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Was sind Disease-Management-Programme?

Disease-Management-Programme (DMP) sind festgelegte Behandlungsprogramme, die die Versorgung und Behandlung von Menschen mit verschiedenen chronischen Erkrankungen verbessern sollen. DMP müssen vom Bundesversicherungsamt zugelassen werden und sorgen dafür, dass die Behandlung zwischen verschiedenen Ärzten und Therapeuten koordiniert und auf der Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse durchgeführt wird. Dadurch entfallen etwa doppelte Untersuchungen. DMP gibt es u. a. für Asthma und chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen (COPD).

Patienten mit Asthma oder COPD sind nicht verpflichtet, an einem DMP teilzunehmen, eine Teilnahme kann ihnen jedoch Vorteile bieten – z. B. können sie sicher sein, stets so behandelt zu werden, wie es nach dem derzeitigen Erkenntnisstand am sinnvollsten ist. Die Therapie wird beim Vorliegen neuer Erkenntnisse bei Bedarf rasch angepasst. Daneben ist eine kontinuierliche Betreuung gewährleistet, etwa auch bei einem Umzug. Die Teilnahme an Patientenschulungen ist ebenfalls Bestandteil eines DMP. Sollte es im Verlauf der Behandlung notwendig sein, werden DMP-Teilnehmer zudem sofort an einen Facharzt verwiesen. Kosten entstehen den Patienten für die Teilnahme an einem DMP nicht.

Erwartungen an den Patienten

Wer sich mit Asthma oder COPD in ein DMP einschreiben lassen will, muss sich an die zuständige gesetzliche Krankenkasse wenden. Diese prüft zunächst, ob die Voraussetzungen für eine DMP-Teilnahme vorliegen. So muss die Diagnose der chronischen Erkrankung gesichert sein. Daneben muss der Patient seine Bereitschaft erklären, aktiv am DMP mitzuwirken. Das bedeutet u. a, den Arzt zu den vom DMP vorgeschriebenen Behandlungsterminen aufzusuchen, selbst wenn derzeit kein medizinischer Bedarf besteht. Die Teilnehmer müssen sich weiterhin damit einverstanden erklären, dass das DMP ihre persönlichen und medizinischen Daten erheben und auswerten darf. Denn ein DMP hat stets auch die Qualitätssicherung der Behandlung zum Ziel. Die Daten der Patienten helfen dabei, die bestmögliche und zugleich wirtschaftlichste Form der Therapie zu gewährleisten.

Verstoßen Patienten gegen die oben genannten Vorschriften, versäumen sie etwa die Kontrolluntersuchungen, ist die Krankenkasse nach erneuter Aufforderung des Patienten gesetzlich verpflichtet, die Teilnahme am DMP zu kündigen. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Behandlung der chronischen Erkrankung damit ebenfalls beendet ist. Die Krankenkasse muss nach wie vor die Kosten für medizinisch notwendige Therapien übernehmen. Nur am DMP kann der Patient vorerst nicht mehr teilnehmen. Allerdings gibt es die Möglichkeit, jederzeit erneut die Teilnahme zu beantragen.

Finanzielle Vorteile

Neben der engmaschigen medizinischen Betreuung, die ein DMP bietet, haben Versicherte häufig auch finanzielle Vorteile, wenn sie an einem solchen Programm teilnehmen. Denn das Bundesversicherungsamt verpflichtet die gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen ihrer Wahltarife besondere Tarife für DMP-Teilnehmer anzubieten. Die Krankenkassen wiederum haben den Vorteil, dass bei Teilnahme an einem DMP die behandelnden Ärzte die medizinischen Unterlagen der Teilnehmer an andere Mediziner und Therapeuten weiterleiten müssen, sodass Kosten für unnötige doppelte Untersuchungen entfallen. Zudem sollen DMP helfen, durch eine gewisse Standardisierung der Behandlung weitere Kosten zu sparen.

Möchte ein Patient an einem DMP teilnehmen, fragt dieser zunächst den behandelnden Arzt, ob er ihn in ein DMP einschreibt. Ist der Arzt dazu nicht bereit (DMP sind u. U. mit höherem Verwaltungsaufwand verbunden), können sich Patienten an ihre Krankenkasse vor Ort wenden, die ihnen einen anderen Arzt zuweist, der die Teilnahme ermöglicht. Gemeinsam mit dem Patienten füllt der Arzt die erforderlichen Unterlagen aus und übermittelt sie der Krankenkasse. Diese wiederum bestätigt i. d. R. nach kurzer Zeit schriftlich die Teilnahme am DMP.

Quelle: allergikus 4/2016

24.03.17

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