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Enzymtherapie bei Krebs

Enzyme spielen im menschlichen Organismus eine wichtige Rolle: Enzyme sind Proteine, die Stoffwechselprozesse steuern. Sie sind wesentliche Helfer in unserem Körper, u. a. bei der Verdauung, der Replikation unseres Erbguts sowie bei Prozessen unseres Immunsystems. Vor allem letzteres macht man sich bei dem Einsatz von Enzymen in der Krebstherapie zunutze.

Die Enzymtherapie bei Krebspatienten gilt als komplementäre Behandlungsmethode – d. h., sie wird immer begleitend zur Standardbehandlung wie Chemo- oder Strahlentherapie eingesetzt. So zeigen Laboruntersuchungen, dass Enzyme in der Lage sind, bestimmte Eigenschaften der Tumorzellen aufzuheben, die verhindern, das diese von der körpereigenen Abwehr zerstört werden, beispielsweise eine Art „Maskierungsfunktion“ von Krebszellen oder eine Blockade der körpereigenen Fresszellen durch sog. Immunkomplexe. Enzyme nehmen so positiven Einfluss auf das Immunsystem, das dadurch wieder besser in die Lage versetzt wird, auf die Krebszellen zu reagieren. Studien haben gezeigt, dass sie Nebenwirkungen mindern und die Lebensqualität verbessern können.

Welche Enzyme spielen eine Rolle?

Die wichtigsten Enzyme, die in der komplementären Krebstherapie eingesetzt werden, sind laut Prof. Beuth, Universität Köln die pflanzlichen Enyzme Bromelain und Papain aus der Ananas beziehungsweise der Papaya sowie zwei Enzyme, die von Tieren gewonnen werden, Trypsin und Chymotrypsin. Diese gehören zu den sog. Proteasen, das sind Enzyme, die in der Lage sind, Eiweißmoleküle aufzuspalten.

Dabei sind die genauen Hintergründe zur Wirkungsweise der Enzyme sowie deren Bestandteile, so heißt es weiter, bislang nur teilweise erforscht. Allerdings gibt es sowohl klinische als auch experimentelle Belege dafür, dass sie entzündungshemmende, abschwellende sowie gerinnungshemmende Effekte im Körper haben.

Man unterscheidet zwischen Monopräparaten und Enzymgemischen. Letztere sind Kombinationspräparate aus Bromelain und Papain und anderen Enzymen tierischen Ursprungs. In Experimenten konnte gezeigt werden, dass diese das Immunsystem positiv beeinflussen, zerstörend auf Tumoren und auf Metastasen sowie entzündungshemmend wirken.

Studien: Enzymtherapie bei Brustkrebs und Prostatakarzinom

In der S3-Leitlinie zur Behandlung von Brustkrebs wird hervorgehoben, dass Enzyme die Verträglichkeit der Chemo- und Strahlentherapie verbessert, ohne auf die Standardbehandlung negativen Einfluss zu nehmen. Untersuchungen an Brustkrebspatientinnen sowie an Patienten mit Prostatakrebs haben gezeigt, dass, wenn sie zusätzlich zur normalen Krebstherapie eine Mischung aus Selen-Enzym-Linsenextrakt einnahmen, deutlich weniger Nebenwirkungen auftraten. Beispielsweise litten die Patienten weniger unter Übelkeit, Schleimhautentzündungen und Gelenkbeschwerden. Auch bei der Antihormontherapie bei Brustkrebspatientinnen können Enzyme Gelenkschmerzen und Schleimhauttrockenheit bessern, haben Studien ergeben. In einer anderen Untersuchung erhielten Prostatakrebspatienten unter sog. hormonablativer Therapie ein Selen-Enzym-Linsenextrakt. Auch bei ihnen reduzierten sich die Nebenwirkungen, besonders Gelenk- und Knochenschmerzen sowie Schleimhauttrockenheit.

Weitere Untersuchungen zeigen diese Wirkungen auch bei Darmkrebs- und Plasmocytompatienten heißt es auf dem Onlineportal Komplementäre Behandlungsmethoden bei Krebserkrankungen. Der Nachteil der Enzymtherapie: Die Kosten hierfür werden von den Krankenkassen meist nicht übernommen. Interessierte sollten dennoch mit ihrem behandelndem Arzt über die Möglichkeit sprechen, denn ggf. kann eine Kostenübernahme aus Kulanz erfolgen, wenn dieser ein entsprechendes Rezept ausstellt.

Quelle: Befund Krebs 3/2015

28.08.15

Komplementäre Behandlungsmethoden
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