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So kann Diabetespatienten mit Hyperhidrose geholfen werden

Starkes Schwitzen kann als ein unangenehmes Begleitsymptom von Diabetes mellitus auftreten. Dies wird als Sekundäre Hyperhidrose bezeichnet. Daher steht bei der Sekundären Hyperhidrose die Therapie der Grunderkrankung im Vordergrund. Befund Diabetes hat dazu Univ.-Doz. Dr. Peter Schratzberger von der Universitätsklinik Innsbruck befragt.

Herr Dr. Schratzberger, schwitzen Diabetiker grundsätzlich mehr als „gesunde“ Menschen?

Als Folge der Grunderkrankung Diabetes mellitus tritt nicht selten ein übermäßiges Schwitzen, die sog. Sekundäre Hyperhidrose, auf. Dieses kann verschiedene Ursachen haben und daher in unterschiedlichen Zusammenhängen auftreten. Betroffene sollten mit dem behandelnden Arzt Rücksprache halten, ob das Schwitzen separat und gezielt behandelt werden sollte oder ob durch die Diabetesbehandlung als solche diese Folgeerscheinung in den Griff zu bekommen ist.

Was löst das starke Schwitzen bei Diabetikern aus?

Die Sekundäre Hyperhidrose tritt häufig im Zusammenhang mit einer Unterzuckerung auf. Sinkt der Blutzucker des Diabetikers zu stark ab (Hypoglykämie), schüttet der Körper vermehrt Stresshormone aus. Infolgedessen kommt es zu vermehrter Schweißabsonderung. Das übermäßige Schwitzen ist dann also keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Hypoglykämie-Symptom. Man spricht daher von einer Sekundären Hyperhidrose, im Gegensatz zur Primären Hyperhidrose, die nicht auf eine andere Grunderkrankung zurückzuführen ist. Starkes Schwitzen während des Schlafs kann ein Hinweis auf eine unbemerkt gebliebene Unterzuckerung in der Nacht sein.

Eine andere Ursache für starkes Schwitzen kann bei Diabetikern jedoch auch in einer Neuropathie liegen, einer „klassischen“ Diabetes-Folgeerkrankung. Die Symptome einer diabetischen Neuropathie, unter der mehr als 30 % der Diabetiker leiden, sind vielfältig. Die diabetische Neuropathie betrifft i. d. R. nicht ausschließlich jene Nerven, die für Empfindungen und Bewegungen zuständig sind, sondern häufig sind auch Nerven des sog. Autonomen Nervensystems betroffen. Dieses reguliert Körperfunktionen wie Verdauung, Herz- und Kreislauftätigkeit sowie Stoffwechsel und unterliegt nicht der willkürlichen Steuerung, d. h., es arbeitet unabhängig, autonom. Eine diabetische Neuropathie des Autonomen Nervensystems kann auch Haut und Bindegewebe betreffen. Es kann dadurch zu einer chronischen Störung der Schweißproduktion und der Hautdurchblutung kommen. Die Neuropathie kann zu einer sehr trockenen Haut infolge verminderter Schweißbildung oder zu einer Hyperhidrose führen.

Gibt es im Fall von Hyperhidrose bei Diabetes Therapiemöglichkeiten und wenn ja, welche?

Von übermäßigem Schwitzen betroffene Diabetiker sollten in jedem Fall mit ihrem Arzt besprechen, wie störend die Symptome sind und was dagegen unternommen werden kann. Zuerst sollte die Blutzuckereinstellung überprüft werden, da durch eine optimale Therapie wiederholte Unterzuckerungssituationen vermieden werden können. Durch eine gute Stoffwechseleinstellung kann auch das Fortschreiten einer autonomen Neuropathie verhindert werden. Für das übermäßige Schwitzen als Folge einer Neuropathie sollten Patient und behandelnder Arzt gemeinsam entscheiden, welche weiterführenden Behandlungsoptionen neben der Behandlung der zugrundeliegenden Störung im Einzelfall geeignet sind.

Sind Diabetiker auch bei sommerlicher Hitze anfälliger als gesunde Menschen?

Insbesondere bei großer Hitze sollten vor allem Diabetiker auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, wobei hier vor allem Mineralwässern als Durstlöscher der Vorzug gegeben werden sollte. Besonders bei Patienten, die schon längere Zeit an Diabetes mellitus leiden, ist immer auch von einem bestimmten Maß an Kreislaufregulationsstörung auszugehen, was wiederum zu Schwindel, Schwäche und sogar Ohnmachtsanfällen (Synkopen) führen kann. Deshalb ist es für Diabetiker besonders wichtig, bei großer Hitze auf eine ausreichende Trinkmenge zu achten.

Quelle: Befund Diabetes Österreich 01/2013

20.06.13

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