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Die richtige Ernährung: Reihenfolge beeinflusst Blutzuckerspiegel

Menschen mit Diabetes sollten auf ihre Ernährung achten – das ist bekannt. Doch eine Studie gibt Hinweise darauf, dass es nicht nur darauf ankommt, was auf dem Teller landet, sondern auch, in welcher Reihenfolge man isst. So könnten sich insbesondere bei Menschen mit Typ-2-Diabetes Blutzuckerspitzen nach dem Essen vermeiden lassen, schreibt der Diabetes Ratgeber.

In einer Studie, die im Fachblatt Diabetes Care erschienen ist, ließ der Adipositasforscher Louis J. Aronne vom Weill Cornell Medical College in New York sechs Frauen und fünf Männer mit Typ-2-Diabetes, schwerem Übergewicht und unter Metformintherapie zweimal im Abstand von einer Woche die gleiche Mahlzeit verzehren und maß anschließend ihren Blutzuckerspiegel. Die Mahlzeit bestand aus Ciabatta, Salat mit Dressing, Hähnchenbrust und Brokkoli mit Butter. Beim ersten Mal sollten die Teilnehmer erst die Kohlenhydrate verzehren, also das Ciabatta und den Orangensaft, dann die protein- und fetthaltigen Speisen wie Hähnchenbrust, Salat und Brokkoli. Beim zweiten Essen, eine Woche später, aßen sie erst Proteine und Fette und ganz am Schluss die Kohlenhydrate, also das Ciabatta, bzw. tranken den Saft.

Geringerer Blutzuckerspiegel bei der zweiten Mahlzeit

Das Ergebnis: Bei der zweiten Mahlzeit, bei der die Kohlenhydrate zum Schluss gegessen wurden, war der Blutzuckerspiegel im Vergleich zum ersten Versuch nach 30 Minuten um rund 28 % niedriger sowie nach 60 Minuten um 36 % und nach zwei Stunden um knapp 17 % reduziert. Ähnliches zeigte sich bei der Insulinausschüttung: Hier waren bei der zweiten Mahlzeit, bei der zuerst Fette und Proteine und dann die Kohlenhydrate gegessen wurden, die Insulinspiegel wesentlich niedriger, berichtet das Deutsche Ärzteblatt.

Offensichtlich beeinflusst die Reihenfolge beim Essen den Blutzuckerspiegel, schließen die Forscher – sie vermuten sogar, dass sich dadurch auch die Insulinsensitivität verbessern könnte, da weniger Insulin ausgeschüttet wurde. Dieser Effekt sei vergleichbar mit Medikamenten, die den Blutzuckerspiegel nach dem Essen senken können. Allerdings gibt es doch eine Einschränkung: Die kleine Teilnehmerzahl der Untersuchung von nur elf Personen. Aufgrund dessen kann man noch keine allgemeingültigen Schlüsse ziehen – hier müssen Studien durchgeführt werden, die über einen längeren Zeitraum laufen und mehr Teilnehmer einschließen. Für Menschen mit Typ-2-Diabetes könnte es dennoch einen Versuch wert sein, ihr Mahlzeiten mal in einer bestimmten Reihenfolge zu verzehren.

Quelle: Befund Diabetes 1/2016

01.06.16

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