitis zur begleitenden Hautpflege verwendet werden. Zudem steigert er die Hautfeuchte und ist daher gut für trockene und normale Haut geeignet.

Quellen:
Patient und Haut 2/2017
Patient und Haut 1/2017

09.01.18

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