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Diagnose von Schwindel

Wenn Schwindel häufig auftritt, sollte zur Diagnosestellung ein Arztbesuch erfolgen. Viele Patienten befürchten, an einer ernsthaften Erkrankung zu leiden, was aber in der Regel nicht der Fall ist. Der Arzt prüft im Rahmen verschiedener Untersuchungen, inwieweit der Schwindel Symptom einer Erkrankung ist.

Weil es sehr viele unterschiedliche Formen, Ausprägungen und Ursachen des Schwindels gibt, ist eine Diagnosestellung häufig nicht leicht. Art und Auslöser der Schwindelattacken werden in der Regel nach dem Ausschlussprinzip herausgefunden. Häufig werden bei Schwindel nach dem Besuch des Hausarztes und des Internisten mehrere Fachärzte konsultiert. Dazu gehören Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, Orthopäden und Neurologen. Gegebenfalls sind kardiologische und psychiatrische Untersuchungen sinnvoll.

Ablauf der Untersuchung

Zu Beginn der Diagnosestellung bei Schwindel steht immer die Anamnese, die Betrachtung der Krankengeschichte des Patienten. In fast allen Fällen kann mit dieser Methode die Diagnose gestellt werden. Zunächst ist die Unterscheidung der Schwindelform wichtig: Der Arzt findet anhand von Fragen nach Auftreten, Häufigkeit, Dauer und Symptomen heraus, ob es sich um einen Drehschwindel mit scheinbaren Drehbewegungen von Umwelt und Körper, einen Lagerungsschwindel nach Körper- und Kopfbewegungen oder einen Schwankschwindel handelt, bei dem der Boden zu schwanken scheint.

Begleitende Symptome wie eventuelle Übelkeit mit Erbrechen, Herzrasen sowie Hör- oder Sehstörungen werden abgeklärt. Die Lebensumstände der Betroffenen werden erfragt, um eine psychische Begründung für den Schwindel zu überprüfen. Oft wird bei psychogenem Schwindel die Ursache nicht frühzeitig erkannt.

Körperliche Untersuchungen

Im Rahmen körperlicher Untersuchungen werden bei regelmäßigem Schwindel Blutdruck und Puls, Gleichgewicht und Gehör sowie die Koordination des Betroffenen überprüft. Neben verschiedenen Tests zur Funktion des Gleichgewichtsorgans wird die Hörfähigkeit des Patienten untersucht, weil Hörfähigkeit und Gleichgewichtssinn vom gleichen Nervenstrang bedient werden. Der Arzt beobachtet außerdem Gang- und Standfähigkeit bei geschlossenen Augen und überprüft die Augenbewegungen. Der Nystagmus, die unkontrollierbaren rhythmischen Bewegungen der Augen, wird auch Augenzittern genannt und tritt häufig bei Schwindel auf.

Diagnose von psychogenem Schwindel

Da psychogener Schwindel auf einer psychischen Erkrankung basiert, sollte ein Psychologe anhand einer Gesprächstherapie mit begleitenden Untersuchungen die Grunderkrankung abklären. Ob Patienten mit psychogenem Schwindel diesen unbewusst auch selbst auslösen, kann mithilfe eines Hyperventilations-Provokationstestes geprüft werden. Hierbei wird eine Hyperventilation (Atmungsstörung) bewusst ausgelöst, um zu zeigen, dass Schwindel ausgelöst, aber auch kontrolliert werden kann.

Diagnose von Lagerungsschwindel

Tritt Schwindel bei Kopfbewegungen zur Seite auf und nehmen die Symptome mit steigendem Alter zu, liegt wahrscheinlich ein sogenannter gutartiger (benigner) peripherer paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPPV) vor. Dieser entsteht, weil sich aus noch ungeklärtem Grund kleine Kalksteinchen (Otolithen) aus dem hinteren Vorhofsäckchen (Utriculus) im Innenohr lösen und in die Bogengänge des Gleichgewichtsorgans bewegen, wo sie sich anlagern. Ihr Gewicht stört die Funktion des hinteren Bogenganges des Innenohrs und löst den Schwindel aus, wenn der Kopf schnell zu derjenigen Seite bewegt wird, an der sich die Ablagerung der Kalksteinchen, die Cupulolithiasis genannt wird, befindet.

Zur genauen Diagnose dieser Schwindelart stellt der Arzt gezielte Fragen zu Häufigkeit und Auftreten des Schwindels und verursacht den Schwindel mithilfe eines Lagerungsmanövers, der sogenannten Dix-Hallpike-Lagerungsprobe. Dazu legt der Arzt den sitzenden Patienten, dessen Kopf seitwärts gedreht ist, mittels einer schnellen Bewegung hin und beobachtet dabei die Augen. Tritt ein Nystagmus, also ein schnelles, unkontrolliertes Augenzittern nach 1 – 2 Sekunden auf, wird ein BPPV diagnostiziert.

Diagnose der Menière-Krankheit

Da die Menière-Krankheit nur eine der möglichen Ursachen für Drehschwindel ist, ist eine umfassende und genaue Diagnose notwendig. Die Diagnose ist immer eine „Ausschluss-Diagnose“, ein direkter Nachweis der Erkrankung ist nicht möglich. Symptom ist häufig eine sogenannte „Menière’sche Trias“, eine Kombination aus plötzlich einsetzendem Drehschwindel, Hörverlust und Ohrgeräuschen. Zunächst werden zur Diagnostik bei Verdacht auf Morbus Menière der Gleichgewichtssinn des Betroffenen überprüft, verschiedene Hörtests durchgeführt und die Nervenleitgeschwindigkeit, also die Schnelligkeit der Übertragung elektrischer Impulse entlang einer Nervenfaser, gemessen. Bildgebende Verfahren wie eine Computer- oder eine Magnetresonanztomografie können die Diagnose unterstützen und eine mögliche Tumorbildung überprüfen.

Apparative Untersuchungen

Geben die Anamnese und die körperlichen Untersuchungen keinen ausreichenden Hinweis auf Form, Ursache und Behandlungsmöglichkeiten des Schwindels, können apparative Untersuchungen eingesetzt werden, um die Diagnose von Schwindel genauer abzuklären. Eine grundlegende Untersuchung findet mittels Elektrokardiogramm statt, um Grunderkrankungen, die den Schwindel bedingen können, auszuschließen beziehungsweise zu diagnostizieren.

Weiter kann der Arzt nach künstlicher Reizung des Hör- und Gleichgewichtssystems im Innenohr über eine Elektronystagmografie oder eine Video-Okulografie die Augenbewegungen näher untersuchen. Daneben können die Hirnströme, der Gehörgang und das Gleichgewichtsorgan überprüft werden. Bei Tumorverdacht ist eine Computertomografie sinnvoll.

Barbara Kliem

29.01.15

Diagnose
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