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Experteninterview mit Prof. Dr. med. Burkhard Göke

Herr Prof. Dr. Göke ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von Befund Diabetes und Experte für klinische Diabetesforschung. Er ist Direktor der Medizinischen Klinik II am Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. Dort werden Erkrankungen aus dem gesamten Gebiet der Inneren Medizin mit den Schwerpunkten Gastroenterologie, Endokrinologie sowie Diabetes und Stoffwechsel behandelt.

Herr Prof. Dr. Göke, warum haben Sie sich für den Arztberuf entschieden und was hat Sie bewogen, sich auf die Diabetologie zu spezialisieren?

Prof. Göke: Mir gefiel die Medizin insbesondere als angewandte und soziale Naturwissenschaft. Meine Großmutter starb an ihrer Diabeteserkrankung. Das hat mich immer beschäftigt. Mein Lehrer Prof. W. Creutzfeldt hat mich als jungen Gastroenterologen für die Stoffwechselforschung begeistert.

Was ist Ihnen besonders wichtig im Umgang mit Ihren Patienten?

Prof. Göke: Einfühlen und Vertrauen, Klarheit und Offenheit.

Haben Sie neben Ihrem Beruf andere Betätigungsfelder oder Interessen, die Ihnen als „Kraftquellen“ dienen?

Prof. Göke: Eine Familie mit acht Kindern und der FC Schalke 04.

Worin sehen Sie das größte Problem bezüglich der wachsenden Anzahl von Betroffenen?

Prof. Göke: Die Kosten explodieren und dann können Innovationen und Verbesserungen bei der Versorgung am Ende nicht mehr finanziert werden.

Welchen Einfluss hat der Lebensstil auf den Diabetes?

Prof. Göke: Sportlich und aktiv bei vernünftiger Ernährung ist natürlich sehr nützlich.

Was sind Ihrer Ansicht nach Irrtümerm im Wissen um die Erkrankung Diabetes und ihre Behandlung?

Prof. Göke: Es ist Unsinn zu behaupten, dass die Therapie nicht mehr verbessert werden kann, weil billige Medikamente grundsätzlich besser als teure Innovationen seien. Außerdem ärgern mich unterschwellige Schuldzuweisungen an Patienten, obwohl natürlich die Übernahme von Selbstverantwortung wichtig ist.

Welches sind Ihrer Meinung nach die erfolgversprechendsten Forschungsansätze in der Diabetes-Therapie und welche Erwartungen haben Sie bezüglich zukünftiger Möglichkeiten?

Prof. Göke: Die Inkretinforschung liefert sehr interessante pathophysiologisch orientierte Konzepte zur Typ 2- Diabetes-Therapie. Weiterhin verstehen wir immer besser, dass frühe und konsequente Prävention nützlich ist. Zudem gibt uns die Kombination von evidenzbasierter Medizin und Real World-Betrachtungen neue Möglichkeiten, Fortschritte bei der Therapie besser einzuschätzen. Die Fortschritte bei der immunologischen Grundlagenforschung werden uns helfen, auch pathophysiologische Ansätze zur Typ 1-Diabetesbehandlung zu entwickeln.

Welche Rolle spielen Patientenmagazine bei der Deckung des Informationsbedarfs der Betroffenen?

Prof. Göke: Die informierten Diabetespatienten sind letztlich auch die besser behandelten. Wissen unterstützt die Selbstverantwortung.

Inwieweit trägt „Befund Diabetes“ aus Ihrer Sicht zur Aufklärung und Deckung des Informationsbedarfs bei?

Prof. Göke: Meine Patienten schätzen dieses Magazin. Darauf kommt es an, oder?

Herr Prof. Göke, wir danken Ihnen für Ihre Ausführungen.

aus Befund Diabetes 4/2007

04.01.08

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