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Diagnose von Bronchitis

Im Anschluss an eine detaillierten Befragung des Patienten nach seiner Krankengeschichte untersucht der Arzt die Lunge. Weiterhin erfolgt eine Abgrenzung des Hustens einer akuten Bronchitis von Husten durch physikalische und chemische Reize – z.B. Fremdkörper, Zigarettenrauch.

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Rachen, Mund und Nase sind ebenfalls wichtige Gegenstände der Untersuchung beim Arzt. Eine Untersuchung des Sputums (Auswurf) kann Aufschluss über die verursachenden Erreger geben. Gelblicher oder grünlicher Auswurf ist ein Hinweis auf eine eitrige Bronchitis, die als Zweitinfektion oder Superinfektion durch Bakterien hervorgerufen wird. Bei einem harmlosen, durch Viren ausgelösten Infekt, ist das ausgeworfene Sekret beim Husten weißlich.

Die Blutuntersuchung wird zum Feststellen von Entzündungszeichen herangezogen. Treten beim Abhören der Lunge verdächtige Geräusche neben den für die Bronchitis charakteristischen Rasselgeräuschen auf, die auf eine Lungenentzündung hindeuten können, wird eine Röntgenaufnahme der Lunge gemacht.

Husten als Symptom einer Bronchitis

Der Organismus reagiert auf Reizungen der Atemwege mit Husten. Derartige Reizungen können beispielsweise durch Krankheitserreger und eine erhöhte Schadstoffbelastung der Atemwege auftreten (z.B. inhalatives Rauchen). Plötzlicher Husten bei Kindern ist ein mögliches Warnsignal für das versehentliche Einatmen von Fremdkörpern (Erdnüsse, Gummibärchen oder Spielzeugteile). Auch ein Schlaganfall kann zu Schluckstörungen und damit zum Einatmen von Fremdkörpern (Essensresten, Getränken etc.) sowie zu starkem, plötzlich auftretendem Husten führen, wenn die Fremdkörper in die Atemwege gelangen. Da hier die Gefahr einer Lungenentzündung besteht, ist eine Abklärung wichtig. Ein Röntgenbild kann Aufschluss über eventuell verschluckte Gegenstände und deren Lokalisation geben.

Nach einem Faltblatt der Deutschen Lungenstiftung e.V. sind folgende Ursachen in Betracht zu ziehen, wenn der Husten mit Auswurf verbunden ist. Die wichtigsten Ursachen von chronischem Husten sind demnach:
• Chronische Bronchitis
• Asthma bronchiale
• Lungenkrebs
• Lungenentzündungen, aber auch Tuberkulose und Abwehrschwäche, z.B. durch AIDS
• Fremdkörpereinatmung
• Blutstau in den Lungen bei Herzschwäche
• Chronische Vernarbung des Lungengewebes (Lungenfibrose)
• Stimmbandlähmung

Seltene Lungenerkrankungen gehen jedoch auch mit Husten einher.

Bronchitis-Symptome als Hinweis auf eine akute Bronchitis

Allgemeine Erkältungssymptome sind zu Beginn einer unkomplizierten Virusbronchitis zunächst typisch: Schnupfen, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl und Müdigkeit deuten auf einen Infekt der oberen Luftwege hin. Ebenfalls typisch sind geschwollene Lymphknoten am Hals. Zunächst ist der dabei auftretende Husten trocken und mit weißlichem, zähem Auswurf verbunden. Wird dieser schleimig, eitrig und grün bis gelb, deutet dies auf eine zusätzliche Infektion durch Bakterien hin (Superinfektion). Starke Schmerzen in der Brust sind häufig mit der akuten Bronchitis verbunden. Fieber über 39 Grad Celsius ist selten, vielmehr ist der Rachen gerötet. Typisch sind beim Abhören durch den Arzt auch Rasselgeräusche. Unter Belastung kommt es häufig zu Atemnot.

Ausführliches Arzt-Patientengespräch und Verlauf der Bronchitis

Diese gerade genannten typischen Bronchitis-Symptome geben bereits deutliche Hinweise auf die Ursache des Hustens – eine Bronchitis. Die Entzündung der Bronchialschleimhaut, die Bronchitis, verursacht Husten und obstruktive (verschließende, verengende) Symptome mit einer entsprechenden Schleimproduktion. Der Patient wird, gefragt nach seinen Krankheitssymptomen (Anamnese), bei einer akuten Bronchitis oben genannte Symptome angeben. Die akute Bronchitis heilt meist ohne oder mit wenig Therapie nach mehreren Tagen oder Wochen komplikationslos ab.

