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Diagnose Diabetes Typ 1: Wie geht es weiter?

Die Diagnose Typ-1-Diabetes betrifft in erste Linie Kinder und Jugendliche, oft aber auch schon sehr junge Kleinkinder oder gar Säuglinge. Für die Betroffenen selbst, aber auch die Eltern bedeutet die Feststellung der Stoffwechselkrankheit ein Einschnitt, der das ganze Leben prägen wird. Fortan müssen sie mit einer Krankheit leben, die den gesamten Familienalltag mitbestimmt – und damit muss man erst einmal zurechtkommen.

Insulintherapie

Doch zum Glück gibt es auf den Weg dorthin Hilfen. Das Wichtigste nach der Diagnose ist zunächst die Insulintherapie, um den Stoffwechsel zu stabilisieren und einzustellen. Dabei sollte – gerade bei Kindern – ein erfahrenes Team hinzugezogen werden. Da die Insulintherapie ein Leben lang erforderlich ist, muss sowohl der Patient als auch seine Familie miteinbezogen werden – die aktuelle Leitlinie “Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle des Diabetes mellitus im Kindes- und Jugendalter” sieht daher vor, dass nach der Stabilisierung der Akutsituation eine Initialschulung erfolgt, am besten in den Händen eines kinderdiabetologisch geschulten Teams. Hier kommt der Begriff Empowerment ins Spiel. Dies bedeutet, dass die Familie und das Kind in Abhängigkeit vom Alter in ihrer Kompetenz, Selbstständigkeit sowie Eigenverantwortlichkeit im Umgang mit der Krankheit gestärkt werden.

Es gibt verschiedene Arten der Insulintherapie, der Behandlungsstandard ist die sog. intensivierte Insulintherapie. Sehr kleine Kinder erhalten oft eine Insulinpumpe, allerdings sollten Kinder bzw. die Betreuungspersonen immer in der Lage sein, das Insulin auch spritzen zu können, falls Fehlfunktionen auftreten, heißt es in der Leitlinie.

Therapieziele

Als medizinische Therapieziele stehen bei der Insulintherapie für alle Typ-1-Diabetiker die Vermeidung akuter Stoffwechselentgleisungen, die Prävention von Folgeerkrankungen und eine normale körperliche Entwicklung sowie eine altersentsprechende Leistungsfähigkeit im Vordergrund. Vor allem die psychosoziale Entwicklung sollte durch den Diabetes laut Leitlinie so wenig wie möglich beeinträchtigt werden.

Daher sind neben diesen allgemein für Typ-1-Diabetiker gültigen medizinischen auch individuelle Therapieziele wichtig, die in Zusammenarbeit mit der Familie und dem Diabetesteam erarbeitet und formuliert werden müssen. Immerhin muss die Insulintherapie in den Familienalltag integriert werden – und der sieht nun einmal bei verschiedenen Diabetikern sehr unterschiedlich aus.

Diabetesmanagement im Alltag

Schließlich gilt es beim Management des Diabetes im Alltag, eine Menge zu beachten. So müssen das Kind und die Eltern sowie gegebenenfalls weitere Betreuungspersonen lernen, den Blutzucker zu messen und die Werte einzuordnen, um die Insulingabe entsprechend anzupassen. Wichtig ist es auch, Schulen und Kindergärten einzubeziehen: Für diese sollte ein individueller Plan erstellt werden, in dem Häufigkeit und Interventionsgrenzen der Blutzuckermessung, Insulingaben in Bezug auf Modus, Zeit und Dosisberechnung, die Mahlzeitenfestlegung sowie die Symptome und das Management bei Hypo- und Hyperglykämie festgehalten werden.

Zudem tauchen bei Eltern oder im Umfeld von Kindern mit einem neu diagnostiziertem Typ-1-Diabetes Fragen auf, wie: Ist ein normaler Schulbesuch möglich? Darf das Kind am Sportunterricht teilnehmen? Wie sieht es mit Klassenfahrten aus? Grundsätzlich gilt: Der Diabetes sollte die Kinder nicht davon abhalten, die Dinge zu tun, die für stoffwechselgesunde Kinder ganz normal sind.

Natürlich können Diabetiker eine „normale“ Schule besuchen und auch auf Klassenfahrten fahren. Und regelmäßiger Sport ist sogar wichtig und gesund. Allerdings spielt der Diabetes dabei immer eine Rolle – Blutzuckerspiegel und Insulintherapie müssen beachtet und miteinbezogen und gegebenenfalls mit Betreuungspersonen wie Lehrern oder Erziehern abgestimmt werden.

Ernährung

Ein weiterer wichtiger Punkt, der nach der Diagnose des Typ-1-Diabetes angesprochen werden sollte, ist das Thema Ernährung. Laut Leitlinie ist die Ernährungsberatung ein ganz wesentlicher Bestandteil der Schulung nach der Diagnose und beinhaltet u. a. die Aufklärung über die Blutzuckerwirksamkeit von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen sowie die Stärkung gesunder Ernährungsweisen in der Familie und in öffentlichen Einrichtungen. Dabei geht es z. B. um regelmäßige ausgewogene Mahlzeiten und Zwischenmahlzeiten von Obst, Gemüse und Rohkost, der Vorbeugung einer Essstörung (insbesondere binge-eating, d. h. unkontrollierte Essattacken) und der Vorbeugung von Übergewicht. Zudem sollte genügend Energie für altersgemäßes Wachstum und altersgemäße Entwicklung bereitgestellt und ein normaler Body-Mass-Index (BMI) angestrebt werden, was auch regelmäßige körperliche Aktivität einschließt.

Diabetesschulungen

Mit der erstmaligen Diabetesschulung ist der Prozess des Erlernens im Umgang mit dem Diabetes nicht abgeschlossen – vielmehr sollten immer wieder Schulungen erfolgen und z. B. im Abstand von zwei Jahren besucht werden, heißt es in der Leitlinie. So sollten Therapiekonzepte, wie der Beginn einer Insulinpumpentherapie, oder neue Lebensabschnitte, z. B. die Einschulung, durch zusätzliche entsprechende Schulungen begleitet werden.

Quelle: Befund Diabetes 02/2013

17.12.13

Therapie von Diabetes mellitus
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