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Annette Eickert: Durch die MS zur Buchautorin

Gelesen hat sie schon immer viel, die MS hat sie zum Schreiben gebracht: Annette Eickert aus Worms ist Autorin von mittlerweile fünf Fantasyromanen und sprudelt über vor Ideen für weitere Bücher.

Angefangen hat alles nach ihrer MS-Diagnose im Juni 2005. Ihr Neurologe empfahl der damals 27-Jährigen scherzhaft, gegen Konzentrationsschwierigkeiten das Telefonbuch auswendig zu lernen. Doch anstatt unbekannte Namen und Telefonnummern zu studieren, entdeckte Annette Eickert die Welt der Fanfiction für sich. Das sind Geschichten, mit denen Fans die Handlung eines von ihnen geliebten Romans bzw. einer Serie fortschreiben oder für die sie sich eine vollkommen neue Handlung ausdenken, in der die Personen des Originals die tragende Rolle spielen. Bei Annette Eickert waren es die Storys von R. A. Salvatore rund um die „Forgotten Realms“, die Vergessenen Reiche, von denen sie nicht genug bekommen konnte. Sie dachte sich eigene Fortsetzungen aus und hatte damit in der Fangemeinde so viel Erfolg, dass sie sich schließlich von der Fanfiction löste und eine eigene Fantasywelt entwickelte – die von Ynsanter, dem Götterschwert. Und obwohl ihre Geschichten mit der MS nichts zu tun haben, helfen sie ihr, mit der Krankheit umzugehen.

Von 2010 bis Ende 2012 hatte sie drei Schübe, von denen zwei ihr linkes Auge betrafen. Erst sah sie nur verschwommen, dann kamen schwarze Flecken hinzu, jetzt ist sie auf diesem Auge blind. Trotzdem lässt sich die ausgebildete Arzthelferin und Bürokauffrau nicht unterkriegen. So hat sie im März 2013 die Leipziger Buchmesse besucht, wo auch zwei ihrer Bücher ausgestellt waren. „Das war ein großartiges Gefühl, als Autor selbst auf der Buchmesse vertreten zu sein“, schwärmt sie.

Im April hat Annette Eickert den Weg zur Selfpublisherin beschritten und den ersten Teil ihrer neuen Fantasyserie „Burning Wings“ selbstständig als E-Book herausgegeben. Weitere Bände folgen schon bald. Die Cover ihrer Bücher entwirft sie genauso selbst wie ihre Buchtrailer – kleine Filme, die einen Vorgeschmack auf ihre Bücher geben. Mit der Buchgestaltung hat sie so viel Erfolg, dass sie mittlerweile auch von anderen Autoren angefragt wird, wenn diese einen Bucheinband benötigen.

Gegen die MS hat ihr Arzt Annette Eickert Interferon verordnet. Sie hofft, dass die Darreichungsform baldmöglichst von der Spritze zum Pen geändert wird. Denn im Moment muss sie noch jede Woche einmal zum Arzt, um sich das Interferon injizieren zu lassen, obwohl sie als gelernte Arzthelferin anderen Menschen problemlos Spritzen setzen kann. Bei sich selbst will ihr das jedoch nicht gelingen. „Ich kann mir einfach keine Spritze geben, genauso wenig wie ich mein eigenes Blut sehen kann“, sagt die Autorin. „Bei Operationen zu assistieren, macht mir hingegen gar nichts.“

Probleme bereitet ihr außerdem ihre bislang erfolglose Arbeitssuche. Nachdem sie zu Beginn ihrer Krankheit arbeitslos wurde, konnte sie nicht mehr in ihrem alten Job – dem der Bürokauffrau – Fuß fassen. „Vermutlich liegt das an meiner Krankheit und an meinem Schwerbehindertenausweis. Die meisten Arbeitgeber haben Angst, jemanden einzustellen, bei dem sie nicht wissen, wie sich die Krankheit entwickelt“, so Annette Eickert. Falls sich keine Festanstellung findet, hofft sie, irgendwann vom Schreiben leben zu können.

Auch die Werbung für ihre Bücher macht sie zum größten Teil selbst. So stellt sie auf ihrem Blog www.autorinannetteeickert.wordpress.com nicht nur ihre Neuerscheinungen mit Leseproben vor, sondern plaudert aus dem Autorenalltag, veröffentlicht Buchrezensionen und veranstaltet Gewinnspiele. Auf einer Bücherplattform im Internet veranstaltet sie Leserunden, bei Facebook und Twitter ist sie ebenfalls aktiv. Daneben unterhält sie auch eine eigene Autorenseite.

Was ihr an der MS besonders zu schaffen macht? „Die massiven Schlafstörungen. Mein Unterbewusstsein arbeitet wohl zu sehr. Häufig spüre ich auch morgens nach dem Aufwachen meine Hände nicht mehr. Wenn es dann 15 Minuten dauert, bis sie nicht mehr taub sind, habe ich jedes Mal Angst vor einem erneuten Schub.“

Quelle: Befund MS 03/2013

31.01.14

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