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Entstehung einer Bronchitis

Die Bronchitis ist eine Schleimhautentzündung in den Bronchien, deren Auslöser primär Viren sind. Aber auch durch Bakterien und als Folge von Nikotinmissbrauch, durch eingeatmete Umweltgifte – hier sind besonders die schlechten Luftverhältnisse in Großstädten und Industriegebieten zu nennen –, wird eine Bronchitis verursacht. Wird eine akute Entzündung nicht sachgerecht behandelt, kann sie in eine chronische Entzündung übergehen, deren Therapie sich oft schwierig gestaltet.

Vorgänge in den Bronchien bei einer Bronchitis

Bei der Bronchitis produziert der Organismus Schleim, der über die Flimmerhärchen der Atemwege abtransportiert wird. Zu Beginn einer Bronchitis werden diese Flimmerhärchen gelähmt, im weiteren Verlauf sogar zerstört. Eine Produktion von übermäßig viel zähem Schleim folgt, schließlich schwindet die Schleimhaut der Lungenbläschen. Beim Ausatmen verlieren die Lungenbläschen ihre Stabilität und fallen in sich zusammen.

In den Lungenbläschen findet der Gasaustausch statt: Sauerstoff wird dem Organismus zugeführt, Kohlendioxid abgeatmet. Die instabilen Lungenbläschen werden in der Folge zerstört, die Lufträume erweitern sich, die sogenannte Bronchiektasie kann entstehen, eine mögliche Komplikation der Bronchitis.

Dauerhafter (chronischer) Husten bewirkt, dass die Kraft der Muskulatur in den Bronchien weiter schwindet, es kann zu einer Überblähung der Lunge, dem sogenanntem Lungenemphysem, kommen. Der Erkrankte hat Atemnot und Leistungsmangel durch die verminderte Sauerstoffaufnahme.

Ursachen einer akuten Bronchitis

Wie bereits ausgeführt, sind zumeist Viren die Verursacher einer akuten Bronchitis. Influenzaviren, Parainfluenzaviren, Masernviren, Adeno- und Rhinoviren verursachen Atemwegserkrankungen. Die Ansteckung erfolgt durch Inhalation oder Berührung von infiziertem Material. Masern und Windpocken beginnen oft mit einer Bronchitis.

Zudem begünstigen Kälte und Feuchtigkeit, also Witterungseinflüsse, den Beginn einer Bronchitis. Selten können auch Pilze bei stark geschädigtem Immunsystem, z. B. infolge einer Chemotherapie, oder Bakterien bei vorgeschädigter Schleimhaut die Verursacher einer akuten Bronchitis sein.

Umwelteinflüsse wie Schwefeldioxid, Ozon, Feinstaub oder Tabakrauch (Nikotin), auch durch passiv inhalierten Rauch, begünstigen das Auftreten einer akuten Bronchitis ebenfalls. Eine Lungenentzündung oder eine chronische Bronchitis können als Komplikationen der akuten Bronchitis entstehen.

Die Schleimhautschädigung der Atemwege kann auch auf vorangegangene andere Infektionen zurückzuführen sein: Eine Kehlkopfentzündung (Laryngitis) oder eine Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) sind ebenfalls als Ursache einer Bronchitis zu erwähnen. Auch Bronchial-Asthma (Asthma bronchiale) kann die Entstehung von Atemwegsinfekten, wie zum Beispiel einer Bronchitis, begünstigen.

Der Übergang von der akuten zur chronischen Bronchitis erfolgt in der Regel schleichend. Dauert eine akute Bronchitis zu lange und wird nicht ausreichend auskuriert, läuft der Patient Gefahr, dass die Schleimhautschäden der Atemwege erheblich und später irreversibel (unumkehrbar) geschädigt werden.

Entstehung einer chronischen Bronchitis

Nach dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) ist die chronische Bronchitis zu einer Volkskrankheit geworden. 10 % der Frauen und mehr als 15 % der Männer über dem 40. Lebensjahr leiden an einer chronischen Bronchitis. Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit, wobei Männer etwa doppelt so häufig davon betroffen sind wie Frauen.

Die chronische Bronchitis tritt überwiegend bei Erwachsenen auf. Charakteristisch ist, nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO), eine mehr als drei Monate anhaltende Symptomatik in Form von Husten und Auswurf während mindestens zwei aufeinander folgenden Jahren.