Auf Dauer schädigt die Bronchitis die tiefen Atemwege, man spricht dann von einer chronischen Bronchitis. In diesem Fall sind die Atemwege der Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge mindestens drei Monate über zwei aufeinander folgende Jahre hinweg entzündet – der Husten ist chronisch geworden. Bei der Anamnese gibt der Patient hier Husten mit starkem Auswurf an, was mit einer Überproduktion an Bronchialschleim zu begründen ist. Die Symptomatik ist in diesem Fall morgens nach dem Aufstehen am stärksten ausgeprägt. Dies gilt insbesondere für die meist zugrunde liegende „Raucherbronchitis“ („Raucherhusten“).

Folgeerkrankungen der chronischen Bronchitis können ein Lungenemphysem (Erweiterung der Lungenbläschen und der Lufträume), ein chronisches Cor pulmonale (Rechtsherzerweiterung oder Rechtsherzvergrößerung infolge des erhöhten Lungenwiderstandes bei einer chronischen Atemwegserkrankung) und Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) sein.

Die chronische Bronchitis kann mit einer Enge der Atemwege und Atemnot verbunden sein, die der Patient vor allem bei Belastung schildert. Tritt die Atemnot auch in Ruhe auf, liegt ein schwerer Verlauf der chronischen Bronchitis vor. Häufig geht die chronische Bronchitis mit einer messbaren Verengung der Atemwege einher. Dann liegt eine chronisch-obstruktive Entzündung der Bronchialschleimhäute vor. Von obstruktiv spricht man, wenn eine „Verlegung“ der Atemwege, d.h. eine Verkrampfung oder Verengung vorliegt. Hier sind auch die Bronchiolen von der Entzündung betroffen, die kleinen Luftröhrenästchen, die sich von den Bronchien wie ein Baum in die Lunge verzweigen.

Die Prognose der chronischen Bronchitis hängt entscheidend davon ab, ob der Erkrankte zur Mithilfe bereit ist (Compliance). Die Heilungschancen im frühen Stadium sind gut. Nicht mehr behandelbare Schäden stellen sich erst später ein. Sofortiger Nikotinentzug (Einstellen des Rauchens) oder das Vermeiden schädigender Substanzen (z.B. Feinstaub, Ozon, giftiger Dämpfe etc.) können Folgeerkrankungen (s.o.) verhindern.

Ausschluss bzw. Nachweis schwerwiegender Erkrankungen mittels bildgebender Verfahren

Um eine Lungenbeteiligung bei einer akuten Bronchitis, wie beispielsweise eine Lungenentzündung, ausschließen zu können, wird eine Röntgenaufnahme angefertigt. Auch andere Erkrankungen, wie Lungen- bzw. Bronchialtumoren, Erkrankungen des Herzens (Herzinsuffienz), Asthma bronchiale (Bronchialasthma), ein Lungenabszess, Lungenfibrose (narbige Veränderungen der Lunge), Tuberkulose, Bronchiektasen (krankhafte Erweiterung der Bronchien) oder ein Pneumothorax (Lungenriss) können mithilfe von Röntgenuntersuchungen oder Computertomographien ausgeschlossen werden.

Blutuntersuchung/Labor

Bei Verdacht auf eine Lungenentzündung (Bronchopneumonie) kann eine Blutuntersuchung zusätzlich zur Röntgenuntersuchung Aufschluss geben. Bei einer akuten Entzündung steigt das so genannte C-reaktive Protein an, die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) ist ebenso wie die Zahl der weißen Blutkörperchen erhöht. Im Stadium des eitrigen Auswurfs führt eine Sputumanalyse, d.h. die Untersuchung desselben, zum Auffinden der auslösenden Keime. Nun kann gezielt mit einem Antibiotikum behandelt werden. Auch eine Bronchialwäsche gibt Hinweise auf andere Lungenkrankheiten allergischer oder immunologischer (Abwehrkrankheiten) Art.

Sonstige Untersuchungen

Liegt der Verdacht auf Lungenkrebs, die Einatmung von Fremdkörpern (Fremdkörperaspiration) oder eine Stimmbandlähmung vor, wird eine Bronchoskopie (Lungenspiegelung) vorgenommen.

Lungenfunktionstests und Blutgasanalysen ermöglichen z.B. die Diagnose von Bronchialasthma (Asthma bronchiale), einer Lungenfibrose (chronische Vernarbung der Lunge) sowie von Einengungen der Luftröhre.

Birgit Lindner

30.03.10

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