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Diabetes und Übergewicht – gesunde Ernährung kann helfen

Übergewicht und Diabetes Typ 2 hängen häufig miteinander zusammen – auch wenn dies nicht immer und zwangsläufig der Fall sein muss. Denn etwa ein Viertel der Übergewichtigen bleibt gesund. Wahrscheinlich hängt dies mit einem bestimmten Enzym, der Hämoxygenase (HO-1) zusammen. So haben amerikanische Forscher herausgefunden, dass übergewichtige Menschen mit einer hohen Konzentration von HO-1 im Gewebe deutlich häufiger an Folgeerkrankungen wie Diabetes erkranken.

Für übergewichtige Menschen mit Typ-2-Diabetes gilt nach wie vor, dass sie vor allem auf Ernährung und Bewegung achten sollten – Stichwort Lebensstiländerung. Eine Gewichtsabnahme von fünf bis zehn Kilogramm verbunden mit mehr Bewegung im Alltag kann bei manchen Typ-2-Diabetikern schon dafür sorgen, dass sie zunächst keine Medikamente (mehr) brauchen.

Wie sieht die richtige Ernährung aus?

Allgemein wird Typ-2-Diabetikern eine Nahrungsumstellung hin zu fettarmer und ballaststoffreicher, vollwertiger, gesunder Mischkost empfohlen, schreibt das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ). Bei der Gewichtsabnahme kann man in der Ernährungstherapie zwei Typen unterschieden: die mäßig kalorienbegrenzte (mehr als 1.000 kcal täglich) und eine drastisch kalorienreduzierte Ernährung (weniger als 1.000 kcal täglich), so das DDZ. Bei der mäßig kalorienbegrenzten Ernährung nimmt man eine ausgewogene Mischkost zu sich, wobei darauf zu achten ist, dass die Fettzufuhr nicht mehr als 25–30 % der Kalorien ausmachen sollte. Die tägliche Kalorienmenge wird zu Beginn der Therapie unter Berücksichtigung von Alter und Ausgangsgewicht festgelegt. Diese Form der Ernährung kann über einen fast beliebig langen Zeitraum eingesetzt werden, heißt es weiter.

Eine drastisch kalorienreduzierte Ernährung sollte nur etwa zwei bis zwölf Wochen lang eingesetzt werden. Risiken sind hier Mangelernährung, Blutdruckabfall, verminderte Leistungsfähigkeit oder Verstopfung und auch gefährlichere Komplikationen wie z. B. Herzrhythmusstörungen und Nierenversagen – eine engmaschige ärztliche Kontrolle ist deshalb notwendig, betont das DDZ. Bei dieser Ernährungstherapie können auch Formulaprodukte (eiweißhaltige Pulver, die Mahlzeiten ersetzen) eingesetzt werden. Eine drastisch kalorienreduzierte Kost sollte in eine mäßig kalorienreduzierte Ernährungsbehandlung übergehen, damit eine rasche Wiederzunahme – der bekannte Jojo-Effekt – vermieden wird.

Welche Diät ist sinnvoll für übergewichtige Diabetiker?

Eine der größten, europaweiten Studien zum Thema Adipositas ist die sog. Diogenes-Studie (Diet, Obesity and Genes-Study). An dieser nahmen nach Angaben des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) 772 europäische Familien mit 938 übergewichtigen Erwachsenen und 827 Kindern teil, wobei ein Teil der Studienteilnehmer am DIfE untersucht wurde. Zu Beginn der Diogenes-Studie mussten die übergewichtigen, erwachsenen Teilnehmer mithilfe einer achtwöchigen Reduktionsdiät (800 kcal/Tag) zunächst abnehmen. Von den 938 Studienteilnehmern beendeten 773 diese Gewichtsreduktionsphase. Durchschnittlich verloren die Teilnehmer dabei etwa elf Kilogramm Körpergewicht. Im folgenden Interventionsteil der Studie musste dann die gesamte Familie eine von fünf vorgegebenen Diäten für einen Zeitraum von sechs Monaten einhalten, die per Zufallsprinzip ausgewählt wurde.

Zur Auswahl standen:

  • eine Kost mit erhöhtem Eiweißanteil (25 %) und niedrigem Glykämischen Index
  • eine Kost mit erhöhtem Eiweißanteil und hohem Glykämischen Index
  • eine Kost mit normalem Eiweißanteil (13 %) und niedrigem Glykämischen Index
  • eine Kost mit normalem Eiweißanteil und hohem Glykämischen Index

Bei der fünften Diät handelte es sich um eine „Kontroll-Diät“, die sich an den bestehenden Ernährungsempfehlungen orientierte. Während der Studie unterstützten und berieten Ernährungswissenschaftler die Familien. Zudem sammelten die Forscher Blut- und Urinproben der Studienteilnehmer.

Es zeigte sich, dass die geringste Gewichtszunahme in der ersten Gruppe zu verzeichnen war – also eine Ernährung mit dem auf 25 % erhöhten Eiweißanteil und niedrigem glykämischen Index (GI) günstig war. Man könne sich bei dieser Ernährungsform ernähren, ohne Kalorien zu zählen – und trotzdem i. d. R. nicht zunehmen.

Die schlechtesten Ergebnisse waren in der Gruppe zu verzeichnen, die eher weniger Proteine, aber Produkte mit hohen glykämischen Index verzehrte, wie reichlich Weißmehlprodukte. Lebensmittel mit niedrigem glykämischen Index haben zudem den Vorteil, dass sie den Blutzuckerspiegel weniger stark ansteigen lassen.

Quelle: Befund Diabetes 4/2014

02.04.15

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