An erster Stelle der Ursachen der chronischen Bronchitis ist inhalativer Tabakrauch zu nennen. So sind nach der WHO 90 % aller Erkrankten Raucher oder Ex-Raucher. Diverse Umweltfaktoren, wie Luftverschmutzung (Ozon), feuchtes und/oder nebelig-kaltes Wetter, Schwefeldioxid als Abfallprodukt der Industrie und berufliche Exposition (Feinstäube, Reizgase und extreme Hitze), sind häufig genannte Aspekte und Faktoren, die mit chronischer Bronchitis in Verbindung gebracht werden.

Darüber hinaus können alle chronischen Atemwegsinfektionen wie z. B. eine chronische Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis), eine chronische Kehlkopfentzündung (Laryngitis), chronisches Bronchial-Asthma und eine chronische Luftröhrenentzündung (Tracheitis) sowie häufige Atemwegsinfektionen Ursache für eine chronische Bronchitis sein.

Beim Rauchen wird unter anderem der Zilienschlag, d. h., der Schlag der feinen Härchen der Bronchialschleimhaut, der für den Abtransport des Schleims in Richtung Rachen verantwortlich ist, gehemmt. Jahrelanges Rauchen führt zu einer Rückbildung dieser Zilien, die Selbstreinigung der Lunge ist gestört. Husten ist die hörbare Folge. Da sich das Sekret nachts ansammelt, wird es vor allem am Morgen abgehustet. Trotzdem kann nur ein Teil des produzierten Schleims abgehustet werden, der andere Teil verbleibt in den Atemwegen und kann wiederum die Ansiedelung neuer Keime begünstigen.

Ursachen einer Bronchitis bei Kindern

Auch bei Kindern sind Viren die häufigsten Auslöser eine Bronchitis. Insbesondere bei Säuglingen sind RS-Viren (Respiratorische Syncytial-Viren) zu nennen. Rhinoviren, Coxsackie-, Influenza-, Parainfluenza- und Adenoviren sind weiterhin als Auslöser einer Bronchitis im Kindesalter zu erwähnen.

Zu den häufigsten bakteriellen Erregern zählen Chlamydien, Pneumokokken, Mykoplasmen, Haemophilus influenzae und Staphylokokken. Eine bakterielle Infektion entsteht jedoch, wie auch bei Erwachsenen, i. d. R. erst bei einer vorbestehenden Infektion und dadurch bereits geschädigten Schleimhaut. Die Erreger „setzen“ sich dann auf die bestehende Infektion obenauf, es kommt zu einer komplizierteren Superinfektion, die zu einer Lungenentzündung führen kann.

Generell lassen sich bei Kindern folgende Ursachen für eine chronische Bronchitis feststellen: Allergien können ebenso Auslöser einer chronischen Bronchitis sein wie vorausgegangene Infektionen (Masern, Windpocken), angeborene Fehlbildungen der Luftwege, ein Herzfehler, Mukoviszidose oder intensive chemische Reize („Passivrauchen“) und Immundefekte. Erschreckend ist die Tatsache, dass Kinder laut Weltgesundheitsorganisation ein doppelt so hohes Risiko haben, an Atemwegserkrankungen zu leiden, wenn die Mutter raucht.

Schadstoffe und Umweltgifte als Auslöser einer Bronchitis

Schadstoffe wie Schwefeldioxid, das aus der Energiegewinnung von Kohle und Heizöl stammt und ein Abfallprodukt der Industrie ist, und Ozon sind Reizstoffe und können die Entstehung einer Bronchitis begünstigen.

Nach einer Studie der WHO (Weltgesundheitsorganisation), die Ende der 1990er-Jahre u. a. in Österreich, Frankreich und der Schweiz durchgeführt wurde, ist der motorisierte Straßenverkehr für 28,6 % aller akuten Bronchitisanfälle bei Kindern unter 15 Jahren verantwortlich.

In Großbritannien wurde festgestellt, dass Bronchitis mit pfeifender Atmung bei Kindern, deren Mütter mehr als vier Zigaretten pro Tag rauchten, um 14 % häufiger auftrat. Der Anstieg betrug sogar 49 %, wenn die Mütter über 14 Zigaretten rauchten.

Birgit Lindner

10.02.15

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