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Diabetes-Schulungen: Darum sind sie so wichtig

Wieder die Schulbank drücken – wozu soll das denn gut sein? Das mag sich vielleicht so mancher frisch diagnostizierte Diabetiker fragen. Aber Diabetes ist eine Erkrankung, deren Verlauf vor allem vom Betroffenen abhängt – denn er führt die Therapie Tag für Tag aus. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Menschen mit Diabetes umfassend über ihre Krankheit geschult und in ihrem Management ausgebildet werden.

Aus diesem Grund lassen sich die Diabetikerschulungen vielleicht auch eher als Patiententrainings bezeichnen – geübt wird der praktische Umgang mit dem Diabetes, denn dabei gilt es einiges zu beachten. Einige Hintergrundinformationen und bestimmte Diabetesmythen aufklärende Tipps stehen dabei aber auch auf dem Programm. Es gibt Schulungen für Kinder bzw. Jugendliche mit Typ-1-Diabetes und ihre Angehörigen, für Typ-2-Diabetiker, die kein Insulin spritzen sowie für Typ-2-Diabetker, die Insulin benötigen.

Laut den Anforderungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) sollen dabei folgende Ziele erreicht werden: Die Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten, Hilfestellung bei der Entscheidung bezüglich persönlicher Ziele der Diabetesbehandlung (sog. Empowerment – man nimmt den Umgang mit der Erkrankung selbst in die Hand) und Hilfestellung zur Verhaltensänderung und dem Transfer der Schulungsinhalte in den Lebensalltag der Patienten. Das setzt voraus, dass auf die individuelle Situation des Patienten eingegangen wird. Denn diese variiert unter Umständen so stark, dass jeder Schulungsteilnehmer andere Schwerpunkte setzt.

Trotzdem gibt es bei jeder Diabetesschulung einige zentrale Inhalte, die für jeden Teilnehmer wichtig sind: Das ist natürlich in erster Linie das Blutzuckermanagement und die richtige Blutzuckereinstellung. Hier geht es ums Blutzuckermessen, ggf. auch um das Einüben der Insulintherapie sowie den Umgang mit Akutkomplikationen wie Hypoglykämien. Wichtige Aspekte sind auch mit dem Diabetes assoziierte Risiken und Folgererkrankungen, wie das diabetische Fußsyndrom. Weitere Themen sind Ernährung, Bewegung und Sport sowie der Umgang mit dem Diabetes im Alltag, z. B. im Beruf oder auf Reisen. Schließlich stehen noch sozialrechtliche sowie psychosoziale Fragen – also Themen wie Diabetes und Schwerbehinderung oder der Umgang mit der Krankheit in Familie und Partnerschaft – auf dem Plan. Die Schulungen erfolgen meist in der Gruppe, können aber auch einzeln durchgeführt werden.

Übrigens: Wer einmal geschult worden ist, kann im Verlauf der Erkrankung auch nochmals den Umgang mit seiner Krankheit üben – denn vielleicht hat man im Laufe der Zeit ja auch so manches wieder vergessen. Nachschulungen sind laut DDG beispielsweise notwendig, wenn Therapieänderungen notwendig wurden, bedeutsame Probleme bei der Umsetzung der Diabetestherapie im Alltag bestehen, die vereinbarten Therapieziele nicht erreicht werden, Folge- und Begleiterkrankungen auftreten, die besondere Kenntnisse und Fähigkeiten erfordern oder besondere Lebensumstände die Umsetzung der Therapie bedeutsam erschweren, z. B. durch körperliche oder psychische Behinderungen, den Eintritt ins Berufsleben oder die Pflege von Angehörigen.

Quelle: Befund Diabetes 03/2013

11.02.14

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