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Diagnose von Epilepsie

Anamnese zur Diagnose von Epilepsie

Der erste Schritt einer Diagnose von Epilepsie ist die Anamnese, die aus verschiedenen Schritten besteht. Zunächst werden die Betroffenen meist im Rahmen der Eigenanamnese gebeten zu beschreiben, wie sich ihre Beschwerden entwickelt haben. Von Interesse ist insbesondere, in welchen Situationen und in welcher Häufigkeit die Epilepsie aufgetreten ist. Litt der Patient unter Schlafstörungen oder Stress, hat er Drogen zu sich genommen, wie äußerte sich der Anfall, wie lange dauerte er und gab es Beschwerden nach dem Anfall? Anhand dieser Fragen können wichtige Hinweise für die Diagnose von Epilepsie ermittelt werden.

Bei der allgemeinen Anamnese werden Informationen erfragt, die nicht in direktem Zusammenhang mit der Epilepsie stehen, wie etwa das Vorhandensein von Kinderkrankheiten oder sonstigen Krankheiten und gesundheitlichen Störungen. Auch ob und welche Medikamente der Patient konsumiert ist von Interesse.

Bei der speziellen Anamnese erfragt der Arzt in welchen Formen und zu welchen Zeitpunkten Anfälle erscheinen und ob es gesundheitliche Probleme in der Kindheit gab. An dieser Stelle ist auch die Familienanamnese von großer Bedeutung. Hier versucht der Arzt herauszufinden, ob es Verwandte gibt, die unter Epilepsie oder Epilepsieanfällen leiden und in welchem Verwandtschaftsverhältnis der Patient zu ihnen steht. Wichtig ist für eine Diagnose von Epilepsie zudem, welche Formen von Epilepsie in der Verwandtschaft vorhanden sind. Auch andere neurologische Störungen bei Angehörigen des Patienten oder Probleme während der Geburten der Mutter können Hinweise auf eine Epilepsie geben.

Bei der Ursachenanamnese versucht der Arzt herauszufinden, ob der Patient Kopfverletzungen erlitten hat oder ob andere neurologische Krankheiten bekannt sind, die für die Epilepsie verantwortlich sein können. Bei der sozialen Anamnese versucht der Arzt herauszufinden, wie es um das seelische Gleichgewicht des Patienten steht. Wie verlief seine schulische Entwicklung, wie war die Beziehung zu seinen Eltern und Geschwistern, wie verlief die berufliche Entwicklung und wie gestalten sich soziale Beziehungen des Patienten? An dieser Stelle wird der Arzt auch nach eventuellen psychischen Problemen des Patienten wie Depressionen oder Angstzuständen fragen, die für die Diagnose der Epilepsie von Bedeutung sein können. Die Therapieanamnese umfasst Fragen nach einer eventuell bereits stattgefundenen Therapie von Epilepsie.

Technische Diagnose von Epilepsie

Erst wenn die ärztliche Anamnese einen hinreichenden Verdacht auf eine Epilepsie geliefert hat, wird der Arzt technische Verfahren einsetzen, um den Anfangsverdacht zu überprüfen. Das wichtigste technische Verfahren bei der Diagnose von Epilepsie ist die Elektroenzephalografie (EEG). Bei dieser Untersuchung messen Elektroden in einer Haube die elektrischen Strömungen im Gehirn. Die von den Elektroden gesendeten Daten stellt das Messgerät als Linien dar, ähnlich dem EKG.

In einigen Fällen kann der Neurologe bereits anhand des Verlaufs der Linien erkennen, ob der Patient an einer Epilepsie leidet. Der Arzt wird zudem anhand der EEG-Messung versuchen herauszufinden, wie der Körper des Patienten auf äußere Reize reagiert, indem er ihn etwa in ein Stroboskoplicht schauen lässt oder ihn bittet schnell zu atmen, um eine Hyperventilation herbeizuführen. Beide Testverfahren dienen dazu, gegebenenfalls einen epileptischen Anfall herbeizuführen, bei dem der Arzt dann auch die Schwere und die Art der Anfälle besser beurteilen könnte.

Zur Absicherung der Diagnose Epilepsie kann der Arzt auch ein Langzeit-EEG anwenden, um etwa zu überprüfen, wie der Patient auf Schlafentzug reagiert. Der Arzt wird zudem versuchen herauszufinden, ob andere Erkrankungen, wie etwa Herzrhythmusstörungen, Auslöser für kurzzeitige Ohnmachten sind, was anhand eines EKG überprüft werden kann. Vielfach sind Stoffwechselstörungen eine der Ursachen für Epilepsie, daher wird der Arzt das Blut des Patienten untersuchen. Von besonderem Interesse für die Diagnose der Epilepsie sind an dieser Stelle die Blutsalze, Blutzucker sowie die Leber- und Nierenwerte.

Sollte der Verdacht einer Gehirnentzündung (Enzephalitis) bestehen, die durch andere Infektionen wie etwa Meningokokken, Masern, Hepatitis C, Zecken-Enzephalitis oder Lyme-Borreliose ausgelöst wird, so wird der Arzt im Rahmen der sogenannten Lumbalpunktion Nervenflüssigkeit am Rücken entnehmen und im Labor untersuchen lassen.

Mithilfe der Magnetresonanztomografie (MRT) werden Schichtbilder des Körperinneren aufgezeichnet. Diese Bilder sind so detailliert, dass selbst kleinste Veränderungen, etwa an Blutgefäßen, nachweisbar sind. So kann der Arzt im Rahmen seiner Diagnose der Epilepsie Durchblutungsstörungen oder Verletzungen am Gehirn feststellen, die eventuell Ursache der Epilepsie sind.

Guido Maiwald

21.01.14

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