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Wie erkenne ich eine Arzneimittelallergie?

Eine Arzneimittelallergie tritt typischerweise innerhalb einer Stunde nach der Einnahme eines Medikaments auf, in selteneren Fällen entwickelt sich die allergische Reaktion nach bis zu zwölf Stunden. I. d. R. äußert sie sich mit Juckreiz und Quaddeln auf der Haut (Nesselsucht) oder Atemnot (Asthma), u. U. auch mit einem Kreislaufschock, der sog. Anaphylaxie. Problematisch kann es sein, eine Überempfindlichkeitsreaktion auf ein bestimmtes Medikament bzw. Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Medikamenten von einer „richtigen“ Allergie abzugrenzen. Sowohl Nebenwirkungen als auch eine nicht-allergische Überempfindlichkeitsreaktion treten – genau wie eine Arzneimittelallergie – u. U. erst dann auf, wenn das betreffende Medikament schon mehrfach zuvor genommen wurde.

Kommt es bereits nach der erstmaligen Einnahme des Wirkstoffs zu einer körperlichen Reaktion, liegt voraussichtlich keine Allergie vor. Denn der Körper muss zunächst für das neue Allergen sensibilisiert werden und Antikörper dagegen entwickeln, damit beim nächsten Kontakt die allergische Reaktion erfolgt. U. U. können jedoch Hilfsstoffe, die in dem Medikament enthalten sind und mit denen der Körper bereits in Kontakt gekommen ist, eine allergische Reaktion bereits nach der ersten Einnahme eines Arzneimittels hervorrufen. Es kann daher schwierig sein, eine Arzneimittelallergie zu diagnostizieren.

Abgrenzung zu anderen Reaktionen

Kommt es nach der Einnahme eines Arzneimittels zu einer unvorhergesehenen körperlichen Reaktion, sollten Betroffene oder bei Kindern deren Eltern zunächst nachsehen, was der Beipackzettel über mögliche Nebenwirkungen der Medikamenteneinnahme sagt. So können manche Wirkstoffe Hautreaktionen wie Rötungen, Juckreiz oder auch Ausschlag nach sich ziehen, andere rufen u. U. Magen-Darm-Beschwerden hervor. Auch die Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind im Beipackzettel i. d. R. beschrieben. Während Magen-Darm-Beschwerden seltener mit einer Allergie einhergehen und daher meist als Nebenwirkungen identifiziert werden können, sind allergische Hautausschläge häufig. Wer unsicher ist, ob die körperliche Reaktion allergischen Ursprungs ist, sollte zum Arzt gehen. Denn bei einer bestehenden Allergie ist es besser, auf einen anderen Wirkstoff zur Behandlung der Krankheit auszuweichen, um das Risiko einer Anaphylaxie zu verringern. Neben Nebenwirkungen und Allergien können auch Intoleranzen gegen bestimmte Wirkstoffe Ursache der Beschwerden sein. Diese sind zwar nicht allergischen Ursprungs, aber ebenfalls belastend, zumal beim ersten Auftreten nicht klar ist, worum es sich handelt.

Eine weitere Schwierigkeit, den Ursachen für die Beschwerden auf den Grund zu gehen, liegt darin, dass die körperliche Reaktion nicht zwingend im Zusammenhang mit dem zuvor eingenommenen Medikament stehen muss. Auch andere Allergene (z. B. Pollen, Kontaktallergene, Schimmelpilze) können sie hervorgerufen haben, genauso können Unverträglichkeitsreaktionen z. B. gegen bestimmte Nahrungsmittel der Auslöser sein. Allgemein gilt: In Fällen, in denen die Symptome schnell und heftig auftreten, sollte möglichst rasch der Arzt aufgesucht werden, denn dieser kann die Ursache von Hautsymptomen u. U. rascher eingrenzen, wenn er die Symptome sieht.

Schwierige Diagnostik

Bei Verdacht auf eine Arzneimittelallergie wird der Arzt zunächst die Krankengeschichte aufnehmen und nach bestehenden Allergien oder nach einer vererbten Allergieneigung fragen. Auch nach dem Vorliegen von Nahrungsmittelintoleranzen sowie anderen Erkrankungen wird er sich i. d. R. erkundigen. Patienten sollten zudem den genauen Ablauf der körperlichen Reaktion schildern und sich dabei an folgenden Fragen orientieren: Zu welchem Zeitpunkt wurde das Arzneimittel genommen, wann traten die ersten Beschwerden auf, wie haben sie sich bemerkbar gemacht?

Im Anschluss führt der Arzt u. U. einen Hauttest durch, um festzustellen, ob ein bestimmter Medikamentenwirkstoff allergische Reaktionen hervorruft. Das Problem dabei: Längst nicht für alle Medikamente gibt es einen solchen Hauttest, außerdem rufen manche Wirkstoffe nur eine körperliche Reaktion hervor, wenn sie vom Körper verarbeitet und in andere Stoffe umgewandelt werden. Bei Verdacht auf eine Allergie sollte deshalb noch eine Blutuntersuchung erfolgen, bei der nach allergie-spezifischen IgE-Antikörpern gesucht wird. Findet der Arzt IgE-Antikörper, ist das Vorliegen einer Allergie wahrscheinlich.

Sollte nach wie vor nicht klar sein, auf welche Substanz ein Patient allergisch reagiert, kann ein sog. Provokationstest erfolgen, bei der der Patient das verdächtige Medikament unter ärztlicher Aufsicht erhält. Auf diese Weise kann festgestellt werden, ob er tatsächlich auf das Arzneimittel reagiert – auch, wenn keine Allergie, sondern eine Arzneimittelunverträglichkeit vorliegen sollte.

Behandlung und Vorbeugung

Wie eine akute Arzneimittelallergie behandelt wird, ist von den Symptomen abhängig. Bei Hautausschlag, Juckreiz und Quaddelbildung verordnet der Arzt i. d. R. ein Antihistaminikum. Bei allergischem Asthma ist die Gabe bronchienerweiternder Wirkstoffe notwendig. Zur Vorbeugung einer Anaphylaxie kann der Arzt zudem Adrenalin verabreichen. Auch bei einer Arzneimittelintoleranz helfen Antihistaminika gegen Hautausschlag.

Bei gesicherter Allergiediagnose muss das allergieauslösende Medikament bzw. der allergieauslösende Wirkstoff gemieden werden. Am günstigsten ist es, stets einen Allergiepass mitzuführen, in dem das oder die Arzneimittel aufgeführt sind, die die allergische Reaktion hervorrufen. Dieser sollte bei jedem Arztbesuch vorgezeigt werden, um zu vermeiden, dass der Arzt ein allergieauslösendes Medikament verschreibt oder eines, das den allergieauslösenden Wirkstoff enthält. Auch bei einer Arzneimittelintoleranz gilt, dass der behandelnde Arzt vor der Verordnung eines Medikaments über die Unverträglichkeit informiert werden muss, damit dieser ein anderes, gut verträgliches Medikament verschreiben kann.

Quelle: allergikus 4/2016

17.01.17

Diagnose einer Arzneimittelallergie
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