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Diagnose von Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Treten nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel immer wieder Beschwerden wie Durchfall, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen oder Hautausschlag, Atemprobleme oder Kopfschmerzen auf, liegt der Verdacht auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit nahe. Doch bevor tatsächlich klar ist, dass eine Nahrungsmittelunverträglichkeit schuld an den Beschwerden ist, müssen andere Ursachen ausgeschlossen sein.

Zu den Erkrankungen, die ähnliche Beschwerden auslösen, gehören etwa chronisch-entzündliche Krankheiten des Magen-Darm-Trakts (z. B. Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa, chronische Magenschleimhautentzündung = chronische Gastritis), Zöliakie, das Reizdarm-Syndrom oder eine Nahrungsmittelallergie, wobei Nahrungsmittelallergien in der erwachsenen Bevölkerung vergleichsweise selten vorkommen.

Abgrenzung von Allergien und Unverträglichkeiten

Von einer Allergie gegen bestimmte Speisen sind etwa 2–4 % der Erwachsenen und 7–10 % aller Kinder betroffen. Viele Nahrungsmittelallergien (z. B. gegen Kuhmilch) verschwinden mit zunehmendem Alter der Kinder von selbst. Die Beschwerden bei einer Nahrungsmittelallergie treten i. d. R. sofort nach dem Verzehr des jeweiligen Lebensmittels auf, bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit kann es u. U. eine Weile dauern, bis die Beschwerden einsetzen. Bei einer Allergie finden sich zudem in vielen Fällen sog. spezifische IgE-Antikörper im Blut, die bei der Nahrungsmittelunverträglichkeit fehlen. Allerdings gibt es auch Nahrungsmittelallergien, bei denen die Beschwerden mit zeitlichem Abstand auftreten und bei denen keine IgE-Antikörper im Blut vorkommen. Das erschwert eine Unterscheidung zwischen Allergie und Unverträglichkeit. Falls nötig, kommen zur Diagnosestellung dann nicht nur Provokationstests, sondern u. U. auch die Entnahme von Gewebeproben etwa aus verschiedenen Darmabschnitten hinzu.

Häufige Nahrungsmittelintoleranzen

Die häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind die Histaminintoleranz, die Laktoseintoleranz sowie die Fruktoseintoleranz. Bei der Histaminintoleranz, von der etwa 1 % der Bevölkerung betroffen ist, kann das in der Nahrung enthaltene Histamin z. B. aufgrund eines Mangels an bestimmten Enzymen nur unzureichend abgebaut werden. Die Symptome, die mit einer Histaminintoleranz einhergehen, ähneln denen einer Allergie – oft kommt es zu Hautrötungen, Juckreiz, Quaddelbildung der Haut, Durchfall, Bauch- und Kopfschmerzen. Eine Histaminintoleranz wird – nach genauer Abklärung weiterer Ursachen – i. d. R. mithilfe eines Ernährungstagebuchs aufgedeckt. Dabei müssen die Patienten genau dokumentieren, wann sie was essen, welche Zutaten in den einzelnen Gerichten verarbeitet wurden, ob sie Alkohol zum Essen getrunken haben. Außerdem müssen sie notieren, welche Beschwerden wann auftreten, welche Beschaffenheit der Stuhl hat und ob sie tagsüber Stress hatten. Bei Verdacht auf eine Histaminintoleranz wird der Arzt zudem eine sog. Eliminationsdiät empfehlen, bei der sich die Betroffenen histaminarm ernähren müssen. Gehen die Beschwerden unter dieser Ernährungsform zurück, ist die Diagnose Histaminintoleranz wahrscheinlich.

Auch bei einer Laktoseintoleranz ist eine Eliminationsdiät zur Diagnosestellung sinnvoll, d. h., die Betroffenen müssen für eine bestimmte Zeit auf Milch und Milchprodukte verzichten und schauen, ob die Beschwerden sich verringern. Für den Fall, dass auch diese Ernährungsform keine endgültigen Ergebnisse bringt, kann der Arzt einen Atemtest auf Laktoseintoleranz durchführen. Dabei dürfen die Patienten 14 Stunden vor dem Test nichts essen und nur Leitungswasser trinken. Vor dem Test müssen die Zähne gründlich mit sorbitfreier Zahnpasta geputzt werden, weil Bakterien im Mund das Ergebnis des Atemtests verfälschen können. Dabei darf jedoch keine Zahnpasta geschluckt werden, weil auch dies den Test beeinträchtigen kann. Zu Beginn des Tests erhält der Patient eine Laktoselösung, die er trinken muss. Kurz vor der Einnahme der Lösung kontrolliert der Arzt noch den Wasserstoffgehalt der Atemluft. Das wiederholt er in mehreren Abständen, nachdem der Patient die Lösung getrunken hat. Dazu muss der Patient in ein spezielles Gerät ausatmen. Übersteigt der Wasserstoffgehalt der Atemluft nach dem Trinken der Lösung bestimmte Werte, kann dies auf eine Laktoseintoleranz hindeuten.

Bei der erworbenen Fruktoseintoleranz gelingt es dem Dünndarm nicht, die Fruktose aus der Nahrung vollständig ins Blut aufzunehmen, sodass ein größerer Teil an den Dickdarm weitergeleitet wird, wo die Fruktose von Bakterien zersetzt wird. Die Bakterien produzieren dabei Gase, die die Entstehung von Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfällen begünstigen. Wie die Laktoseintoleranz wird auch die erworbene Fruktoseintoleranz im Allgemeinen durch einen Atemtest auf Wasserstoff, den sog. Fruktoseintoleranz-Test, diagnostiziert. Der Patient muss nüchtern beim Arzt erscheinen und dort eine Fruktoselösung trinken. Vor dem Trinken der Lösung und in mehrfachen Abständen im Anschluss wird die Atemluft auf das Vorhandensein von Wasserstoff überprüft. Übersteigt dieser eine bestimmte Konzentration, kann dies ein wichtiger Hinweis auf eine Fruktoseintoleranz sein.

Quelle: allergikus 4/2015

25.01.16

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