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Experteninterview zu Gebärmutterkrebs

Gebärmutterschleimhautkrebs betrifft häufig Frauen in den Wechseljahren

In Deutschland erkranken ca. 11.000 Frauen jährlich neu an Gebärmutterschleimhautkrebs. Da die Erkrankung bei Vorsorgeuntersuchungen nicht immer entdeckt wird, sollten Frauen bestimmten Symptomen besondere Aufmerksamkeit schenken, erklärt Prof. Dr. Pauline Wimberger.

Was ist Gebärmutterschleimhautkrebs?

Bei dieser Erkrankung ist die Schleimhaut im Körper der Gebärmutter befallen und nicht zu verwechseln mit dem Gebärmutterhalskrebs. Es ist wichtig diese zwei Erkrankungen zu unterscheiden, weil sich die Behandlung voneinander stark unterscheidet.

Welche Symptome treten bei der Erkrankung auf?

Während Gebärmutterhalskrebs oder seine Vorstufen meistens bei der jährlichen Vorsorgeuntersuchung entdeckt werden, wird die Diagnose bei Gebärmutterschleimhautkrebs häufig wegen Blutungen nach den Wechseljahren gestellt. Wichtig ist es, dass die Frauen bestimmte Symptome ernst nehmen. Dazu gehören vor allem Blutungen nach den Wechseljahren: Zwischenblutungen sowie verstärkte Blutungen vor den Wechseljahren. Da von Gebärmutterschleimhautkrebs häufig ältere Frauen betroffen sind, die sich bereits in den Wechseljahren befinden, sollte hier jede vaginale Blutung unabhängig von der Stärke der Blutung nachdem mindestens ein Jahr keine Blutung stattgefunden hat, abgeklärt werden. Plötzlich auftretende Blutungen sollten immer als Alarmsignal zu werten sein.

Welche Ursachen hat die Erkrankung?

Risikofaktoren, die die Entstehung begünstigen können, sind bekannt. Beim Typ I des Gebärmutterschleimhautkrebses spielt das weibliche Geschlechtshormon Östrogen eine entscheidende Rolle. Bei einem Östrogenüberschuss, wenn das Östrogen zu lange auf die Gebärmutterschleimhaut einwirkt, kann dies das Entstehen eines bösartigen Tumors fördern. Klassische Risikofaktoren sind Übergewicht, Diabetes mellitus Typ II und hoher Blutdruck. Ein erhöhtes Risiko haben auch Frauen, die früh ihre erste Regel bekommen haben und spät in die Wechseljahre kommen.

Was versteht man unter östrogenabhängigem Gebärmutterkörperkrebs und östrogenunabhängigen Tumoren?

Es handelt sich dabei um zwei verschiedene Typen von Gebärmutterschleimhautkrebs. Beim hormonabhängigen Gebärmutterkörperkrebs ist die Tumorerkrankung östrogenabhängig, Östrogenüberschuss führt zum Wachstum. Bei Patientinnen mit diesen Tumoren werden als Risikofaktoren der langjährige Einfluss des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen angenommen, sowie Übergewicht und Diabetes mellitus. Bei Betroffenen mit einem östrogenunabhängigen Tumor hat das Hormon Östrogen keinen Einfluss. Die Wahrscheinlichkeit für diese Tumoren steigt vor allem mit dem Alter.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Wenn eine Frau nach der Menopause (mindestens ein Jahr keine vaginale Blutung) über Schmierblutungen klagt, dann wird eine Gebärmutterspiegelung empfohlen und zusätzlich eine Ausschabung von Gebärmutterkörper und vom Gebärmutterhals vorgenommen. Die vaginale Ultraschalluntersuchung zeigt häufig hoch aufgebaute Gebärmutterschleimhaut. Es ist wichtig, früh zu reagieren, weil auf diese Weise in den allermeisten Fällen die Erkrankung bereits in Stadium I erkannt werden kann. Somit beschränkt sich die Erkrankung auf den Gebärmutterkörper und die Patientin kann mit alleiniger Operation (Gebärmutterentfernung, Eileiter und Eierstockentfernung) geheilt werden. Diese Operation kann auch mit einer Bauchspiegelung (Schüssellochtechnik) durchgeführt werden.

Wie hoch sind die Aussichten auf Heilung?

Die Chancen auf Heilung sind abhängig vom Stadium der Erkrankung: Wird der Gebärmutterschleimhautkrebs früh entdeckt, sind die Aussichten auf Heilung exzellent.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Wenn die Erkrankung auf den Gebärmutterkörper beschränkt ist, ist in den meisten Fällen ein operativer Eingriff ausreichend, bei dem die Gebärmutter und beide Eierstöcke entfernt werden. In Risikofällen, z. B. wenn die Muskulatur der Gebärmutter befallen ist oder bei Typ 2 Gebärmutterschleimhautkrebs müssen auch die Lymphknoten im kleinen Becken und entlang der Hauptschlagader entfernt werden. Diese Operationen können auch per Bauchspiegelung (Schlüssellochtechnik) oder Roboter- und computerunterstützt angeboten werden. Abhängig vom Stadium wird entsprechend der Leitlinien entschieden, ob eine adjuvante Chemotherapie oder eine lokale Strahlentherapie notwendig sind.

In welchen Abständen findet die Nachsorge statt?

Wenn die Therapie abgeschlossen ist, sollte die Patientin die ersten drei Jahre alle drei Monate zur Nachsorgebehandlung zum Frauenarzt gehen. Anschließend werden die Abstände länger: alle sechs Monate und nach fünf Jahren einmal im Jahr.

Quelle: Leben? Leben!

30.05.17

Experteninterview
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