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Erektile Dysfunktion: Diabetes als Lusttöter

Viele männliche Diabetiker sind von Potenzstörungen betroffen

Etwa 60 % aller männlichen Diabetiker über 50 Jahren leiden an Erektionsstörungen, auch erektile Dysfunktion genannt. Dadurch wird die Partnerschaft oft belastet. Viele Betroffene haben aber Scheu davor, mit ihrem Arzt darüber zu sprechen. „Die Erektionsstörungen sind eine Folge der Grunderkrankung, aber man muss nicht verzweifeln, denn mit Medikamenten kann sehr gut Abhilfe geschaffen werden“, klärt der Salzburger Urologe Univ.-Prof. Dr. Andreas Jungwirth auf.

Wenn eine mangelhafte Versteifung des Penis vorliegt und der Mann seine Erektion mehrere Male und über einen längeren Zeitraum nicht so lange erhalten kann, dass der Geschlechtsverkehr befriedigend durchgeführt werden kann, spricht man von einer erektilen Dysfunktion. „Für eine Erektion braucht ,Mann‘ eine gute Gefäßversorgung. Bei Diabetikern ist diese jedoch häufig durch Folgeerkrankungen wie Polyneuropathie und Arteriosklerose gestört. Daher haben sie auch die größte Prävalenz für eine erektile Dysfunktion“, berichtet Prof. Jungwirth.

Hohe Blutzuckerwerte schädigen mit der Zeit die Nerven sowie Gefäße und die in Folge auftretende schlechte Durchblutung kann dazu führen, dass auch die Gefäße des Penis nur mehr unzureichend versorgt werden. Typ-1-Diabetiker sind – bedingt durch das Eintreten der Krankheit in jungen Jahren – häufiger von erektiler Dysfunktion betroffen als Typ-2-Diabetiker. Beim Typ-2-Diabetes gesellen sich jedoch meist noch andere Folgeerkrankungen hinzu, welche die Potenz negativ beeinflussen können. „Gerade bei Diabetikern mit metabolischem Syndrom treten hormonelle Veränderungen ein, die zu einem niederen Testosteronwert führen. Dadurch lässt das sexuelle Verlangen nach und Erektionsstörungen treten auf“, erklärt der Salzburger Urologe.

Keine Scheu vor dem Arztbesuch

Um Abhilfe zu schaffen, bleibt Betroffenen der Gang zum Arzt nicht erspart. Angst oder Scham ist jedoch fehl am Platz. „Es sind sehr viele Diabetiker von der erektilen Dysfunktion betroffen“, weiß Prof. Jungwirth aus Erfahrung und weist darauf hin, dass es wichtig ist, dass der Patient das Thema selbst anspricht und nicht darauf wartet, bis der Arzt etwas sagt. „Leider wird dieser Folgeerkrankung von Ärzten und Diabetologen noch immer zu wenig Beachtung geschenkt“, bedauert er und weist darauf hin, dass die diabetesbedingten Erektionsstörungen mit Medikamenten wie PDE-5-Hemmern sehr gut in den Griff zu bekommen sind. „Bei ganz schweren Fällen empfehle ich das Einspritzen von gefäßaktiven Substanzen (Prostaglandin) in den Penis, das nennt man SKAT-Therapie. Diabetiker haben damit meist kein Problem, da sie ja das Spritzen gewöhnt sind“, so Prof. Jungwirth. Der Patient muss meist für die Kosten der Medikamente gegen Potenzstörungen selbst aufkommen.

Quelle: Befund Diabetes Österreich 02/2013

16.01.14

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